Wenn das Wort Ära wo angebracht ist, dann in diesem Fall. Die SV Alfeld verabschiedete am letzten Spieltag gegen den SV BW Neuhof ihren Betreuer Bernard Fritsche nach 39 Jahren als Betreuer.

Es waren Bilder, die man auf dem Alfelder Sportplatz nicht alle Tage sieht. Nach dem 8:2-Heimsieg der SV Alfeld gegen den SV BW Neuhof flossen Tränen. Tränen des Abschieds, der Dankbarkeit und des Respekts. Im Mittelpunkt stand dabei ein Mann, der selbst nie gerne im Mittelpunkt steht: Bernard „Bernardo“ Fritsche.

Nach 39 Jahren als Betreuer der ersten Herrenmannschaft wurde die Vereinsikone offiziell verabschiedet. Ein Moment, der viele Spieler, Verantwortliche und Zuschauer emotional werden ließ. Denn mit Fritsches Abschied endet eine Ära bei der SV Alfeld.

Während Tore, Siege und Tabellenplätze häufig die Schlagzeilen bestimmen, gehörte Fritsche jahrzehntelang zu den stillen Helden im Hintergrund. Einer, der bei nahezu jedem Training seine geliebten Bälle abholte, an jedem Spieltag vor Ort war und sich unermüdlich für die Mannschaft einsetzte. Ein Ehrenamtlicher alter Schule, wie man ihn heute immer seltener findet.

Die Bedeutung des 73-Jährigen für den Verein zeigte sich bereits vor dem Anpfiff. Die Mannschaft lief in eigens angefertigten Sondertrikots auf. Auf der Vorderseite prangte ein „Danke Bernard“, auf dem Rücken trugen alle Spieler statt ihres eigenen Namens den Nachnamen „Fritsche“ in Kombination mit ihrer jeweiligen Rückennummer.

Auch nach dem Schlusspfiff stand nicht das sportliche Ergebnis im Vordergrund. Zwar sorgte das 8:2 gegen den SV BW Neuhof für einen gelungenen Saisonabschluss, die eigentliche Hauptperson des Tages war jedoch Bernardo. Noch vor dem Beginn der Begegnung wurde er mit einer Ansprache, Blumen und zahlreichen Präsenten überrascht.

SVA Kapitän Nikolas Flake (grünes Trikot), Spartenleiter Markus Hoffmann (Weißes Polo-Shirt) überreichen Bernard Fritsche einige seiner Abschiedsgeschenke vor dem Beginn der Partie. Foto: Roman Deinert.

Anschließend folgte der wohl emotionalste Moment des Tages. Die Mannschaft bildete einen großen Hüpfkreis um ihren langjährigen Betreuer, skandierte seinen Namen und feierte den Mann, der über Jahrzehnte ein unverzichtbarer Bestandteil der SV Alfeld war.

Dass dabei die ein oder andere Träne floss, überraschte niemanden. Zu groß sind die Verdienste von Fritsche für den Verein, zu viele Generationen von Spielern hat er begleitet, unterstützt und geprägt.

Mit seinem Rückzug hinterlässt Bernardo eine Lücke, die kaum zu schließen sein wird. Doch eines ist sicher: Seine Spuren werden bei der SV Alfeld noch lange sichtbar bleiben. Der 8:2-Sieg gegen Neuhof war dabei der perfekte sportliche Rahmen für einen Abschied, den in Alfeld so schnell niemand vergessen wird.

Das Alfelder Sondertrikot von hinten. Foto: Roman Deinert