2:3-Niederlage gegen United Volleys

Und plötzlich müssen die GRIZZLYS wieder zittern

Maximilian Willke
14. Februar 2021, 15:15 Uhr

Spielte nicht so stark wie gewohnt: Stijn van Tilburg - Foto: Christian Scheffler

Einmal mehr erlebten die Helios GRIZZLYS Giesen bei einem ihrer Punktspiele ein Wechselbad der Gefühle. Nach gutem Beginn, bauten die Giesener gegen die United Volleys stark ab, ehe sie sich wieder auf ihre Stärke besinnen konnten. Trotz etlicher Matchbälle kassierten die GRIZZLYS die vierte Tie-Break-Niederlage in Folge. 

Sascha Kucera ist ein Mann klarer Worte. Dementsprechend ernstzunehmend ist die Aussage des Geschäftsführers und sportlichen Leiters der Helios GRIZZLYS Giesen nach der gestrigen 2:3-Niederlage gegen die United Volleys:

Am Mittwoch kommt Bühl in die Volksbank-Arena. Das ist ein Spiel mit Finalcharakter um die Play-Offs.
Sascha Kucera
Warum er diese Worte, schon während des gestrigen Heimspiels seiner GRIZZLYS wählte und später sogar untermauerte, dürfte der plötzlich spannend gewordenen Play-Off-Thematik geschuldet sein. Vor nicht ganz vier Wochen belegten die Giesener Platz vier in der Tabelle der Volleyball Bundesliga, waren voll auf Kurs erstmalige Play-Off-Teilnahme. Doch plötzlich, drei Spiele später stehen die Giesener auf Rang acht, der zur Teilnahme an der Endrunde der Volleyball Bundesliga berechtigt, allerdings muss um diesen 8. Platz im weiteren Saisonverlauf gezittert werden. 

Der Grund: Die dritte Tie-Break-Niederlage (2:3) in Folge am gestrigen Abend gegen die United Volleys aus Frankfurt. Abermals erlebten die Giesener, wie schon in Frankfurt und in Königswusterhausen, ein Wechselbad der Gefühle. 

Zunächst begann der Volleyballabend ganz nach den Vorstellungen der Hausherren. Cheftrainer Itamar Stein schickte einen Tag nach seinem 38. Geburtstag Jan Röling, Hauke Wagner, Magloire Mayaula, David Seybering, Stijn van Tilburg, Timon Schippmann und Libero Milorad Kapur auf das Parkett. Insbesondere Kapitän Wagner war ein Punktegarant zu Beginn. Zwischenzeitlich führten die Gastgeber mit sechs, sogar sieben Punkten. Dennoch wurde es zum Ende des Satzes spannend. Hauke Wagner nutzte aber den ersten Satzball zum 25:23-Satzgewinn. Das schlechte Gefühl konnte der Kapitän allerdings nicht verbergen:
Wir verlieren schon im ersten Satz den Faden, zur Mitte des ersten Satzes. Da geben wir die Kontrolle über das Spiel aus der Hand. Das zieht sich dann auch durch Satz zwei und drei.
Kapitän Hauke Wagner

Der Block der GRIZZLYS war kaum in Faktor während des Spiels. Foto: Christian Scheffler

Die sich ankündigende Formschwankungen aus Satz eins steigerten sich in Satz zwei und drei erheblich. Plötzlich klappte weder in der Feldabwehr, noch im Block etwas bei den GRIZZLYS. Auch der Angriff verlief sehr schleppend. Die United Volleys dagegen kamen aus einer sicheren Annahme immer wieder über die Mitte durch Noah Baxpöhler oder Facundo Imhoff zu Punkten. Wenn mal gar nichts ging, flog der Ball zu Routinier Jochen Schöps, der mit cleveren Angriffen fast immer für Punkte sorgte. 

Die beiden Sätze waren schwach. Frankfurt hat trotz einer nicht perfekten Annahme fast immer gepunktet. Unser Block war schlecht, da haben wir unsere Chancen auch nicht genutzt.
Trainer Itamar Stein
Jeweils mit 18:25 gingen die Durchgänge an die Gäste, die somit schon einen Punkt sicher auf dem Konto hatten. Hauke Wagner benannte die Gründe:
Wir haben nur mitgespielt, aber Frankfurt hat agiert. Da ist es natürlich schwierig ein solches Spiel überhaupt positiv zu gestalten.
Hauke Wagner

Dass es dennoch positiver wurde, lag an Satz Nummer vier. Trainer Stein wechselte das Personal, Anton Menner kam für Timon Schippmann und auch Merten Krüger durfte für Jan Röling ran. In dieser Phase war Kapitän Wagner, aber auch der eigentliche Punktegarant Stijn van Tilburg ein wichtiger Faktor. Merten Krüger agierte äußerst variabel im Zuspiel und konnte so dafür sorgen, dass seine Angreifer noch einmal den Ausgleich schaffen konnten. Tim Grozer schlug eine Angabe zum 25:20 ins Netz. 

Wir haben uns gut zurück gekämpft. Frankfurt hat viel Druck im Aufschlag erzeugt, aber da lief es besser und besser für uns.
Itamar Stein

So ging es zum insgesamt siebten Mal in dieser Saison in den fünften Satz (Tie-Break). Bis vor wenigen Wochen noch eine Stärke der Giesener, doch die letzten drei Tie-Breaks gingen allesamt verloren. Höchst bitter am gestrigen Abend, führten die Giesener mehrfach deutlich und hatten beim Stand von 14:11 sogar drei Matchbälle. Unglücksrabe wurde in dieser Phase Anton Menner, der einen Angriff in den Block schlug, eine Annahme verpatzte und einen leichten Ball ins Aus baggerte. Dann wechselte die Führung ständig die Seiten, ehe Jochen Schöps das Spiel mit dem 20:22 für die United Volleys beendete. 

Wir haben das zweite Spiel in Folge aus der Hand gegeben. So kommen wir nicht in die Play-Offs. Wir verpassen es den letzten Punkt zu machen, ganz einfach.
Itamar Stein nach dem Match
Nach dem Spiel beorderte der Trainer seine Mannen zunächst in die Kabine. Kapitän Wagner gab durchaus zu, dass es laut wurde:
Natürlich war der Trainer nicht gut drauf. Er ist da auch lauter geworden, aber das ist ja verständlich. So ein Spiel müssen wir einfach mal wieder gewinnen. Vielleicht waren die letzten Wochen zu zehrend oder wir treffen da viele schwierige und falsche Entscheidungen.
GRIZZLYS-Kapitän Hauke Wagner

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