Nach einer Dekade an der Seitenlinie der zweiten Herrenmannschaft des SV Ambergau Bockenem II endet für Darius Guder am Ende dieser Saison eine besondere Ära. Der 31-Jährige hat die Zwote nicht nur wieder ins Leben gerufen, sondern sie über die Jahre zu einer stabilen und erfolgreichen Mannschaft geformt.

Vom Neuanfang zur festen Größe

Alles begann zum Ende der Saison 2014/2015: Der damalige FC Ambergau/Volkersheim zog seine zweite Herrenmannschaft mangels Spieler und Trainer vom Spielbetrieb zurück. In diesem Sommer wechselte der damals 21-jährige Darius Guder vom MTV Almstedt zu den „Volkis“. Schon während dieser ersten Saison unter dem Trainergespann Silvio Uteg und Kevin Köhler reifte in ihm der Entschluss, eine neue zweite Mannschaft zu gründen: „Ein Verein wie Ambergau benötigt unbedingt eine weitere Herrenmannschaft, so kann das nicht weitergehen.“

Mit der Saison 2016/2017 ging die Zweite wieder an den Start. Diesmal nicht als Spielertrainer, sondern rein als Trainer. Guder spielte weiterhin in der I. Herren aktiv Fußball und leitete die Zweite von der Seitenlinie. Das erste Spiel der neu gegründeten Mannschaft war gleich ein Derby gegen den SV Bockenem 2007, das die Volkis mit 5:1 gewinnen konnten. Ironie der Geschichte: In seiner letzten Saison trainierte Guder nun beide Teams.

Erfolge und Herausforderungen

In den zehn Jahren an der Seitenlinie erlebte Guder zahlreiche Höhepunkte und schwierige Momente. Die Mannschaft durchlief einen Durchmarsch von der 4. Kreisklasse bis in die 2. Kreisklasse und spielt seit der Saison 2020/2021 durchgängig in der 1. Kreisklasse. Anfangs galt es noch, die Spieler für die Sonntagsspiele zu motivieren, später kam die Corona-Pause und weitere Herausforderungen.

Besondere Momente waren der knappe Klassenerhalt in den Spielzeiten 2022 und 2023, jeweils am letzten Spieltag, bei dem der gesamte Verein seine Unterstützung einbrachte. Etwa bei Auswärtsfahrten nach Warzen oder wichtigen Derbys in Bockenem. „Neben den drei Aufstiegen war vor allem der Nichtabstieg am letzten Spieltag in der Saison 2022/2023 eines der schönsten Erlebnisse für mich als Trainer“, so Guder.

Zudem meisterte er die Integration einer Spielgemeinschaft zwischen dem FC Ambergau/Volkersheim und dem SV Bockenem 2007 und legte damit die Grundlage für die mittlerweile vollzogene Fusion beider Vereine. Auch die Auflösung der III. Herren stellte ihn vor neue Aufgaben, die er gemeinsam mit dem Team erfolgreich bewältigte.

Ein Abschied voller Dankbarkeit

„Natürlich ist mir die Entscheidung nach so vielen intensiven Jahren nicht leicht gefallen. Aber der Zeitpunkt ist richtig, für mich und die Mannschaft. Ich werde weiterhin in der I. Herren aktiv sein, die Doppelbelastung als Spieler und Trainer ist nun allerdings zu viel“, erklärt Guder.

Er betont den besonderen Zusammenhalt: „Wir hatten immer unterschiedliche Spielergruppen, aber diese Zeit war jederzeit von Erfolg gekrönt. Besonders hervorheben möchte ich meine Co-Trainer und Betreuer, die mich in dieser Zeit unfassbar unterstützt haben. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Der Vorstand des SV Ambergau Bockenem bedankt sich ebenfalls herzlich:

„Lieber Darius, auch wir möchten uns bei dir für diese lange und erfolgreiche Zeit bedanken! Du hast die Zwote wieder ins Leben gerufen, Spieler gefördert und die Grundlage für die Fusion gelegt. Das verdient riesigen Respekt. Wir gönnen dir nun den vollen Fokus auf den aktiven Herrenfußball und freuen uns, dich weiterhin in anderen Aufgaben im Verein zu sehen.