Vorletzter Spieltag in der Kreisliga, der jedoch im Aufstiegs- sowie Abstigeskampf für einige Entscheidungen sorgen kann.

Macht Drispenstedt den Aufstieg perfekt? Die Lage in der oberen Tabellenhälfte:

Während der Meisterschaftskampf bereits entschieden ist, stehen in der oberen Tabellenhälfte dennoch wichtige Weichenstellungen bevor. Der SV RW Ahrbergen hat sich den Aufstieg am vergangenen Wochenende bereits gesichert und geht als Tabellenführer mit 62 Punkten in die letzten beiden Saisonspiele. Für den Spitzenreiter geht es nun darum, die starke Saison mit Platz eins zu krönen, wenn sie beim PSV gastieren.
Spannend bleibt dagegen das Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz. Der SC Drispenstedt liegt mit 59 Punkten auf Rang zwei und kann am vorletzten Spieltag den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen. Mit einem Erfolg gegen den 1. FC Sarstedt würden die Drispenstedter den entscheidenen Schritt machen und könnten bereits vor dem letzten Spieltag Gewissheit haben.
Hinter den beiden Aufstiegsrängen hat sich der FC Concordia Hildesheim mit 51 Punkten auf Platz drei etabliert. Punktgleich folgt der FSV Algermissen, der allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. Während für alle Teams nur noch sechs Punkte zu vergeben sind, kann Algermissen sogar noch neun Zähler holen und damit theoretisch noch bis auf 60 Punkte kommen, was eine kleine aber eher unrealistische Aufstiegschance mit sich bringt. Das direkte Duell gegen SV Alfeld II könnte daher richtungsweisend für den Kampf um die bestmögliche Platzierung im oberen Tabellendrittel werden.
Ebenfalls eine starke Saison spielt die SV Alfeld II auf Rang fünf mit 48 Punkten. Die Mannschaft kann mit einem Erfolg in Algermissen den Abstand nach oben verkürzen, ihre Position in der Spitzengruppe festigen und die 50-Punkte-Marke erreichen. Dahinter lauert der 1. FC Sarstedt mit 46 Punkten, der beim Tabellenzweiten in Drispenstedt vor einer anspruchsvollen Aufgabe steht. Für die Sarstedter geht es noch um eine Platzierung in der Top fünf.

Mittelfeld-Teams können befreit aufspielen

Im Tabellenmittelfeld gehen der TSV Föhrste, TuS Lühnde, TSV Deinsen und die SSV Elze am vorletzten Spieltag jeweils mit gesicherter Ausgangslage in ihre Partien und können die letzten Aufgaben der Saison befreit angehen.

Für den TSV Föhrste steht das Auswärtsspiel in Deinsen an. „Man kann rechnen wie man will, dadurch, dass Nordstemmen und PSV das direkte Duell haben, ist es rechnerisch nicht mehr möglich“, so David Paasche zum gesicherten Klassenerhalt. Entsprechend könne die Mannschaft „befreit aufspielen“, weiß aber um die Schwere der Aufgabe: „Nichtsdestotrotz ist es in Deinsen ein schwieriges Auswärtsspiel.“ Nach der letzten Partie sei klar: „Wir haben gegen Elze leider nur eine gute Halbzeit gespielt, das reicht leider nicht.“ Deshalb brauche es laut Paasche mehr Kampf und Einstellung. Auch für den TSV Deinsen geht es nur noch um eine endgültige Platzierung zwischen den Rängen acht bis zwölf.

Auch die SSV Elze geht ohne Abstiegssorgen ins Heimspiel gegen Sorsum. „Dadurch, dass am letzten Spieltag Nordstemmen gegen PSV spielt, wird eine Mannschaft von den beiden definitiv hinter uns sein“, erklärte Timo Hauptmann. Deshalb gilt: „Rechnerisch ist es nicht mehr möglich, dass wir absteigen können.“ Der Fokus liegt auf einem guten Heimauftritt: „Am Sonntag können wir gegen Sorsum daher befreit aufspielen.“ Gleichzeitig ist klar: „Personell wird es wegen Verletzungen, Gelbsperren und teilweise auch Urlauben etwas angespannter.“ Trotzdem überwiegt die Stimmung: „Die Jungs haben Spaß und wollen das Beste rausholen. Sie freuen sich, zwei Spiele ohne Druck zu spielen“, Hauptmann abschließend. Auch der TuS Lühnde geht gesichert in die letzten zwei Spiele. Die Lühnder empfangen die Spvgg. Hüdd-Machtsum.

Spieltag der Entscheidungen im Tabellenkeller?

Im Tabellenkeller spitzt sich die Lage zwei Spieltage vor Saisonende weiter zu. Besonders viel Brisanz verspricht das direkte Duell zwischen dem VfL Nordstemmen und VfV Borussia 06 Hildesheim II. Die Gäste reisen als Tabellenletzter an, Nordstemmen liegt nur zwei Punkte davor. Entsprechend spricht VfV-Trainer Jane Zlatkov von einem „Sechs-Punkte-Spiel“, bei dem „fast alles“ auf dem Spiel stehe. Trotz Nebengeräuschen rund um die Neuansetzung gegen Algermissen, bei welchem der VfV drei Punkte abgezogen bekam, richtet er den Fokus klar auf das Sportliche: „Wir müssen gucken, dass wir unsere Hausaufgaben jetzt machen.“ Seine Mannschaft wolle „die aktivere Mannschaft sein, viel Ballbesitz haben“.

Auch Nordstemmen ist sich der Bedeutung bewusst. Trainer Christian Knöbl blickt auf sehr unterschiedliche Auftritte zurück: „Das waren vom Auftreten her zwei grundverschiedene Nordstemmer Mannschaften.“ Nach dem schwachen Spiel gegen Achtum und dem Sieg gegen Sarstedt gehe es nun um Konstanz. „Wir werden die letzten beiden Begegnungen wie Endspiele angehen und 180 Minuten alles für den Klassenerhalt reinwerfen“, so Knöbl, der trotz Ausfällen unbedingt punkten will.

Mit ähnlichen Vorzeichen geht auch der RSV Achtum in die letzten beiden Saisonspiele. Die Achtumer gastieren bei FC Concordia Hildesheim und wissen, dass im Tabellenkeller jeder Punkt von großer Bedeutung ist. Trainer Godehard Hecke blickt dabei nur bedingt auf die Konkurrenz. Zwar hätten die Ergebnisse des vergangenen Spieltags seiner Mannschaft „definitiv nicht in die Karten gespielt“, dennoch sei die Ausgangslage klar. „Es hilft aber nicht, auf die anderen zu schauen, die Punkte müssen wir am Ende selber holen“, betont Hecke. Unterstützung von anderen Plätzen nehme man zwar gerne mit, darauf verlassen wolle sich der RSV jedoch nicht: „Sollten die anderen für uns spielen, ist das ein netter Bonus“, so Hecke.

Ebenfalls vor einer schwierigen Aufgabe steht der PSV GW Hildesheim, der den bereits feststehenden Meister SV RW Ahrbergen empfängt. PSV-Trainer Frank Leitermann gratuliert den Gästen zunächst zum „absolut verdienten Aufstieg“, sieht sein Team aber keineswegs chancenlos. Nach dem wichtigen Erfolg gegen Deinsen habe der PSV weiterhin „alles selbst in der Hand“. Selbst mögliche Veränderungen in der Ahrbergener Startelf würden die Aufgabe aus seiner Sicht nicht leichter machen: „Das sind dann Jungs, die besonders hungrig sind.“ Gleichzeitig erinnert Leitermann daran, dass seine Mannschaft bereits mehrfach bewiesen habe, mit Spitzenteams mithalten zu können. Seine Botschaft vor dem Heimspiel ist daher klar: „Zu Hause ist alles möglich.“