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Im vierten Quartal 2025 meldete der Marktmonitor der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bei virtuellen Automatenspielen Spieleinsätze von 1.231 Millionen Euro.
Online-Poker kam im selben Zeitraum auf 194 Millionen. Zwischen beiden Segmenten liegt mehr als das Sechsfache. Im Sommer tritt diese Lücke schärfer hervor, weil dann die Sportwetten in die Ligapause laufen und das umsatzstärkste Online-Segment kurzzeitig einbricht. Übrig bleibt das Automatenspiel, das kaum auf den Sportkalender reagiert.
Automatenspiel bei 1.231 Millionen Euro, Poker bei 194 Millionen
Seit August 2025 veröffentlicht die Behörde Quartalszahlen zu den Spieleinsätzen der lizenzierten Anbieter. Vorher gab es nur Jahreswerte. Der Monitor erfasst die gemeldeten Einsätze, nicht den Bruttospielertrag, also die Summe vor Abzug der ausgeschütteten Gewinne. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil beide Größen oft durcheinandergeraten. Die Behörde erklärt, die vierteljährliche Veröffentlichung solle die Diskussion versachlichen und den politischen Entscheidungsträgern eine verlässliche Grundlage geben.
Das Gefälle im vierten Quartal 2025 lässt sich in wenigen Zahlen ablesen. Der GGL-Marktmonitor weist für dieses Quartal folgende Spieleinsätze im Internet aus.
- Sportwetten: 1.705 Millionen Euro
- Virtuelle Automatenspiele: 1.231 Millionen Euro
- Online-Poker: 194 Millionen Euro
Über das Jahr 2025 hinweg legte das Automatenspiel Schritt für Schritt zu, von 1.098 Millionen Euro im ersten auf 1.115 im zweiten und schließlich 1.231 im vierten Quartal. Poker rangiert weit darunter und bleibt das kleinste der länderübergreifenden Online-Segmente. Der Sommer verstärkt den Eindruck. Von Januar bis März 2025 setzten Spielende online noch 1.594 Millionen Euro auf Sport, im zweiten Quartal fiel dieser Wert auf 1.391 Millionen,ein Rückgang von gut 13 Prozent. Im Frühjahr und Sommer 2025 fehlte ein großes Turnier, das die Wettkassen füllt, anders als 2024, als Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele die Wettaktivität nach oben trieben. Das Automatenspiel bewegte sich in derselben Zeit kaum, es stieg sogar leicht. Verliert der Markt im Sommer an Volumen, dann fast nur beim Sport.
Warum ein Spin schneller neuen Einsatz erzeugt als eine Pokerhand
Die beiden Spiele sind unterschiedlich gebaut. Ein Automatenspiel läuft als schnelles Einzelspiel gegen den Anbieter, Runde folgt auf Runde, jede dauert mindestens fünf Sekunden, der Einsatz pro Dreh ist auf einen Euro gedeckelt. Poker funktioniert anders. Es braucht Gegenspieler und gefüllte Tische, und der Anbieter verdient über die Rake, einen kleinen Anteil an jedem Pot, nicht über die Drehzahl. Pro Stunde entsteht am Pokertisch nur ein Bruchteil des Einsatzvolumens, das eine Walze erzeugt.
Auch die Vermarktung folgt dieser Bauart. Das Automatenspiel lebt von Bonusmechanik, und ein gängiges Akquise-Instrument sind bis zu 70 Freispiele bei Registrierung, mit denen Anbieter neue Kunden gewinnen. Beim Poker fehlt dieses Werkzeug fast völlig, weil sich Freispiele nur an einer Walze sinnvoll abbilden lassen. Manche Kampagnen werben mit hohen Kontingenten, mit 400 Freispiele und mehr. Im deutschen Rahmen sind solche Angebote eng gefasst, mit nachvollziehbaren Bedingungen, ohne Versprechen risikofreier Gewinne und unter dem monatlichen Einzahlungslimit. Wo die Zahl der Freispiele auffällig hoch liegt, steckt oft ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis dahinter.
Die Trennung reicht bis in die Begriffe. Legale Anbieter virtueller Automatenspiele dürfen sich nach dem Staatsvertrag nicht Online Casino nennen, der Ausdruck ist den staatlichen Spielbanken vorbehalten. Taucht das Wort in der Werbung auf, führt die Spur meist zu einem Angebot ohne deutsche Erlaubnis.
1.000 Euro Limit und 5,3 Prozent Steuer prägen den legalen Markt
Der erlaubte Markt arbeitet unter engen Vorgaben. Im Internet gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, das nach Angaben der GGL grundsätzlich 1.000 Euro im Monat nicht überschreiten dürfe. Eine zentrale Limitdatei, LUGAS genannt, überwacht diese Grenze, die Sperrdatei OASIS hält gesperrte Personen fern. Auf die Einsätze bei virtuellen Automatenspielen und Online-Poker fällt eine Steuer von 5,3 Prozent an, bemessen am Einsatz und nicht am Ertrag. Werbung für diese Angebote ist im Internet und im Fernsehen zwischen 6 und 21 Uhr untersagt.
Solche Regeln senken die Auszahlungsquoten im lizenzierten Angebot. Ein Teil der Nachfrage wandert deshalb zu Seiten ohne deutsche Erlaubnis, die höhere Quoten und größere Spielauswahl bieten. Wie groß dieser unerlaubte Markt ist, bleibt strittig. Die Behörde setzt ihn niedriger an als mehrere externe Studien, die Größenordnungen gehen auseinander, und eine gemeinsame Rechengrundlage fehlt.
In der Whitelist der GGL standen zu Beginn des Jahres 2026 insgesamt 35 Unternehmen mit Erlaubnis für Online-Automatenspiele, davon 26 auf Malta, acht in Deutschland und eines in Österreich. Beim Online-Poker sind es fünf Betreiber mit sieben Plattformen, alle von Malta aus geführt.
Die Sommerzahlen 2026 als nächster Prüfstein
Die Einsätze für das zweite und dritte Quartal 2026 liegen noch nicht vor. Der Marktmonitor erscheint mit zeitlichem Abstand, die Sommerwerte werden im weiteren Jahresverlauf erwartet. Erst sie zeigen, ob das Automatenspiel seinen Vorsprung ausbaut und ob Online-Poker das kleinste der Online-Segmente bleibt. Eine durchgehende Quartalsreihe zum Poker liefert der bislang veröffentlichte Monitor nicht, ein genaues Bild dieses schmalen Segments fehlt vorerst.
Politisch fallen diese Zahlen in eine offene Phase. Die Länder lassen den Staatsvertrag derzeit evaluieren, der Abschlussbericht wird für Ende 2026 erwartet und dürfte über Einzahlungslimits, Steuerlast und die Kanalisierung in den erlaubten Markt mitentscheiden. Verschieben sich die Gewichte zwischen den Segmenten weiter, liefert der Monitor die Belege.

