Die SG Börde fuhr am Samstagabend in einem turbulenten Spiel zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ein.

So ein Spiel sieht man auch nicht alle Tage. Beim wichtigen 33:25-Heimsieg der SG Börde Handball verteilte das Schiedsrichter-Duo Henniges / Klinkermann gleich sechs Rote Karten. Am Ende blieben die zwei Punkte dennoch in der Schellerter Sporthalle.

Der Start in das Spiel gegen den Tabellenfünften TuS Rotenburg lief für die Börde-Adler optimal, denn nach einem Fünf-Tore-Lauf stellte die SG von 5:3 auf 10:3 (12.). Zudem sah Rotenburgs Michel Misere nach einem Foulspiel die rote Karte. Doch nur eine Minute später traf es auch die Börde-Handballer, denn Torhüter Finn Arlt traf nach einer Parade einen im Torraum liegenden Spieler mit dem Bein, was die Schiedsrichter als Tätlichkeit und Nachtreten interpretierten. Eine harte und zweifelhafte Entscheidung. In der Folge hielten die Gastgeber den TuS weiter auf Distanz, zudem erhielt Rotenburg in Person von Phil Geisler eine weitere Disqualifikation, als er Lothar von Hermanni bei einem Wurf von Linksaußen am Fuß traf. So gingen die Börde-Adler mit einer deutlichen und komfortablen 17:10-Pausenführung in die Kabinen.

Jedoch misslang der Start in den zweiten Spielabschnitt und die Führung schmolz aufgrund von Fehlwürfen sowie technischen Fehlern im Angriff dahin. Die Rotenburger verkürzten nach vier Toren in Folge auf 19:17. So sahen die Zuschauer erstmals ein ausgeglichenes Spiel, in welchem die SG zwar knapp in Führung blieb, aber verpasste diese wieder auszubauen. Börde schwächte weiter sich selbst, als zuerst Simon Hümpel seine dritte Zeitstrafe sah (41.), ehe Jirka Strube bei einer Abwehraktion zu spät kam, einen Spieler der Gäste bei einem freien Wurf hinderte und ebenfalls die restliche Spielzeit von der Tribüne aus verfolgen musste (46.). Doch davon ließen die Börde-Adler sich nicht beirren. In der Schlussphase gelang es dem Team von Coach Dennis Bühn einfache Tore zu erzielen und so spät das Spiel zu entscheiden. Auch weil Keeper Jan Zieseniß im Tor einige Paraden zu verzeichnen hatte und so die Gäste zum Verzweifeln brachte. Zweimal Henrik Froböse und einmal Niklas Kaufmann in das leere Tor der Gäste sorgten rund vier Minuten vor Ende für eine 29:24-Führung. Das Rote-Karten-Festival hörte allerdings nicht auf und so sah Froböse die sechste Rote Karte im Spiel. Am Ende schraubte Jens Keuntje das Ergebnis nochmal in die Höhe, sodass ein 33:25-Sieg auf der Hallenuhr stand.

Nach neun Spielen ohne Sieg sind diese zwei Punkte für die Börde-Adler mit ihrem Neu-Coach Bühn immens wichtig, um weiterhin die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Zwar steht man mit 7:21-Punkten noch auf einem Abstiegsplatz, jedoch schrumpfte der Abstand zu den rettenden Plätzen.
Für die kommenden Aufgaben macht nicht nur der Heimerfolg Mut, denn mit Jan Zieseniß, Niklas Kaufmann und Jacob Bertram gaben drei Spieler nach längerer Verletzungspause ihr Comeback, sodass der Kader wieder breiter aufgestellt ist. Nächsten Samstag will die SG bei der Zweitvertretung des TuS Vinnhorst weitere Punkte einfahren.

Tore: Jens Keuntje (7), Niklas Kaufmann (6), Fiete Lesemann (5), Kenny Blotor (4), Lothar von Hermanni (3), Jirka Strube, Simon Hümpel und Henrik Froböse (je 2), Steffen Ratzke und Jacob Bertram (je 1).