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„Auf beiden Seiten des Tisches“ – MagentaTV zeigt die außergewöhnliche Geschichte des 19-jährigen Borsumers.
Mio Lukas Wagner im Einsatz bei den Europameisterschaften U 19 in Portugal. Foto: Manfred Schillings
(rik) Für Mio Lukas Wagner beginnt in diesen Tagen ein ganz besonderes Kapitel – und diesmal steht nicht allein das sportliche Geschehen an der Tischtennisplatte im Mittelpunkt. Der 19-jährige Neuzugang des Drittligisten TTS Borsum ist Hauptperson der 40-minütigen Dokumentation „Auf beiden Seiten des Tisches“, die am Freitag, 18. September, um 22.10 Uhr bei MagentaTV Premiere feiert.
Der von der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen produzierte Film begleitet einen jungen Leistungssportler, dessen Karriere in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist. Wagner bewegt sich auf höchstem Niveau in zwei sportlichen Welten: im Para-Tischtennis und gleichzeitig im olympischen Regelsport gegen Spieler ohne Behinderung.
Mio Wagner wurde mit einer Radiusaplasie geboren. Ihm fehlt die Speiche im rechten Arm, zudem ist seine rechte Körperhälfte schwächer ausgeprägt. Davon ließ sich der Linkshänder auf seinem sportlichen Weg jedoch nicht aufhalten. Schon früh entwickelte sich Tischtennis für ihn zu weit mehr als nur einer Freizeitbeschäftigung.
Inzwischen gehört Wagner im Para-Tischtennis zu den besten Nachwuchsspielern Europas. Gleichzeitig hat er sich auch im Regelsport bis in den Nachwuchskader des Deutschen Tischtennis-Bundes gespielt. Wie außergewöhnlich dieser Spagat ist, zeigte sich nicht zuletzt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2026 in Erfurt: Dort wurde Wagner im U19-Bereich Deutscher Meister im Einzel und im Doppel.
Seit 2022 lebt und trainiert Wagner am Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf. Dort befindet er sich täglich in einem leistungsorientierten Umfeld mit den besten deutschen Nachwuchsspielern. Die Dokumentation zeigt jedoch nicht nur Medaillen, Siege und Trainingseinheiten. Sie beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, welche Belastungen daraus entstehen, gleichzeitig zwei unterschiedlichen Leistungssportsystemen anzugehören.
Genau darin liegt die besondere Geschichte des jungen TTS-Spielers. Während Wagner im Para-Sport bereits zur internationalen Spitze seiner Wettkampfklasse zählt, muss er sich im Regelsport immer wieder neu gegen starke Konkurrenz behaupten. Die Sportstiftung NRW beschreibt diesen Weg als sportliche und persönliche Herausforderung – verbunden mit der Frage, welchen Schwerpunkt Wagner in Zukunft setzen wird.
Unterstützung und Orientierung erhält er dabei unter anderem von Markus Rehm. Der fünffache Paralympics-Sieger kennt aus eigener Erfahrung den Spagat zwischen Para- und Regelsport und kommt ebenfalls in der Dokumentation zu Wort.
Auch beim TTS Borsum verfolgt man die Entwicklung seines jungen Neuzugangs mit großem Interesse. Wagner gehört zu jener neuen Spielergeneration, mit der der Drittligist seinen eingeschlagenen Weg der Verjüngung fortsetzen will. Dass nun ein Spieler aus dem Borsumer Kader im Mittelpunkt einer bundesweit ausgestrahlten Dokumentation steht, verleiht seiner Geschichte zusätzliche Aufmerksamkeit weit über den Tischtennissport hinaus.
Die endgültige Entscheidung, welchen sportlichen Weg Wagner langfristig einschlagen wird, nimmt der Film nicht vorweg. Der 19-Jährige selbst bringt sein wichtigstes Ziel auf einen einfachen Nenner: Er möchte sein Potenzial ausschöpfen.
Nach der Premiere am Freitag um 22.10 Uhr zeigt MagentaTV die Dokumentation am Samstag, 19. September, um 19.30 Uhr erneut. Ab Samstag ist „Auf beiden Seiten des Tisches“ außerdem auf dem YouTube-Kanal der Sportstiftung NRW verfügbar. Sowohl bei MagentaTV als auch auf YouTube kann die Dokumentation anschließend kostenlos „on demand“ angesehen werden.
