Eintracht Hildesheim wird es wohl nicht in die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga schaffen. Gegen den abstiegsbedrohten Oranienburger HC kassierte HC eine 20:24-Heimniederlage und liegt nun sechs Punkte hinter Platz zwei.

Viele Fans von Eintracht Hildesheim haben schon kurz vor der Schlusssirene die Sparkassen-Arena verlassen. „Das grenzt an Arbeitsverweigerung“, war der Tenor der enttäuschten Besucher. Ihr Team war gerade auf dem besten Weg das Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Oranienburger HC zu vergeigen. Florian Billepp konnte in der 56. Minute zwar noch einmal auf 19:20 verkürzen, aber die Einträchtler hatten sich zuvor, wieder einmal, zu viele Fehlwürfe und technische Patzer geleistet. Auch, das Momentum, als Torwart Jan Wesemann kurz darauf einen Siebenmeter von Nicolai Jantzen parierte, half nicht. Ein Stürmerfoul von Billepp brachte die Gäste wieder in Ballbesitz und Rechtsaußen Julius Porath traf mit einem ganz frechen Dreher zum 19:21. Dieses Tor machte deutlich, dass die Gäste mit dem Druck des Abstiegskampfes umgehen können und Eintrachts Nervenkostüm nach den vergangenen negativen Wochen sehr dünn ist. Am Ende mussten die Hildesheimer eine 20:24-Niederlage hinnehmen. Damit träumen auch die kühnsten Optimisten nicht mehr von der Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Wenn man ehrlich ist, dann haben die Einträchtler nach dieser Leistung auch wirklich nichts in dieser Aufstiegsrunde zu suchen. Gegen die nun nicht überragend spielenden Brandenburger war bei HC so gut wie kein Aufbäumen zu erkennen. Bezeichnend war, dass Eintracht nur beim 1:0 in Führung lag. Bester Mann bei den Gästen war wenig überraschend Torwart Paul Porath, der etliche Paraden zeigte. Die Einträchtler machten es dem OHC-Keeper teilweise auch zu einfach. Beim Seitenwechsel führte der OHC nur mit 11:10. In der zweiten Halbzeit versuchte Eintracht-Trainer Daniel Deutsch vieles, nahm früh zwei Auszeiten, aber sein Team scheint aktuell nicht in der Lage zu sein, seine Bestform abzurufen. Die Gäste verdienten sich mit solidem Abwehrverhalten die wichtigen zwei Punkte im Abstiegskampf und vereinzelten Applaus der 1232 Zuschauer in der Sparkassen-Arena. Sehr zum Leidwesen von Eintracht-Nachbar Sportfreunde Söhre. Die Söhrer, von denen einige Spieler in der Halle waren, trauten ihren Augen nicht, als sie auf die Anzeigetafel blickten. Oranienburg hat Söhre durch den Sieg in der Tabelle überholt, aktuell stehen die Sportfreunde auf einem Abstiegsplatz und die Oranienburger sind über dem Strich. Alles in allem müssen sich die Hildesheimer Handballer nach diesen 60 Minuten auch Kritik gefallen lassen. Dieser Auftritt war einfach nur peinlich.

Oranienburger Matchwinner: Die Brüder Paul und Julius Porath (rechts) hatten maßgeblichen Anteil am überraschenden Auswärtssieg.