Unser Mitarbeiter Stephan Gaube hat sich mit seinem Fußball-Kumpel "Abt" auf Reisen begeben. Während der zwölftägigen Balkan-Tour waren die beiden bei sechs Fußballspielen dabei. Und auch sonst gab es einiges zu berichten. Heute starten wir mit Teil I der Tour.

Die Idee war schon etwas verrückt. Im März fragte mich mein Kumpel Sebastian, den alle nur „Abt“ nennen, ob ich Lust hätte, mit ihm eine Fußball-Tour auf dem Balkan zu machen. Er schickte mir eine Zugverbindung von Hildesheim ins kroatische Zagreb. Fast 15 Stunden Zugfahrt mit nur dreimal umsteigen für 57 Euro. Wenn man da nicht zuschlagen muss… Doch schon die Anreise barg einige Schwierigkeiten in sich. Bis ins österreichische Villach war noch alles ok. Dann ging es aber weiter über Jesenice und Ljubljana (beides Slowenien) in Richtung kroatische Hauptstadt. In Ljubilana standen wir über eine Stunde auf dem Bahnhof. „Wir können nicht weiterfahren. Die Strecke ist nach einem Unwetter gesperrt“, sagte der freundliche Schaffner.

Dunkle Wolken über Slowenien: In Ljubljana musste ein Zwischenstopp eingelegt werden.

Zum Glück gab es direkt am Bahnsteig eine Bahnhofskneipe und Flaschenbier zu Supermarktpreisen. Nach gut 90 Minuten unfreiwilliger Pause setzte sich der Zug, ohne Vorwarnung, wieder in Bewegung. Wir saßen natürlich, löblicherweise, schon wieder in unserem Abteil. Gegen 23 Uhr, mit zweistündiger Verspätung ,erreichten wir dann Zagreb. Nach einem kurzen Intermezzo in einer Gaststätte ging es ins Hotel, denn am nächsten Tag stand das erste Spiel auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen kroatischen Frühstück ging es mit dem Bus von Zagreb nach Rijeka. Allein die dreistündige Busfahrt in die Hafenstadt an der Adria hatte vor allem auf dem letzten Drittel einiges zu bieten.

Was für ein Ausblick: Im altehrwürdigen Kantrida wird zwar nicht mehr gespielt, die Aussicht ist aber einzigartig.

In Rijeka stand erst einmal Sightseeing auf dem Programm. Das bedeutet für die geneigten Groundhopper natürlich nicht nur die Sehenswürdigkeiten wie die Burg Trsat (Titelfoto), die natürlich erklommen wurde. Wenn man aber schon einmal in Rijeka ist, dann will man natürlich auch in der Adria planschen und da das altehrwürdige Stadion Kantrida einen herrlichen Blick auf das Meer mit sich bringt, sind 90 Minuten Fußmarsch vom Stadtzentrum bis zum Stadion natürlich ein Klacks. Nach den obligatorischen Fotos des Stadions mit dem tollen Panorama ging es direkt an den naheliegenden Strand. Erstmal ein, zwei Pivo und dann ab ins kühle Nass. Ich, sonst eher als wasserscheu bekannt, hatte es fast auf einen Arschbombenkontest mit den Einheimischen abgesehen, besann mich dann aber nur auf das Planschen in der Adria. Die Wassertemperatur war angenehm, im Gegensatz zu den fast 40 Grad außerhalb des Salzwassers.

Bahnfrei, gleich kommt der Gaube: In der Adria genoss der Sportnews-Mitarbeiter das angenehme Salzwasser.

Danach ging es mit dem Taxi, die 30000 Schritte waren schon erreicht, ins Stadion Rujevica, der Heimat von NK Rijeka. Das Quali-Heimspiel in der Champions-League gegen den bulgarischen Vertreter Ludogoretz Razgrad stand auf dem Programm. Keine Tore, gute Stimmung und stolze 40 Euro Eintritt, nachdem der Verein frecherweise die Akkreditierungsanfrage höflich abgelehnt hatte. Und dennoch: Der Auftakt der sportlichen Balkan-Tour hatte sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn die Highlights noch folgen sollten. Dazu aber später mehr in den nächsten Teilen von „Gaubes Balkan-Tour“. Es lohnt sich zu warten, denn in Kürze wird über durchgeschossene Busfahrer, zerschossene Viertel oder über einem Abend auf der Tartanbahn eines Olympiastadions berichtet wird.

Gute Stimmung, trotz teurer Eintrittspreise: Die Fans von NK Rijeka mussten sich mit einem torlosen Remis zufrieden geben.