Flutlicht, dreckiger Sieg und die Tabellenführung: Der Freitagabend lief nach Maß für den VfV 06. Der 2:1-Sieg gegen Wolfenbüttel war schmeichelhaft, aber danach wird morgen schon niemand mehr fragen.

Im zweiten Spiel unter dem neuen Flutlicht ist dem VfV 06 Hildesheim der erste Sieg gelungen. Nachdem die Hildesheimer vor drei Wochen die Flutlichtpremiere im Niedersachsenpokal vergeigten, folgte am Freitagabend in der Oberliga der erste Sieg unter den neuen Strahlern. Gegen den MTV Wolfenbüttel gewann das Team von Trainer Ridha Kitar glücklich mit 2:1. Der Tenor auf der Tribüne war eindeutig: „Manchmal muss man auch dreckig gewinnen“, lautete die einhellige Meinung der 548 Zuschauer im Friedrich-Ebert-Stadion. Dem VfV gehörten zwar die ersten zehn Minuten, danach kam von den Hildesheimern aber nicht mehr viel. Vielleicht stand der VfV auch noch unter dem Schock eines verschossenen Elfmeters. Louis Malina scheiterte kläglich vom Elfmeterpunkt an MTV-Torwart Ömer Güzel (12.). Zuvor war Karsan Doski im Strafraum gefoult worden. Im Nachschuss an Malinas Fehlschuss scheitere Jo Tewes ebenfalls an Güzel. Fortan übernahmen die spielstarken Gäste das Kommando. In der 17. Minute Hadi Abou-Raya mit einem platzierten Rechtsschuss aus 20 Metern zum 0:1. Bei den Hildesheimern lief nun gar nichts mehr zusammen. Die VfVer konnten froh sein, dass es beim Halbzeitpfiff nicht 0:2 stand, weil in der 45. Minute ein Schuss von Akram-Dine Mohamadou auf der Latte des Hildesheimer Tores landete. Besser wurde das Hildesheimer Spiel auch in der zweiten Halbzeit nicht. In der 48. Minute herrschte ein Gewusel vor dem VfV-Tor und die Hildesheimer hatten Glück, dass Niklas Richters Schuss gerade noch abgeblockt wurde.

Mick Gudra (rechts) war an beiden Hildesheimer Toren beteiligt.

Für den VfV waren es nun Einzelaktionen, die die Wende brachten. Zunächst tankte sich Mick Gudra auf der linken Seite durch und Mahdi Biso köpfte Gudras tolle Flanke überlegt zum 1:1 ins Wolfenbütteler Tor (56.). Drei Minuten später das gleiche Spiel: Gudra brachte den Ball einfach mal in den MTV-Strafraum und irgendwie landete das Spielgeräte bei Biso, der sich nicht lange bitten ließ und sehenswert zum 2:1 traf. Der VfV hatte das Spiel gedreht und wusste gar nicht so richtig, wie. In der Folge wurde es ein Spiel auf ein Tor und zwar auf das des VfV. Torwart Lennart Schulze-Kökelsum musste zweimal gegen Abou-Raya und Marvin Oktay klären. Die Wolfenbütteler waren dicht dran am Ausgleich und haderten immer wieder mit Schiedsrichterin Celina Böhm, die nun wirklich keine klare Linie in ihren Entscheidungen erkennen ließ. In der Nachspielzeit forderten die Gäste noch einen Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Yusuf Akdas und Oktay, aber Böhm ließ weiterspielen. In der 96. Minute hatte Abwehrspieler Richter die große Chance zum verdienten MTV-Ausgleich. Richter drosch die Kugel aber aus zehn Metern in Richtung Flutlicht. Danach war Schluss, aber richtig Freude wollte bei den Hildesheimern trotz der eroberten Tabellenführung nicht aufkommen. Die 96 Minuten hatten Kraft gekostet und Spuren hinterlassen. „Der Boden ist sehr tief, damit müssen aber beide Teams zurechtkommen und Wolfenbüttel hat gezeigt, dass man auf unserem Platz auch gut kombinieren kann. Wir haben heute dreckig gewonnen, aber das muss auch mal sein“, sagte Omar Fahmy, der Vorstand Sport des VfV nach dem glücklichen 2:1-Erfolg seines Teams. Für den Moment ist der VfV 06 Tabellenführer. Die Hildesheimer haben nach nunmehr elf Spielen 24 Punkte auf dem Konto. Wenn das Kitar-Team im weiteren Saisonverlauf, Spiele wie das gegen den MTV Wolfenbüttel für sich entscheiden kann, dann ist mit dem VfV am Saisonende ganz oben zu rechnen.

Mobiler Balljunge: Max brachte die Bälle mit einem E-Scooter an den Spielfeldrand zurück.