Hohen Besuch hatten die Helios Grizzlys Giesen bei ihrer 1:3-Niederlage gegen den VfB Friedrichshafen zu Gast. Zwei Nationaltrainer gaben sich am Sonntag in Hildesheim die Ehre.

In der Volleyball-Szene haben sich die Helios Grizzlys Giesen mittlerweile einen Namen gemacht. Am Sonntag war der ehemalige Champions-League-Sieger VfB Friedrichshafen in der Hildesheimer Sparkassen-Arena zu Gast. Das Bundesliga-Spiel zwischen dem Fünften und dem Vierten wollten 2558 Zuschauer sehen. Unter den Besuchern waren auch zwei Nationaltrainer. Neben dem finnischen Nationaltrainer, der Giesens Zuspieler Ilya Ivanov beobachtete, war auch ein Trainer aus den Vereinigten Staaten in der Halle.

Finnlands Nationaltrainer Olli Kunnari beobachtete von der VIP-Tribüne aus Zuspieler Ilya Ivanov.

Karch Kiraly ist in diesen Wochen auf Europatour. Der 65-jährige war als Spieler dreimal Olympiasieger und trainiert aktuell die Frauennationalmannschaft der USA. Als Mitglied des Coachingstaffs schaute sich Kiraly in Hildesheim die Friedrichshafener US-Boys Parker Van Buren und Kyle Hobus für die Männer-Auswahlmannschaft an. Insbesondere die Aufschläge von Van Buren hatten Kiralys Besuch gerechtfertigt. Der Außenangreifer des VfB stellte die Grizzlys immer wieder vor Probleme.

US-Coach Karch Kiraly war für sein Land auf Europa-Tour.

In den ersten beiden Sätzen hatten die Giesener gefühlt keine Chance. Im ersten Durchgang konnten die Grizzlys nach einem 1:5-Rückstand zwar zum 13:13 ausgleichen, danach schlichen sich aber wieder die Fehler in der Annahme ein. Gegen die starken Aufschläge von Van Buren und dem mazedonische Weltklassespieler Vojin Cacic fanden die Giesener um Libero JT Hatch zu diesem Zeitpunkt kaum ein Mittel. Der erste Satz ging dann auch folgerichtig mit 25:21 an die „Häfler“. Im zweiten Satz verwandelte die Grizzlys einen 0:2-Rückstand in eine 5:2-Führung. Zuspieler Ivanov glänzte mit starken Aufschlägen. Cacic schaffte aber mal wieder mit einem knallharten Ass den 10:10-Ausgleich. Zudem hatten die Gäste in diesem durchaus vorentscheidenden Duell um Platz vier immer wieder das Momentum auf ihrer Seite. Während die Abwehrversuche der Grizzlys immer wieder die Halledecke berührte, fanden die abgewehrten Bälle vom Bodensee immer wieder eine Lücke in der Deckenkonstruktion der Sparkassen-Arena. Das nennt man dann wohl aber auch das Glück des Tüchtigen, denn die VFBler waren an diesem Spätnachmittag die bessere Mannschaft. Im zweiten Satz führten die Gäste mit 18:14, als Grizzlys-Trainer Itamar Stein erstmals personelle Wechsel vollzog. Bezeichnend war aber, das dem eingewechselten Kapitän Jan Röling beim Stand von 15:20 ein relativ leichter Zuspielfehler unterlief und der Satz schließlich mit 25:19 an die Bodenseetruppe ging.

Vojin Cacic bejubelt einen Big Point für seinen VfB Friedrichshafen.

Nach der zehnminütigen Pause erwischten die Grizzlys einen Traumstart in den dritten Satz. Schnell gingen die Giesener mit 9:2 in Führung, weil ihnen alles gelang und sich in das bis dato fast perfekte Spiel der Gäste Fehler einschlichen. VfB-Trainer Adam Swaczyna hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Auszeiten genommen und kurze Zeit später brachte ein Block des wieder genesenen Jakob Günthör das 13:7 für die Grizzlys, aber danach war wieder Van Buren-Zeit. Der US Boy brachte sein Team mit brachialer Gewalt wieder heran und der VfB glich zum 13:13 aus. Nun nahm Grizzlys-Coach Stein eine Auszeit und seine Team straffte sich nach der kurzen Durststrecke wieder. Mark Rura erzielte mit viel Power die 21:19-Führung und kurze Zeit später konnten die Grizzlys-Fans den 25:21-Satzgewinn bejubeln. Es stand nur noch 1:2 und alle in der Halle hofften auf den Tiebreak. Dazu sollte es an diesem Sonntag aber nicht mehr kommen. Zu fehlerhaft spielten die Grizzlys und zu gut agierten die Friedrichshafener. Im vierten Satz brachte Lars Migge die Grizzlys mit 6:5 in Führung, anschließend übernahmen aber die Süddeutschen wieder das Kommando. Die Gäste gingen mit 13:8 in Front und stellten die Weichen auf Sieg, Mit 25:18 sicherte sich der VfB auch den vierten Durchgang und bejubelte den wichtigen 3:1-Auswärtserfolg. In der Tabelle wird es für die Grizzlys damit immer schwerer noch den für die Pla-Offs vorteilhaften vierten Platz zu erreichen. Zwar sind in der Bundesligasaison noch neun Spiele zu bestreiten, der aktuelle Vier-Punkte-Rückstand auf den VfB ist aber schon jetzt eine große Hypothek für die Giesener.

Über weite Strecken blieb die Blockabwehr der Grizzlys harmlos.