Der TSV Eberholzen hat ein sehr umkämpftes Derby in Sibbesse für sich entschieden. Fast eine Halbzeit in Unterzahl, trotzdem brachte die Mannschaft aus Eberholzen die Führung am Ende über die Zeit.

Die SG Sibbesse/Westfeld muss sich im Derby dem Nachbarn TSV Eberholzen mit 1:2 geschlagen geben. Dabei spielten die Gastgeber nach einer Roten Karte gegen Eberholzens Jannis Jacobs fast eine komplette Halbzeit in Überzahl, konnten daraus jedoch keinen entscheidenden Vorteil ziehen.

Bei bestem Fußballwetter und vor zahlreichen Zuschauern begann die Partie zunächst ausgeglichen. Beide Mannschaften tasteten sich in der Anfangsphase ab, ehe Eberholzen in der 19. Minute einen Elfmeter zugesprochen bekam. Noah Krause wurde im Strafraum zu Fall gebracht, Jannis Jacobs übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher ins rechte Eck zur Führung.

Anschließend wurde die Partie zunehmend hitziger. Viele kleine Fouls auf beiden Seiten verhinderten einen richtigen Spielfluss. In der 37. Minute kam es zu einer kleinen Rudelbildung, bei der beide Beteiligten mit der Gelben Karte davonkamen. Kurz darauf lag der Ball zwar im Eberholzener Tor, doch der Treffer wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Auf der Gegenseite traf Jacobs mit einem satten Distanzschuss noch den Pfosten. So ging es mit einer 1:0-Führung für Eberholzen in die Pause.

Direkt nach dem Seitenwechsel folgte der nächste Aufreger. In der 49. Minute kam Jannis Jacobs gegen Sibbesses Jonah-Maurice Rittersen deutlich zu spät und grätschte seinen Gegenspieler von hinten um. Der Schiedsrichter zögerte nicht und zeigte dem Eberholzener Stürmer die Rote Karte.

Sibbesse übernahm anschließend zunehmend die Kontrolle, wusste die numerische Überlegenheit allerdings zunächst nicht in Tore umzumünzen. In der 64. Minute landete der Ball erneut im Eberholzener Tor. Dave-Joel Hüttenrauch hatte zum vermeintlichen 1:1 getroffen, doch wieder ertönte der Abseitspfiff.

Eberholzen zog sich nun weit zurück und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. Bis zur 74. Minute: Daniel Ludewig, gerade erst eingewechselt, bekam einen langen Ball an der Mittellinie und startete in Richtung Sibbesser Tor. Die Gastgeber waren weit aufgerückt, sodass Ludewig nur noch einen Verteidiger vor sich hatte. Diesen ließ er mit einem Schlenker stehen und schloss anschließend trocken ins kurze Eck ab – 0:2. Ein klassischer Konter, der den Spielverlauf zunächst völlig auf den Kopf stellte.

Sibbesse warf nun alles nach vorne, fand gegen die tief stehenden Gäste jedoch nur selten kreative Lösungen. In der 90. Minute hatte Damon Röhr den Anschlusstreffer auf dem Fuß, scheiterte mit einem starken Freistoß aber an der Latte.

Eine Minute später zappelte der Ball erneut im Eberholzener Netz und zum dritten Mal wurde ein Sibbesser Treffer wegen Abseits aberkannt. Die Gastgeber gaben dennoch nicht auf und kamen in der Schlussphase zu weiteren Chancen. Nach einem Abschluss aus kurzer Distanz konnte Eberholzen den Ball sogar auf der Linie klären. Sibbesse forderte dabei einen Handelfmeter, der jedoch ausblieb.

Wenig später zeigte der Schiedsrichter dann doch auf den Punkt: Lars Venzke kam im Strafraum zu Fall. Felix Damrau blieb cool und verwandelte den fälligen Elfmeter sicher in die linke Ecke zum 1:2-Anschlusstreffer. Für mehr reichte es allerdings nicht mehr. Eberholzen brachte die knappe Führung über die Zeit und feierte damit einen umkämpften Derbysieg.

Eberholzens Trainer Marius Pientka zeigte sich anschließend besonders mit dem Einsatz seiner Mannschaft zufrieden: „Wir nehmen die drei Punkte am Ende verdient mit nach Hause. Die Einstellung und der Wille unserer Mannschaft waren schon brutal, wenn man überlegt, dass wir fast eine Halbzeit in Unterzahl gespielt haben. Sibbesse hingegen hat die Überzahl zu unseren Gunsten einfach nicht clever ausgenutzt. Philipp und ich sind einfach nur unfassbar stolz auf die geschlossene Mannschaftsleistung.“

Auch die Derbyatmosphäre hob Pientka hervor: „Im Großen und Ganzen war es zwar ein hitziges Derby mit vielen Karten, aber nicht großartig unfair. Und ganz wichtig: Es gab keine größeren Verletzungen – auf keiner Seite.“