Für Mio Lukas Wagner steht der bislang größte Meilenstein seiner noch jungen Tischtennis-Karriere bevor. Der 19-Jährige vom TTS Borsum wurde vom Deutschen Tischtennis-Bund für die Jugend-Europameisterschaften in Gondomar (Portugal) nominiert und vertritt dort die deutschen Farben in der Altersklasse U19.
Titelbild: Jörg Fuhrmann
Mit der Teilnahme an den kontinentalen Titelkämpfen gehört Wagner zu den besten Nachwuchsspielern Europas. Gleichzeitig setzt er eine bemerkenswerte Tradition des TTS Borsum fort, dessen Talente seit vielen Jahren den Sprung in die deutschen Nationalmannschaften schaffen.
Höhepunkt einer außergewöhnlichen Saison
Die EM-Nominierung kommt nicht überraschend. Wagner spielte in den vergangenen Monaten die erfolgreichste Saison seiner bisherigen Laufbahn. Mit zwei Deutschen Meistertiteln unterstrich er eindrucksvoll seine Zugehörigkeit zur nationalen Spitze und empfahl sich nachhaltig für das deutsche Aufgebot.
Der Lohn folgt nun mit der Reise nach Portugal. Vom 10. bis 19. Juli kämpfen die besten Nachwuchsspieler Europas in Gondomar um die Medaillen. Den Auftakt bildet der Mannschaftswettbewerb, bevor anschließend die Entscheidungen im Einzel, Doppel und Mixed fallen.
Für Wagner ist die Europameisterschaft nicht nur eine Belohnung für seine starken Leistungen, sondern zugleich die Gelegenheit, sich mit den besten Talenten des Kontinents zu messen und weitere internationale Erfahrungen zu sammeln.
Deutschland zählt zum erweiterten Favoritenkreis
Die deutsche U19-Nationalmannschaft reist mit hohen Erwartungen nach Portugal. Im Mannschaftswettbewerb treffen die Nationen zunächst in der Gruppenphase aufeinander, ehe in den K.-o.-Spielen die Europameister ermittelt werden.
Die DTTB-Player treffen zunächst in einer Gruppenphase auf die Vertretungen der Türkei, Luxemburg und Zypern. Der Gruppensieg ist das erklärte Ziel, bevor sie dann in Play Offs um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen würden. Hierbei würden sie auf eine der 16 topgesetzten Nationen aus dem Pool A treffen.
Mio Wagner gibt sich vor dem Abflug von Frankfurt nach Portugal entspannt:
Die Jugend-EM ist immer ein aufregendes Ereignis. Die Erwartungen liegen aber eher nicht so hoch, da wir letztes Jahr das jemals schlechteste Ergebnis erspielt haben. In diesem Jahr geht es eher darum die Leistungen zu stabilisieren und ich in den A-Pool zurückzukämpfen. Abgesehen davon freue ich mich sehr und bin relativ entspannt.
Mit Tischtennis-Großmächten wie Frankreich, Rumänien, Portugal, Polen oder Italien wartet allerdings starke Konkurrenz. Umso wichtiger wird ein gelungener Start in das Turnier sein.
Auch in den Individualwettbewerben möchte Wagner seine derzeit starke Form bestätigen und möglichst weit in den einzelnen Konkurrenzen vordringen.
Große Tradition beim TTS Borsum
Für den TTS Borsum ist die Nominierung weit mehr als ein persönlicher Erfolg eines einzelnen Spielers. Sie reiht sich in eine lange Geschichte erfolgreicher Nationalspieler ein.
Den Anfang machte Ruwen Filus, der als erster Spieler des Vereins Deutschland bei Jugend-Europameisterschaften vertrat und später den Sprung in die Weltspitze schaffte.
Im gleichen Jahr gehörte auch TTS-Legende Marius Hagemann der deutschen Schüler-Nationalmannschaft an. Zu seinen Teamkollegen zählte damals unter anderem der spätere Europameister, Olympia-Teilnehmer und heutige Nationalspieler Patrick Franziska.
Ebenfalls bei diesen Europameisterschaften war die damalige TTS-Spielerin Rosalia Stähr am Start. Sie entwickelte sich später zu einer der erfolgreichsten deutschen Nachwuchsspielerinnen und gewann unter anderem den Europameistertitel im Schülerinnen-Doppel sowie weitere Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften.
Mit Mio Lukas Wagner schreibt nun die nächste Generation diese Erfolgsgeschichte fort.
Aushängeschild für den Verein und die Region
Die erneute Berufung eines Borsumer Spielers in die deutsche Nationalmannschaft bestätigt die kontinuierliche Nachwuchsarbeit des Vereins. Seit Jahrzehnten gelingt es dem TTS Borsum, Talente auszubilden und an den Leistungssport heranzuführen.
Dass Wagner nicht das einzige nationale Top-Talent im Verein ist, zeigt ein Blick auf das Drittligateam: Mit dem erst 17-jährigen Maris Miethe gehört ein weiterer Jugendnationalspieler des Nachwuchskaders 1 (NK 1) zum Aufgebot des TTS Borsum. Miethe verpasste die Nominierung für die Jugend-Europameisterschaften in diesem Jahr nur knapp. Aufgrund seines Alters kann er jedoch noch zwei weitere Jahre in der U19 starten und besitzt beste Aussichten, künftig ebenfalls bei einer Europameisterschaft für Deutschland aufschlagen zu können.
Für den Landkreis Hildesheim ist Wagners Teilnahme an der Jugend-Europameisterschaft ein sportliches Ausrufezeichen. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung von Spielern wie Wagner und Miethe, dass der TTS Borsum weiterhin zu den führenden Talentschmieden im deutschen Tischtennis gehört.
Wenn in Gondomar die ersten Bälle über den Tisch fliegen, werden deshalb nicht nur die deutschen Farben vertreten sein. Mit Mio Lukas Wagner blickt auch die gesamte Tischtennisfamilie des TTS Borsum und zahlreiche Sportfans aus der Region gespannt nach Portugal, in dem Wissen, dass mit Maris Miethe bereits das nächste große Nachwuchstalent in den Startlöchern steht.

