In den entscheidenden Phasen zu schwach

GRIZZLYS verpassen die Play-Offs im "Endspiel"

06. März 2021, 21:38 Uhr

Enttäuschte Gesichter bei den Helios GRIZZLYS. Foto: Paul Wolfinger

"Wir haben es nicht verdient", urteilte Helios GRIZZLYS-Trainer Itamar Stein nach der gestrigen Niederlage gegen die Netzhoppers aus Könisgwusterhausen. Die Giesener verpassen die Play-Offs und haben damit 'ausgespielt' für diese Saison.

Satzgewinn nach ausgeglichenem Satz

Cheftrainer Stein schickte zu Beginn Kapitän Hauke Wagner, Anton Menner, Stijn van Tilburg, Pearson Eshenko und Milorad Kapur auf das Feld. Hinzu gesellten sich die zuletzt häufig auf der Bank sitzenden Magloire Mayaula und Jan Röling. Nicht zur Verfügung stand der zweite Zuspieler Merten Krüger. Dafür kam Jannis Hopt phasenweise für Röling ins Spiel.
Für KW gingen James Weir, Yannick Goralik, James Jackson, Dirk Westphal, Kamil Ratajczak, Theo Timmermann, Kamil Droszynsky an den Start.
Angetrieben vom lautstarken Libero Milorad Kapur starteten die GRIZZLYS stark in die Begegnung. Mit 6:1 ging es in die von Gästecoach Christophe Achten genommene Auszeit, weil Giesen zu Beginn alles gelang. Wenig später betrug die Führung zur technischen Auszeit 8:3. Nun kam KW besser ins Spiel und konnte sich etwas herankämpfen, doch auch die Gastgeber zeigten weiter eine konzentrierte Leistung. Die Partie entwickelte sich zu einem ausgeglichenen und ansehnlichen Volleyballspiel. Auf Seiten der GRIZZLYS konnte Zuspieler Jan Röling immer wieder Top-Scorer Stijn van Tilburg und Hauke Wagner einsetzen, die im Angriff sehr effektiv agierten. Doch über eine eindrucksvolle Teamleistung mit einer engagierten Feldabwehr und einer stabilen Annahme kämpfte sich KW immer weiter heran, bis sie schließlich ausgleichen konnten (13:13). Davon ließ sich Steins Team aber nicht aus dem Konzept bringen und konnte zur zweiten technischen Auszeit eine 16:14-Führung verbuchen. Doch auch die Netzhoppers gaben nicht auf und spielten angeführt von Dirk Westphal stark auf, sodass der Satz bis zum Schluss ausgeglichen blieb. Am Ende holten die GRIZZLYS den ersten Satz mit 25:23 und gingen so mit 1:0 in Führung. Beide Teams waren der Bedeutung des Spiels angemessen hochkonzentriert und machten kaum Fehler.

KW nutzt GRIZZLY-Fehler eiskalt

Dieses Mal waren es die Netzhoppers, die besser in den Satz starteten. Dabei gelangen immer wieder leichte Punkte nach Fehlern der GRIZZLYS. Beim 1:5 nahm Stein die Auszeit und sein Team kam nun besser ins Spiel. Allerdings agierte KW im Angriff clever und spielte immer wieder den Giesener-Block an, von dem der Ball meistens ins Aus ging. Der Vorsprung der Gäste blieb konstant bei drei bis vier Punkten. Das lag auch daran, dass der Block der GRIZZLYS kaum ein Faktor war. Generell gelangen Giesen in dieser Phase zu wenig gute Aktion in der Abwehr. Hinzu kamen einfache technische Fehler. KW ging mit 11:16 in die zweite technische Auszeit. Dennoch gaben die GRIZZLYS nicht auf und fuhren noch einmal hoch. Beim 14:17 nahmen die Netzhoppers eine Auszeit. Kurz darauf kam David Seybering für den unglücklich agierenden Eshenko ins Spiel. Doch näher als drei Punkte kam Giesen nicht heran, weil man immer mindestens genauso viele Fehler - vor allem im Aufschlag - machte wie der Gegner. Schlussendlich ging der Satz verdient mit 19:25 an die Netzhoppers.

Fehler zum falschen Zeitpunkt kosten Satzgewinn

Zu oft scheiterten die GRIZZLYS, wie hier Stijn van Tilburg am Block. Foto: Paul Wolfinger

Deutlich verbessert ging das Team von Itamar Stein in den dritten Satz. Wenn man es aus eigener Kraft schaffen wollte in die Play-Offs zu kommen, durfte man sich nun nicht mehr so viele Fehler wie im vorherigen Satz leisten. Durch einige einfache Punkte ging man schnell in Führung und konnte zur ersten technischen Auszeit ein 8:5 verbuchen. In der Folge kam KW wieder mehr zum Zug und nutzte jede sich bietende Möglichkeit. Bis zur zweiten technischen Auszeit hatten die Gäste das Ergebnis gedreht (15:16). Das Spiel blieb enorm ausgeglichen und spannend. Beiden Teams war die Anspannung nun deutlich anzumerken. Beim 18:19 nahm Stein die Auszeit. Ausgerechnet jetzt schlichen sich erneut zu viele Fehler im Spiel der GRIZZLYS ein, die KW eiskalt nutzte. Zudem war der Block nur selten zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Beim 21:23 nahmen die Netzhoppers die nächste Auszeit. Und plötzlich war die Annahme der GRIZZLYS stabil und Wagner nutzte zwei Angriffe zum Ausgleich (23:23). Kurz danach konnte Giesen den ersten Satzball der Gäste abwehren. Beim 25:25 brachte Stein Eshenko zurück ins Spiel. Ein Aufschlagfehler von eben jenem und ein Fehler im Angriff sorgten für das 25:27 und das 1:2. Zu diesem Zeitpunkt führte Bühl gegen Frankfurt mit 2:1, sodass es ein kleines Volleyballwunder zum Erreichen der Play-Offs brauchte.

Netzhoppers machen alles klar

Der Schock über den Satzverlust war den GRIZZLYS anzumerken. Schnell lag man mit 1:4 hinten und Stein nahm direkt seine erste Auszeit. Dieser schien seine Spieler wieder wachrütteln zu können. Giesen verkürzte auf 4:5. Allerdings hielt KW weiter mehr als ordentlich dagegen und zeigte sich unbeeindruckt vom Aufbäumen der GRIZZLYS. Zur ersten technischen Auszeit war der Drei-Punkte-Vorsprung wiederhergestellt (5:8). Die Netzhoppers erlaubten sich kaum noch einen Fehler und es schien so, als wollte man den Tie-Break unbedingt vermeiden. Beim 7:11 nahmen die GRIZZLY die nächste Auszeit – ohne Wirkung. Beim 8:14 kam Timon Schippman für van Tilburg ins Spiel, um die Annahme zu stärken. Allerdings haperte es vor allem im Angriff der Giesener. Es fehlte die Durchschlagskraft. Dementsprechend konnte die Feldabwehr von KW glänzen. Beim 10:16 glaubte offensichtlich keiner mehr an einen Sieg der GRIZZLYS. Zudem hatte Bühl kurz zuvor den dritten Satz gewonnen und somit jegliche Resthoffnung auf die Play-Offs zunichte gemacht. Die Netzhoppers brachten die deutliche Führung am Ende im Schongang über die Zeit. Mit 23:25 gewann das Team vom Bestensee den vierten Satz und gewann am Ende verdient mit 3:1.
MVP-Silber bekam am Ende Kapitän Hauke Wagner. Die goldene Medaille erhielt Theo Timmermann.

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