Nun also doch

Lösung für Invaders-Homefield gefunden: Hallenneubau und Spielfeld dicht nebeneinander

Maximilian Willke
15. März 2021, 17:41 Uhr

Hielten am heutigen Montag eine gemeinsame Pressekonferenz ab: Eintracht-Vorsitzender Clemens Löcke, OB Dr. Ingo Meyer und Invaders-Vorsitzender Jan-Hendrik Meyer. Foto: Maximilian Willke

Es gibt eine Lösung im Streitfall Homefield der Hildesheim Invaders wegen des geplanten Neubaus einer Zweifeldhalle von Eintracht Hildesheim. Die Beteiligten hielten heute eine gemeinsame Pressekonferenz mit der Stadt Hildesheim ab. 

Es war das beherrschende Thema der letzten Wochen. Eintracht Hildesheim hatte den Hildesheim Invaders das Nutzungsverhältnis für das Homefield gekündigt, wegen eines Neubaus einer Zweifeldhalle. "Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden", äußerte Jan-Hendrik Meyer, der 1. Vorsitzende der Hildesheim Invaders, anschließend seinen Unmut. Nach Gesprächen zwischen der Stadt, Eintracht und den Invaders gibt es nun eine Lösung., die für alle Beteiligten eine "Win-Win-Lösung" darstellen soll, wie es Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer in der Pressemitteilung umschreibt. 
Für den heutigen Montag hatte die Stadt Hildesheim kurzfristig zu einer Presserunde geladen. Der Oberbürgermeister, der Eintracht-Vorsitzende Clemens Löcke und der Invaders-Vorsitzende Jan-Hendrik Meyer präsentierten die besagte Lösung um 15 Uhr, eine halbe Stunde vor der geplanten Demo der Hildesheim Invaders. Kernbotschaft der Lösung: Hallenneubau und Spielfeld dicht nebeneinander. Die Zweifeldhalle wurde in der Planung um 90 Grad gedreht, sodass Platz für das American Football-Spielfeld bleibt, dass um einige Meter verschoben und - entsprechend der Statuten - etwas kleiner in der Fläche wird. Darüber hinaus pachten die Hildesheim Invaders ein angrenzendes Nachbargrundstück. 

Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam einen Konsens gefunden haben, mit dem alle Beteiligten zufrieden sein können. Auf dem Eintracht-Areal kann die neue Zweifeldhalle entstehen, ohne dass das Homefield der Invaders, die seit Jahrzehnten eines der herausragenden sportlichen Aushängeschilder unserer Stadt sind, weichen muss. Eine Win-Win-Lösung, die nur zustande kommen konnte, weil die Vereine aufeinander zugegangen sind. Dafür danke ich allen Beteiligten!
Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, Dr. Ingo Meyer

Ein Investor plant bekanntlich, Eintracht Hildesheim noch in diesem Jahr eine Zweifeldhalle zu bauen. Diese soll auf dem Gelände von Eintracht Hildesheim – auf dem Sportplatz H (Homefield) – entstehen. Da kein anderer Spielort als das Homefield für die Hildesheim Invaders infrastrukturell infrage kommt, haben die Parteien gemeinsam eine Lösung erarbeitet.  

Auch ich bin sehr froh, dass nach der kurzen, aber sehr emotional geführten öffentlichen Diskussion nun so schnell eine harmonische Lösung gemeinsam auf dem Eintracht-Areal gefunden werden konnte.
Vorstandsvorsitzender Clemens Löcke
Geplanter Baubeginn der Halle soll der 1. Juni 2021 sein.

Dafür, dass die Zweifeldhalle gebaut werden und auch das Homefield weiter bestehen bleiben kann, haben beide Eintracht und die Invaders in den vergangenen Tagen entscheidende Schritte aufeinander zu gemacht. 

Wir sind glücklich über die gemeinsame Lösung. Für uns ist die wichtigste Nachricht, dass das Homefield bestehen bleibt – wenn auch in etwas anderer Form. In einem weiteren Schritt werden wir nun mit Eintracht Hildesheim einen neuen Nutzungsvertrag aushandeln. Wir planen eine gemeinsame Kooperation und eine langfristige Lösung für die Hildesheim Invaders.
Invaders-Vorsitzender Jan-Hendrik Meyer

Zwei Punkte haben in den Gesprächen eine wichtige Rolle gespielt, wie die Beteiligten unisono verlauten ließen. Zum einen ist die Zeppelinstraße nicht als 'Spielstätte' zu nutzen, wie die Invaders aber auch nie vorhatten, wie Invaders-Vorsitzender Meyer erklärte.
Zum anderen könne das Homefield verkleinert werden, wie sich die Verantwortlichen beim Fachverband erkundigten. Nun wirkte die Lösung also einfach und harmonisch, dennoch musste sich Eintracht-Vorsitzende Clemens Löcke den Vorwurf gefallen lassen, voreilig reagiert zu haben, statt das ein lösungsorientiertes Gespräch mit den Invaders zu suchen. Löcke reagierte wie folgt:

Es war ein Entschluss, ein Gedanke der sich in ein Projekt gewandelt hat. Da lagen knapp acht Wochen zwischen, das war eine ganz zügige Zeit. Wenn man einen Investor hat, der ein Glücksfall ist, das muss man ganz klar sagen, denn dadurch bekommen wir eine neue Zweifeldhalle auf unser Areal. In erster Linie sind wir um die Vereins-Entwicklung interessiert, eines Großsportvereins Eintracht Hildesheim. Wir haben jetzt eine tolle Lösung erzielt, die der gesamten Sport-Familie Hildesheims etwas Positives bringt.
Clemens Löcke

Für 15.30 Uhr hatten die Hildesheim Invaders zudem zu einer Demo auf dem Marktplatz aufgerufen. Knapp 200 Unterstützer der Footballer versammelten sich in Trikots und mit Fahnen vor dem Rathaus und konnten direkt im Anschluss an die Pressekonferenz die frohe Botschaft ihres Vorsitzenden entgegen nehmen. So löste sich die Kundgebung nach den Worten von Jan-Hendrik Meyer, Dr. Ingo Meyer und Clemens Löcke schnell wieder auf. 

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