Der 7. Spieltag der Bezirksliga hatte auch am Sonntag einiges zu bieten. Nachdem bereits zwei Partien am Freitagabend ausgetragen worden waren, standen am Sonntag sechs weitere Begegnungen auf dem Programm.

SV Türk Gücü Hildesheim – TSV Giesen 3:4 (0:2).

Der TSV Giesen hat sich in einer turbulenten Schlussphase drei Punkte beim Tabellenführer Türk Gücü Hildesheim gesichert. Die Giesener waren im ersten Durchgang die bessere Mannschaft und starteten druckvoll. Türk Gücü kam zunächst kaum zu Entlastungsangriffen, allerdings fehlten den Gästen zunächst die zwingenden Torchancen. In der 33. Minute fiel dann die verdiente Führung. Nach einer Balleroberung zog Giesens Kapitän Tim Fricke aus rund 16 Metern ab und traf flach zum 0:1. Kurz darauf verpasste Felix Bielicke das zweite Tor nur knapp. Nach einer Flanke von Marco Czauderna setzte er einen Kopfball aufs Tor, doch ein Türk-Gücü-Spieler konnte den Ball noch auf der Linie klären. Mit dem Halbzeitpfiff legte Giesen nach. Nach einem Steckpass war Johannes Eike frei durch und ließ sich die Chance nicht nehmen – 0:2.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zunächst. Dann kam Türk Gücü zurück ins Spiel. In der 60. Minute bekamen die Gastgeber einen aus Giesener Sicht glücklichen Elfmeter zugesprochen, den Valdrin Berisha zum 1:2 verwandelte. Giesen hatte allerdings umgehend die passende Antwort. Nach einem langen Ball blieb Felix Bielicke cool, umkurvte den Torwart und schob zum 1:3 ein. Dabei hatte Giesen Glück, denn Bielicke stand beim Zuspiel offenbar im Abseits. Doch direkt im Gegenzug verkürzte Türk Gücü erneut. Giesens Torwart Marcell Gatzemeyer hatte einen langen Ball eigentlich bereits sicher, ließ ihn jedoch wieder fallen. Hajrush Halimi sagte danke und schob zum 2:3 ein. Es wurde nun zunehmend hektisch. In der 77. Minute sah Türk-Gücü-Spieler Ahmad Taha Bash nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Trotz Unterzahl kamen die Gastgeber in der 81. Minute sogar zum Ausgleich. Nach einem langen Ball von Nils Kirchhoff wollte Gatzemeyer klären, rutschte dabei aber aus. Fabrice Hatungimana nutzte die Situation und traf zum 3:3. Giesen drängte anschließend auf den Siegtreffer und wurde spät belohnt. Nach einem Freistoß von Lennart Fiech war Maximilian Schulz zur Stelle und erzielte in der Nachspielzeit den 4:3-Siegtreffer. Ein glücklicher, aufgrund des Spielverlaufs aber verdienter Auswärtssieg für die Giesener. „Wir haben es unnötig spannend gemacht. Am Ende ist der Sieg verdient“, sagte Giesens Trainer Laurin Paris nach dem Spiel.

Giesener freuen sich am Ende über einen knappen Auswärtssieg bei Türk Gücü. Fotos: Daniel Horst

SV Ambergau Bockenem – SV RW Ahrbergen 6:1 (4:0).

Mit 6:1 setzte sich die Mannschaft gegen den SV RW Ahrbergen durch und feierte damit gleichzeitig den ersten Pflichtspielsieg der Saison nach 90 Minuten. Die Partie war von Beginn an eine einseitige Angelegenheit. Bockenem machte Druck und ließ Ahrbergen kaum zur Entlastung kommen. In der 14. Minute brachte Finn Bremer die Gastgeber in Führung. Nach starker Vorarbeit von Luca Sztyndera, der sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und Bremer bediente, zog dieser in die Mitte und schlenzte den Ball zum 1:0 ins Tor. Das 2:0 fiel in der 23. Minute. Nach einem langen Ball konnte Ahrbergen nicht konsequent klären. Fabien Serwatke blieb vor dem Tor cool und lupfte den Ball über den Torwart. Nur zwei Minuten später erhöhte Jannis Krebs nach erneuter Vorarbeit von Sztyndera auf 3:0. Kurz vor der Pause legte Bockenem noch einen Treffer nach. Nach einem Freistoß stand Philipp Strohecker richtig und sorgte für das 4:0.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber dominant. In der 61. Minute traf Bremer nach Vorlage von Serwatke zum 5:0. Ahrbergen kam anschließend zwar noch zum Ehrentreffer nach einem langen Ball, doch Bockenem stellte in der Schlussphase den alten Abstand wieder her. Nach einem Eckball von Simon Lehmann fiel das 6:1. „Ein in der Höhe völlig verdienter Heimsieg“, sagte Bockenems Sportlicher Leiter Philipp Scholz. „Wir hätten sehr viel höher gewinnen müssen. Das waren schon einige 200-prozentige Dinger. Aber am Ende stehen drei Punkte, fünf Plus-Tore und der erste Saisonsieg – und das ist das Wichtigste.“ Für die Volkis war es ein wichtiger Befreiungsschlag. Bereits am Dienstag geht es gegen Ochtersum weiter.

SV Newroz Hildesheim – VfL Borsum 0:0.

Der VfL Borsum hat beim SV Newroz Hildesheim einen Punkt erkämpft. Die Partie endete torlos, obwohl Newroz über weite Strecken deutlich mehr vom Spiel hatte. Schon vor dem Anpfiff gab es eine Besonderheit: Von den beiden angesetzten Linienrichtern erschien lediglich einer. Der Schiedsrichter musste die Begegnung daher ohne Linienrichter leiten. Auf dem Platz dominierte Newroz anschließend das Geschehen. Die Gäste konzentrierten sich angesichts einer dünnen Personaldecke, unter anderem fehlte Leon Heesmann, vor allem auf die Defensive. „Wir haben uns auf das Verteidigen beschränkt. Newroz hatte 80 Prozent Ballbesitz. Wir haben aber bis auf ein Abseitstor nach einem Lattenkracher nichts zugelassen“, erklärte Markgraf. Gleichzeitig boten sich Borsum bei Umschaltsituationen sogar drei gute Möglichkeiten, bei denen die Gäste jeweils alleine vor dem Tor auftauchten. Ein Treffer wollte allerdings nicht fallen. „Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen. Super Einsatz, wir haben uns den Punkt verdient erkämpft“, so Markgraf. In der Nachspielzeit sah Newroz-Spieler Aleksejs Petrovs noch die Gelb-Rote Karte.

SCM Bodenwerder – TuSpo Schliekum 1:4 (0:2)-

Die TuSpo Schliekum hat einen verdienten Auswärtssieg beim SCM Bodenwerder gefeiert. Die Gäste erwischten einen perfekten Start und gingen bereits nach wenigen Sekunden in Führung. Nach einem Zuspiel von Amadou Sayon in die Mitte nahm Can-Christopher Cagrici den Ball mit dem Knie mit und traf anschließend per Drehschuss zum 0:1. In der 16. Minute legte Cagrici nach und schnürte den Doppelpack. Vincent Klahr steckte auf Sayon durch, der uneigennützig querlegte. Cagrici musste nur noch einschieben. Anschließend entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit viel Mittelfeldarbeit. „Robuste Zweikampfführung von beiden Teams“, beschrieb Schliekums Trainer Daniel Bothe die Begegnung.

Nach der Pause wurde Bodenwerder offensiver, ohne sich zunächst klare Möglichkeiten herauszuspielen. In der 68. Minute fiel dann aber der Anschluss. Über Umwege landete der Ball bei Suleman Danjuma, der aus abseitsverdächtiger Position zum 1:2 traf. Schliekum ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und hatte die passende Antwort parat. Nach einer Ecke kam der Ball zu Ayman Ghaffar, der in der 76. Minute auf 3:1 erhöhte. „Da haben wir ihnen den Stecker gezogen“, sagte Bothe. In der Schlussphase sorgte Sayon nach einem weiteren Eckball per Kopf für den 4:1-Endstand. „Verdienter Sieg“, lautete das Fazit des Schliekumer Trainers.

SC Harsum – TuS GW Himmelsthür 3:1 (0:0).

Der SC Harsum hat sich gegen defensiv eingestellte Himmelsthürer einen 3:1-Heimsieg erarbeitet. Die Gastgeber hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, mussten allerdings lange auf den ersten Treffer warten. Harsum kontrollierte die Partie und kam zu einigen Möglichkeiten. Die beste Chance im ersten Durchgang hatte Niklas-Dominik Schröder, doch ein Treffer wollte zunächst nicht fallen. Himmelsthür lauerte vor allem auf Umschaltmomente.

Nach dem Seitenwechsel gingen dann überraschend die Gäste in Führung. Jan Emile Wanner traf in der 51. Minute zum 0:1. Anschließend zog sich Himmelsthür noch weiter zurück, während Harsum zunehmend Druck aufbaute. In der 72. Minute belohnten sich die Gastgeber. Niklas-Dominik Schröder fasste sich aus rund 23 Metern ein Herz und traf per Dropkick zum 1:1. Harsum wollte nun mehr und wurde in der Schlussphase belohnt. Nach einem Eckball von Tim Wohlfahrt stieg Christopher Grützner am höchsten und köpfte in der 86. Minute zum 2:1 ein. Für die endgültige Entscheidung sorgte David Brinkmann in der 90. Minute. Nach Vorarbeit von Noel David Klann machte er den 3:1-Heimsieg perfekt. „Dreckiger Sieg, den wir sehr gerne mitnehmen. Jetzt freuen wir uns auf Mittwoch, dort geht es gegen Eldagsen“, sagte Harsums Sportlicher Leiter Sven Salchow.

SV Alfeld – SC Drispenstedt 5:4 (4:0).

Neun Tore, zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten und am Ende ein Alfelder Sieg: Die SV Alfeld hat den SC Drispenstedt mit 5:4 bezwungen und dabei beinahe eine komfortable 5:1-Führung aus der Hand gegeben. Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Die erste dicke Chance gehörte den Gästen, doch der Pfosten bewahrte Alfeld vor dem Rückstand. Danach übernahmen die Grün-Weißen jedoch zunehmend die Kontrolle und entwickelten viel Druck nach vorne. In der 20. Minute brachte Felix König die Gastgeber per Elfmeter in Führung. Zuvor war Finn König im Strafraum gefoult worden. Nur zwei Minuten später erhöhte Alexander Delzer nach schöner Vorarbeit von Jonathan Köps auf 2:0. Alfeld blieb am Drücker und legte nach. Daniel Weiß traf nach Vorarbeit von Felix König zum 3:0, ehe König selbst kurz vor der Pause seinen zweiten Treffer erzielte. Mit dem 4:0 ging es in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Alfeld zunächst weitere Chancen, verpasste es aber, die Partie endgültig zu entscheiden. Drispenstedt wurde zunehmend mutiger und kam durch Mahmud Siala in der 60. Minute zum 4:1. Die Alfelder hätten den alten Abstand anschließend mehrfach wieder herstellen können. Unter anderem scheiterten die eingewechselten Mithat Hammudoglu und Jan-Mika Bartetzko jeweils im Eins-gegen-Eins am Drispenstedter Torwart. Besser machte es erneut Felix König: Mit seinem dritten Treffer stellte er in der 71. Minute auf 5:1. Danach kam jedoch ein unerklärlicher Bruch ins Alfelder Spiel. Drispenstedt wurde aktiver, gewann zunehmend die Zweikämpfe und kämpfte sich zurück. Siala verkürzte nur eine Minute später auf 5:2, ehe Mahdy Kawar in der 75. Minute den dritten Drispenstedter Treffer erzielte. Als Faisel Rachidi in der 78. Minute nach einem Abpraller auf 5:4 stellte, war die Partie plötzlich wieder völlig offen. Alfeld schaffte es anschließend aber, wieder konsequenter zu verteidigen und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.

Für Diskussionen sorgte nach dem Spiel zudem ein von Drispenstedter Trainer Mahmud Siala geschilderter Vorfall kurz vor Schluss. Nach einem Foulspiel von Drispenstedts Kofi Kesse-Acquah an Felix König soll laut Siala ein Spieler von der Alfelder Bank über den Platz gerufen haben: „Was hat der Dunkelhäuti…“ – das Wort sei anschließend abgebrochen worden. Siala bewertet die Äußerung als rassistischen Vorfall und kritisierte zugleich, dass das Schiedsrichtergespann die Aussage nach seiner Darstellung nicht wahrgenommen habe. Der Drispenstedter Trainer erklärte außerdem, dass sich der betreffende Alfelder Spieler nach der Partie bei Kofi Kesse-Acquah entschuldigt habe. „Das Schlimmste daran ist: Nahezu jeder hat es gehört, nur wieder das Schirigespann nicht“, sagte Siala. Er kritisierte zudem, dass der Schiedsrichter nach dem Spiel angekündigt habe, einen Bericht zu dem Vorfall zu schreiben. Alfelds Coach Dennis Scholz zu der Situation: „Ich möchte den Vorfall weder kleinreden noch unnötig größer machen, als er aus meiner Wahrnehmung heraus war. Nach einem harten Foul an einen unserer Spieler kam es von einem unserer Auswechselspieler in der Emotion zu einer unangebrachten, begonnenen Äußerung in Richtung des gegnerischen Spielers. Die Wortwahl war nicht in Ordnung, unabhängig davon, wie sie gemeint war. Für mich ist aber auch wichtig, was unmittelbar danach passiert ist: Die beiden beteiligten Spieler haben die Situation nach dem Spiel persönlich und vernünftig miteinander geklärt, sich ausgesprochen und sich am Ende in den Arm genommen. Genau so sollte man aus meiner Sicht mit einer solchen Situation umgehen. Wir werden das selbstverständlich auch intern noch einmal ansprechen. Diskriminierende oder rassistische Äußerungen haben bei uns keinen Platz. Gleichzeitig kenne ich unseren Spieler und seine Haltung sehr gut und habe keinerlei Anlass, ihm aufgrund dieser Situation eine rassistische Einstellung oder Absicht zu unterstellen. Das ändert nichts daran, dass die gewählte Formulierung unangebracht war und wir das auch so mit ihm besprechen werden.“