Hochkarätige Neuzugänge sorgen für Vorfreude – Borsumer wollen mehr als nur den Klassenerhalt

Titelbild: v. l. n. r.: Maris Miethe, Jacub Kosowski und Patrick Decker bilden den Stamm des TTS Borsum 2026/27. Hinzu kommen die Neuverpflichtungen Heye Koepke, Mio Lukas Wagner und Sharbel Elia. Foto: Werner Kaiser

Die neue Saison kann kommen: Wenn am 12. September die ersten Bälle in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord geschlagen werden, geht der TTS Borsum mit einem deutlich veränderten und verstärkten Aufgebot an den Start. Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der vergangenen Spielzeit haben die Verantwortlichen ihren Kader gezielt erweitert. Die Marschrichtung für 2026/27 ist deshalb klar: Borsum möchte sich möglichst früh von den Abstiegsplätzen entfernen und sich im Mittelfeld der Liga festsetzen.

Die Konkurrenz ist allerdings stark. Neben sechs Mannschaften, die bereits in der vergangenen Saison in der 3. Bundesliga Nord spielten, kommen mit dem Oldenburger TB und der zweiten Mannschaft des SV Union Velbert zwei Absteiger aus der 2. Bundesliga hinzu. Komplettiert wird die Zehnerstaffel durch die Aufsteiger SV Motor Falkensee aus der Regionalliga Nord und TTC Waldniel aus der Regionalliga West. Damit ist die Staffel ausgesprochen interessant besetzt.

Borsum mit verändertem Gesicht

Beim TTS Borsum steht vor allem die Personalpolitik im Mittelpunkt. Mit Sharbel Elia, Mio Lukas Wagner und Heye Koepke wurden gleich drei Spieler verpflichtet, die dem Team neue sportliche Möglichkeiten eröffnen.

Der 20-jährige Sharbel Elia kommt als zyprischer Nationalspieler nach Borsum. Der Zyprer hat bereits bei den U21-Europameisterschaften auf sich aufmerksam gemacht und zuletzt bei den Latvia Open U21 mit dem Gewinn der Silbermedaille ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Der TTS hatte seine Verpflichtung bereits im Juni offiziell bekanntgegeben.

Auch Mio Lukas Wagner gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen des deutschen Tischtennis. Der Borsumer Neuzugang gewann bei den TT-Finals 2026 in Erfurt sowohl den deutschen U19-Einzeltitel als auch die Meisterschaft im Doppel. Der Wechsel nach Borsum ist deshalb weit mehr als eine Verpflichtung für die Zukunft: Wagner soll bereits in dieser Saison wichtige Erfahrungen und Punkte in der 3. Bundesliga sammeln.

Mit Heye Koepke kommt ein weiterer Spieler hinzu, der die Liga kennt. Der Oldenburger hat bereits Erfahrungen in der 3. Bundesliga gesammelt und soll dem Borsumer Team zusätzliche Stabilität verleihen. Der TTS hatte die Verpflichtung Anfang Mai bekanntgegeben.

Zum Aufgebot gehören außerdem die erfahrenen Kräfte Jakub Kosowski, Patrick Decker und Maris Miethe. Mit Hartmut Lohse, Dominik Jonnack und Richard Hoffmann  sind noch drei weitere zweitligaerfahrene Spieler auf dem Mannschaftsmeldeformular gelistet. Hartmut Lohse möchte jedoch in der anstehenden Saison pausieren.   

Kosowski bleibt ein wichtiger Faktor

Eine zentrale Rolle dürfte erneut Jakub Kosowski übernehmen. Der erfahrene Pole war in der vergangenen Saison einer der wichtigsten Borsumer Leistungsträger. Seine internationale Erfahrung ist gerade gegen die starken Spitzenpaarkreuze der Liga von großer Bedeutung.

Auch Patrick Decker bringt enorme Erfahrung mit. Der Routinier war in den vergangenen Jahren immer wieder ein wichtiger Punktesammler und gehört zu den Spielern, die gerade in engen Mannschaftskämpfen den Unterschied machen können.

Dazu kommt mit Wagner ein außergewöhnliches Nachwuchstalent. Interessant wird sein, wie schnell sich der 19-Jährige an das höhere Tempo und die größere Konstanz im Herrenbereich gewöhnt.

Besonders interessant sind die beiden Absteiger aus der 2. Bundesliga. Der Oldenburger TB kommt mit erheblicher Bundesligaerfahrung zurück in die 3. Liga. In der vergangenen Saison gehörte der OTB noch zur 2. Bundesliga und trat unter anderem mit Philipp Floritz sowie den Winterzugängen Sheng Yan und Yaroslav Zhmudenko an.

Auch die zweite Mannschaft des SV Union Velbert dürfte zum Kreis der Aufstiegsanwärter gehören. Die Velberter Reserve dominierte die vergangene Saison der 3. Bundesliga Nord und schloss sie mit 34:2 Punkten auf Platz eins ab. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga wurde entsprechend erreicht.

Für die neue Saison bedeutet das: Die Leistungsdichte dürfte noch einmal steigen.

Wer kämpft um den Aufstieg?

Auf dem Papier dürften Oldenburger TB und SV Union Velbert II zu den ersten Kandidaten gehören. Beide Mannschaften verfügen über Spieler mit hoher nationaler und internationaler Erfahrung.

Auch TTC Lampertheim hat in der vergangenen Saison seine Klasse unter Beweis gestellt. Die Mannschaft wurde mit 33:3 Punkten Zweiter und lag damit nur einen Punkt hinter Velbert II.

Dahinter dürfte sich ein breites Mittelfeld formieren. Eintracht Frankfurt, TTC Altena, TuS Celle und die Füchse Berlin haben in der vergangenen Saison gezeigt, dass sie jeden Gegner schlagen können.

Für Borsum ist das durchaus eine gute Nachricht: Zwischen den Spitzenteams und den Mannschaften im unteren Tabellenbereich dürfte es viele direkte Duelle geben, in denen einzelne Punkte entscheidend werden.

Borsum vor einer interessanten Hinrunde

Der Spielplan hält für die Borsumer gleich zu Beginn einige anspruchsvolle Aufgaben bereit.

Datum            Uhrzeit           Begegnung

12.09.2026    17:30             SV Union Velbert II – TTS Borsum

13.09.2026    14:00              TTC Altena – TTS Borsum

10.10.2026    17:30              TTC Lampertheim – TTS Borsum

11.10.2026    14:00              Eintracht Frankfurt – TTS Borsum

15.11.2026    14:15              TTS Borsum – TTC Waldniel

21.11.2026    15:00              TuS Celle – TTS Borsum

22.11.2026    14:00              Oldenburger TB – TTS Borsum

29.11.2026    14:15              TTS Borsum – Füchse Berlin

12.12.2026    16:15              TTS Borsum – SV Motor Falkensee

Der offizielle Spielplan weist damit für Borsum in der Hinrunde neun Begegnungen aus. Besonders bemerkenswert ist die Serie im Oktober und November: Innerhalb weniger Wochen warten mit Lampertheim, Frankfurt, Celle und Oldenburg gleich mehrere schwere Aufgaben.

Das erste Heimspiel steigt allerdings erst am 15. November gegen Aufsteiger TTC Waldniel. Danach folgen mit Celle und Oldenburg zwei Auswärtsspiele, ehe die Füchse Berlin in der Kaspelarena zu Gast sind. Das Hinrundenfinale bestreitet Borsum am 12. Dezember zu Hause gegen Falkensee.

Das Niedersachsenderby gegen Celle

Besonders im Blickpunkt steht einmal mehr das Duell mit dem TuS Celle. Schon in der vergangenen Saison waren die Begegnungen zwischen beiden niedersächsischen Mannschaften hart umkämpft. Das letzte Aufeinandertreffen endete in Borsum mit einem 5:5.  

Das Derby findet diesmal am 21. November in Celle statt. Für die Borsumer ist es zugleich eine wichtige Standortbestimmung gegen einen Gegner, der sportlich durchaus in Reichweite liegen dürfte.

Was ist für Borsum möglich?

Die Ausgangslage hat sich gegenüber dem Vorjahr verändert. 2025/26 ging es für Borsum lange Zeit vor allem um den Klassenerhalt. Am Ende reichte Platz acht.

Mit Elia kommt internationale Qualität hinzu, Wagner bringt enormes Entwicklungspotenzial mit und Koepke kennt die 3. Bundesliga bereits. Gleichzeitig verfügt Borsum mit Kosowski und Decker über erfahrene Spieler, die wissen, wie man enge Bundesligapartien gewinnt.

Deshalb wäre es zu kurz gegriffen, den TTS Borsum erneut ausschließlich als Abstiegskandidaten einzustufen.

Ein Platz im gesicherten Mittelfeld erscheint durchaus realistisch, wenn es  gelingt, die Neuzugänge schnell zu integrieren und regelmäßig mit der stärksten Formation anzutreten.

Die entscheidende Frage wird sein, ob Borsum gegen die Mannschaften auf Augenhöhe konsequenter punktet als in der vergangenen Saison.

Voraussetzungen sind geschaffen.

Und so könnte die Saison 2026/27 für den TTS Borsum zu einer ganz besonderen werden:

Nicht mehr nur die Frage „Klassenerhalt oder Abstieg?“ steht im Mittelpunkt, sondern erstmals seit längerer Zeit auch die Frage, wie weit die Mannschaft nach oben kommen kann. Die neue Saison verspricht damit nicht nur hochklassigen Tischtennissport, sondern auch reichlich Spannung in der Kaspelarena.