Zweites Saisonspiel, zweite Niederlage für Volleyball-Zweitligist TSV Giesen GRIZZLYS II: 1:3 (21:25, 21:25, 25:22, 20:25) hieß es am Ende aus Sicht der Giesener im Gastspiel beim TuB Bocholt.

Trotzdem war für Giesens Trainer Martin Richter nach dem Spiel nicht alles schlecht, was seine Schützlinge an der niederländischen Grenze geboten hatten. Der Coach geht beim Neuaufbau des Teams vielmehr den Weg der kleinen Schritte. „Wir haben zwar immer noch zu viele Eigenfehler gemacht, um Bocholt ernsthaft in Gefahr zu bringen, jedoch war die Leistung schon eine klare Steigerung im Vergleich zur Heimniederlage gegen Lindow-Gransee. Das stimmt mich auch für die nächsten schweren Partien erst einmal zuversichtlich“, sagte Richter.

Allerdings muss sich der zuletzt so erfolgsverwöhnte Coach im Zuge der kontinuierlichen Verjüngung des Teams ebenso wie viele seiner Spieler erst einmal wieder an mehrere Niederlagen in Folge gewöhnen – das war in der jüngsten Vergangenheit nämlich nicht oft bis gar nicht mehr der Fall gewesen. „Unsere Fehler haben sich durch alle Mannschaftsteile gezogen. Im Aufschlag, in der Annahme wie auch im Zuspiel und im Angriff haben die letzten Prozente gefehlt, um das ganze Match auf Augenhöhe zu gestalten“, sagte Richter, der auf Onno Möller verzichten musste. Jannis Schröter durfte sich hingegen trotz der Niederlage freuen. Er wurde als wertvollster Spieler der Begegnung (MVP) auf Seiten der Giesener ausgezeichnet.

Dass die Giesener beim ambitionierten Team aus Bocholt durchaus nicht komplett chancenlos waren, schlug sich bereits in den Ergebnissen er ersten beiden Sätze nieder, die jeweils nur 21:25 verloren gingen. „Wir haben gut mitgespielt, doch in den entscheidenden Phasen waren die Bocholter halt den Tick besser und cleverer und haben die Sätze nach Hause gebracht“, resümierte Richter, dessen Mannschaft sich jedoch im dritten Abschnitt aufraffte und mit dem Gewinn des Satzes zumindest ein kleines Ausrufezeichen setzte, dass sie es drauf hat. Zu mehr sollte es doch nicht reichen, da Bocholt im folgenden vierten Satz die Zügel wieder anzog und nach 2:01 Stunden den ungefährdeten Sieg unter Dach und Fach gebracht hatte.

„Ich bin froh, dass wir zumindest einen Satz gewonnen haben. Das ist auf jeden Fall gut für das Selbstbewusstsein“, war Richter bereits mit dem Teilerfolg zufrieden. Ein gesundes Selbstbewusstsein werden seine Mannen am kommenden Samstag auch brauchen, wenn der Meisterschafs-Aspirant und selbsterklärte Titelfavorit TuS Mondorf um 20 Uhr seine Visitenkarte in der Giesener Schacht-Arena abgibt. Die Mondorfer brillierten ihrerseits mit einem 3:1-Sieg bei Geheimfavorit PSV Neustrelitz und sind für das Match beim letztjährigen Tabellenzweiten gewappnet. Das wollen auch die Giesener sein, die in er Trainingswoche weiter an der Aufarbeitung der Fehler und deren Abstellen arbeiten wollen.

TSV Giesen GRIZZLYS II: Timon Peckmann, Marius Appel, Julian Hoyer, Alexander Grüne, Phil Hotho, Tizian Babel, Julius Beerboom, Jannis Schröter, Bennet Pommerening, Linus Herrmann.

Verfasser: Thomas Kühlmann