Am dritten Spieltag der Oberliga Niedersachsen gelang den Fußballern des VfV 06 Hildesheim der zweite Saisonsieg. Gegen den FC Verden siegte der VfV mit 5:1.

Der VfV Borussia 06 Hildesheim ist in der neuen Oberligaspielzeit endgültig angekommen. Nach der 1:5-Packung am ersten Spieltag gegen Atlas Delmenhorst gaben die Hildesheimer am vergangenen Wochenende mit einem 3:1-Sieg beim TuS Bersenbrück die richtige Antwort. Nun legte das Team von Trainer Ridha Kitar nach. Am Samstag gewann der VfV deutlich und verdient mit 5:1 gegen den FC Verden 04. Kitar hatte die nötigen Schlüsse aus der Auftaktniederlage gezogen. Kapitän Yannik Schulze fungierte nun wieder als Chef der Dreierabwehrkette. Im defensiven Mittelfeld räumte Jo Tewes wie ein Staubsauger etliche Offensivbemühungen der Gäste ab und Hady El-Saleh betrieb mit dem quirligen Karsan Doski Jobsharing. Doski begann als Rechtsverteidiger und wechselte immer wieder Position mit El-Saleh im zentralen Mittelfeld.

Hady El-Saleh und Mohammad Baghdadi (links) spielen Verdens Mamadou Diop aus

Im Sturm hat der VfV in dieser Saison ein ganz freches Früchtchen. Louis Malina (Titelfoto) erzielte in schlitzohriger Mittelstürmermanier zwei Treffer. Den Torreigen eröffnete aber der Kapitän. Nach einer Ecke von Mohammad Baghdadi war Yannik Schulze mit dem Kopf erfolgreich (20.). Der VfV war die spielbestimmende Mannschaft, allerdings trauten sich die Verdener nach dem Hildesheimer Führungstreffer mehr zu. Luis Saul traf in der 26. Minute zum 1:1-Ausgleich. Drei Minuten später durften die 540 Zuschauer wieder jubeln. Mick Gudra, der im VfV-Mittelfeld die Fäden zog, brachte einen Ball einfach mal scharf in den Strafraum und der Ball landete bei Malina, der dort stand, wo ein Stürmer stehen muss. Aus fünf Metern schob er den Ball zum 2:1 ins Tor. Mit dieser Führung ging der VfV in die Halbzeitpause, auch weil Malina an Verdens Torwart Keno Rodel scheiterte und Fred Mc Mensah sowie Hady El-Saleh zwei Chancen vergaben. „In der ersten Halbzeit hat mir einiges nicht gefallen. Wir hatten zu viele Fehlpässe, das haben wir in der Kabine angesprochen“, sagte Trainer Kitar. Seine Worte fruchteten. Malina tankte sich nach einer Stunde an der Grundlinie durch und seinen Pass lenkte der Verdener Saul ins eigene Tor. Da war wieder dieses freche Früchtchen. Apropos: Malina hat sogar einen Bezug zu Früchten. Aus dem Serbischen übersetzt heißt Malina „die Himbeere“ und die ist ja als Superfrucht bekannt. Und Malina verfügte an diesem Tag gefühlt auch über die Superkräfte der Superfrucht. Er zog nach 72 Minuten aus 16 Metern trocken ab und sein Schuss landete im Eck des Verdener Tores. Mit dem 4:1 war das Spiel entschieden.

Der VfV hat wieder einen Torjäger: Himbeere Louis Malina (links) erzielte gegen Verden bereits seinen vierten Saisontreffer.

Drei Minuten später setzte Mahdi Biso noch das 5:1 obendrauf. Am Ende wäre sogar noch ein höherer Sieg möglich gewesen, aber Biso und Gudra verpassten weitere Treffer. Die Hildesheimer ließen sich nach dem Schlusspfiff von der Stehplatztribüne feiern, auch wenn nach der Delmenhorst-Niederlage das ein oder andere bekannte Gesicht vermisst wurde. Gäste-Trainer Tim Ebersbach gestand nach dem Spiel die Niederlage fair ein: „Der VfV hat eine richtig gute Fußballkultur. Das hat man heute gesehen.“Kitar nahm die Lobeshymne mit einem Schmunzeln entgegen. „Vielen Dank für die Blumen, der Sieg ist sicher verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit viel besser gespielt haben“, sagte der Trainer. Der VfV macht durch den Erfolg einen Sprung in der Tabelle und ist nun Fünfter. Am kommenden Wochenende müssen die Hildesheimer bei Aufsteiger TSV Wetschen antreten. Hoffentlich wieder mit den Superkräften von „Himbeere“ Louis Malina.

Verdienter Lohn: Die VfV-Spieler lassen sich von den Fans feiern.