Mit dieser Entwicklung hatte rund um den TuSpo Lamspringe kaum jemand gerechnet.

Titelbild: Eileen Stiehler

Nur wenige Tage nach dem Saisonende gehen der Verein und Trainer Mark Braun überraschend getrennte Wege. Der Bezirksligist bestätigte am Mittwochabend die Trennung und kündigte gleichzeitig einen sportlichen Neuanfang auf der Trainerposition an.

In einer Vereinsmitteilung heißt es: „Im Zuge der Planungen für die kommende Saison hat sich der TuSpo Lamspringe dazu entschieden, auf der Trainerposition der 1. Herren einen sportlichen Neuanfang einzuleiten. In diesem Zusammenhang werden die Wege des Vereins und von Trainer Mark Braun künftig getrennt verlaufen.“

Besonders überraschend: Noch vor wenigen Tagen schien eine Fortsetzung der Zusammenarbeit durchaus möglich. In einem Zeitungsinterview hatte Braun über die schwierige personelle Situation gesprochen und erklärt, dass ihm aktuell lediglich zwölf Spieler plus einige Akteure aus der zweiten Mannschaft für die kommende Saison zur Verfügung stünden. Gleichzeitig betonte er, dass er sich bis Ende der Woche Zeit für eine Entscheidung über seine Zukunft nehmen wolle und das auch er gewisse Ansprüche habe.

Diese Aussagen sorgten offenbar für Irritationen innerhalb des Vereins. Spartenleiter Lars Liensdorf betont jedoch, dass der Artikel ein Grund war, jedoch auch andere Aspekte nicht mehr gepasst haben. Er erklärt gegenüber Sportnews, dass in Lamspringe der zukünftige Weg jetzt noch mehr über den eigenen Nachwuchs und die Integration eigener Jugendspieler in den Herrenbereich gehen soll.

Gegenüber Sportnews Hildesheim schildert Braun seine Sicht der Dinge: „Ich will da gar nicht mehr groß nachledern. Ich kann den Vorstand verstehen, dass sie den Artikel so aufgenommen haben und jetzt so entschieden haben. Aber es ist extrem unglücklich, dass ich dort so falsch verstanden wurde.“

Der Trainer betont, dass er sich eine Fortsetzung seiner Arbeit in Lamspringe durchaus vorstellen konnte. „Ich hätte gerne in Lamspringe weitergemacht. Wir mussten aber noch abwarten, wie sich unsere Situation entwickelt. Ich war schon in der Planung für die neue Saison, aber dann hat mir der Verein mitgeteilt, dass es nicht mit mir weitergeht.“

Vor allem die Darstellung seiner Aussagen ärgert Braun bis heute. „Die Mitteilung aus der Presse wurde völlig aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert. Die Situation hätte in alle Richtungen kippen können, wir hätten aber alle Situationen zusammen diskutieren müssen. Dadurch kam es dann aber durch den am Montagabend veröffentlichten Artikel nicht mehr.“

Auch für Co-Trainer Ayman El-Trabulsi kam die Entwicklung überraschend. Zwischen ihm und Braun gebe es weiterhin keinerlei Probleme und beide bleiben privat gute Freunde

„Zwischen mir und Mark ist weiterhin alles gut. Der Genickbruch war der Zeitungsartikel von Montagabend. Der Vorstand musste reagieren, wenn sowas in der Zeitung steht. Es haben jedoch auch andere Faktoren mit hereingespielt“, erklärt El-Trabulsi.

Der bisherige Co-Trainer macht deutlich, dass die Trennung keine sportlichen Gründe hatte. „Für mich stand direkt fest: Wenn sie Mark wegen sportlichen Sachen entlassen, dann gehe ich mit.“

El-Trabulsi neuer Cheftrainer

Trotz der Turbulenzen bleibt El-Trabulsi dem Verein erhalten und wird künftig die Rolle des Cheftrainers übernehmen. Die Zusammenstellung des Trainerteams für die kommende Saison befindet sich derzeit noch in der Abstimmung. Der Verein arbeitet daran, die personellen Weichen für die neue Spielzeit zeitnah zu stellen und wird über weitere Entscheidungen informieren. Zudem soll es eine Zusammenarbeit mit dem FSV Schöningen geben. Ludger Tusch wird den TuSpo unterstützen, wenn El-Trabulsi verhindert ist.

Der neue Cheftrainer blickt trotz der ungewöhnlichen Umstände optimistisch nach vorne. „Ich hatte eh schon zugesagt gehabt. Ich komme mit allen Spielern richtig gut klar“, sagt El-Trabulsi. Gleichzeitig betont er, dass es keinerlei böses Blut gebe. „Mark wünscht mir und dem TuSpo Lamspringe alles Gute für die neue Saison.“

Nach dem Abstieg in die Kreisliga beginnt beim TuSpo Lamspringe nun ein neues Kapitel. Die vergangene Saison war weniger von Höhen und Tiefen geprägt als vielmehr von einer fehlenden Durchschlagskraft im Angriff und zu wenigen erzielten Toren, um den Klassenerhalt zu sichern. Der Verein akzeptiert den Abstieg, nimmt die Herausforderung Kreisliga an und möchte den eingeschlagenen Weg mit einer klaren sportlichen Ausrichtung sowie einer stärkeren Einbindung des eigenen Nachwuchses konsequent fortsetzen. Während Mark Braun den Verein verlässt, soll Ayman El-Trabulsi künftig mit viel Herzblut an der Seitenlinie stehen und die Mannschaft in die neue Spielzeit führen.