Erfurt/Hildesheim. Die Deutschen Jugendmeisterschaften der U19 in Erfurt sorgten in diesem Jahr für zahlreiche Überraschungen. In einem außergewöhnlich ausgeglichenen Teilnehmerfeld mussten gleich mehrere Nationalspieler bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Zu ihnen gehörte auch der 16-jährige Hildesheimer Maris Miethe vom Drittligisten TTS Borsum, der sich mit einer starken Platzierung für eine Nominierung zu den Europameisterschaften empfehlen wollte.

Titelbild: Skeptische Blicke in der Satzpause – Maris Miethe mit Doppelpartner Alexander Uhing

Die Ausgangslage für Maris war allerdings alles andere als einfach. Er erwischte eine der stärksten Vorrundengruppen des Turniers. Bereits in seinem Auftaktspiel gegen den unorthodox spielenden Materialspezialisten Jannis Würzberger aus Baden-Württemberg schien der Hildesheimer lange auf Siegkurs. Nach zweimaliger Satzführung und einem deutlichen Vorsprung im Entscheidungssatz verlor er jedoch den Faden und musste sich nach einer nervenaufreibenden Partie mit 8:11 im fünften Satz geschlagen geben.

Damit stand er bereits früh unter Druck, denn mit Lukas Wang aus dem Saarland und Friedrich Kühn von Burgsdorff aus Nordrhein-Westfalen warteten zwei weitere Topspieler auf ihn. Gegen Wang, einen der besten europäischen U15-Spieler und mehrfachen Deutschen Meister, zeigte der Niedersachsen-Auswahlspieler anschließend eine beeindruckende Leistung. Mit mutigem Angriffsspiel und enormem Tempo dominierte er viele Ballwechsel, hatte jedoch das Glück nicht auf seiner Seite. Sowohl den ersten als auch den entscheidenden fünften Satz verlor Maris jeweils knapp mit 9:11 – begünstigt durch mehrere Netzroller seines Gegners.

Vor dem abschließenden Gruppenspiel bestand dennoch weiterhin die Chance auf das Weiterkommen. Dafür hätte Miethe seinen bisherigen Angstgegner Friedrich Kühn von Burgsdorff mit mindestens 3:1 bezwingen müssen. Gegen den an Position fünf gesetzten Drittligaspieler aus Hamm lieferte er über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe, konnte die Partie jedoch nicht mehr drehen und unterlag mit 1:3.

Erfolgreicher verlief das Turnier für den TTS-Youngster in den Nebenwettbewerben. Im Mixed sorgte er gemeinsam mit Elisa Meyer aus Tostedt für eine Überraschung, als das Duo in der ersten Runde die Paarung um den späteren zweifachen Titelträger Mio Lukas Wagner, ebenfalls TTS Borsum, ausschaltete.

Auch im Doppel überzeugte der Hildesheimer an der Seite von Alexander Uhing aus Hundsmühlen. Erst im Viertelfinale war Endstation. Gegen die an Nummer zwei gesetzte Paarung Matej Haspel und Friedrich Kühn von Burgsdorff fehlte beim 1:3 nur wenig zu einer Medaille. Die ersten beiden Sätze gingen jeweils denkbar knapp mit 9:11 verloren.

Trotz der Enttäuschung über das frühe Ausscheiden im Einzel überwiegt beim 16-Jährigen der Blick nach vorn. Nach starken Leistungen auf Bundesebene und in der 3. Bundesliga wartet bereits die nächste große Herausforderung. Nach den Sommerferien beginnt für den Gymnasiasten ein neuer Lebensabschnitt: In Abstimmung mit seinen Trainern wird Miethe den Fokus künftig noch stärker auf seine sportliche Entwicklung legen. Statt die schulische Laufbahn fortzusetzen, absolviert er am Bundesstützpunkt Hannover einen Bundesfreiwilligendienst im Leistungssport.

Durch zusätzliche Trainingseinheiten in verschiedenen Leistungsgruppen bundesweit soll der Nachwuchsspieler künftig regelmäßig mit noch stärkeren Gegnern trainieren. Ziel ist es, sein großes Potenzial weiter auszuschöpfen und den nächsten Schritt auf dem Weg in Richtung Profisport zu machen.