Oberliga Niedersachsen

Erstes Remis im F-E-S gegen Beton anrührende Northeimer

08. März 2020, 15:56 Uhr

Archivbild: Gerhard Peisker

Am heutigen Sonntag rollte endlich wieder der Ball im Hildesheimer Friedrich-Ebert-Stadion. Nach exakt 97 Tagen bestritt der VfV Borussia 06 Hildesheim wieder ein Heimspiel in der Oberliga Niedersachsen - zu Gast war vor 1320 Zuschauern der abstiegsbedrohte FC Eintracht Northeim. 

Unter der Woche ging es hoch her beim FC. Obwohl Northeim unter Ex-Trainer Simon Schneegans aus den letzten sechs Spielen drei Siege holte, entschied sich die Vereinsführung die Reißleine zu ziehen und mit dem dem 32-jährigen Nils Reutter als Cheftrainer weiter zu machen. 
Pünktlich um 15:00 Uhr pfiff Schiedsrichter Timon Oliver Schulz die Begegnung an und die Gäste starteten wie die Feuerwehr. Gleich zu Beginn setzte sich Northeim in der VfV06-Hälfte fest. Eine flache Hereingabe von der rechten Seite lenkte Julian Kratzert zum 1:0 in die Maschen, vorbei am verdutzten aber machtlosen Nils Zumbeel. Die Domstadtelf merke jetzt, dass der Vorjahres-Vizemeister hier heute ernst machen wollte. Doch Hildesheim war jetzt wach und übernahm mehr und mehr die Kontrolle - immer näher kamen sie dem von Tim Tautermann bewachten FC-Tor. In der 21. Minute trudelte ein Freistoß aus dem Halbfeld dann an Freund und Feind vorbei, genau auf den Fuß von Benni Plaschke. Der ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und drosch das Leder aus kürzester Distanz zum 1:1 Ausgleich ins Tor - völlig verdient zu diesem Zeitpunkt. Nach einer halben Stunde hatte der Gast in Form von Linus Baar dann großes Glück, dass man weiterhin vollzählig auf dem Platz verbleiben durfte. Einen Konter unterband der Einträchtler mit einem taktischen Foul, welches auch gut und gerne zum Platzverweis führen hätte können, da Baar zuvor bereits die gelbe Karte gesehen hatte. Der VfV06 ließ sich hiervon allerdings nicht beeindrucken und lamentierte auch nicht groß herum, das sieht man bei anderen Teams häufig anders. Thomas Sonntag, Benni Plaschke und Jane Zlatkov vergaben dann allesamt hochkarätige Chancen - mit einem 1:1 ging es in die Pause. 

Die zweite Halbzeit begannen die Gäste sehr tief stehend. Man ließ Hildesheim bis weit in die eigene Hälfte anlaufen und versuchte dann durch Balleroberungen Konter zu initiieren. Das gelang aber nur selten und wenn, dann nicht erfolgreich. So plätscherte das Spiel dahin, für die Zuschauer bisweilen eine zähe Angelegenheit, da Northeim hinten Beton anrührte. Erst in der 61. Minute mal wieder eine Chance im Spiel. Der eingewechselte Leon Heesmann erkämpfte sich den Ball im Mittelfeld. Er stecke durch auf Sonntag, der in der Mitte Zlatkov sah. Beim Abschluss versprang der Hildesheimer Nummer 10 der Ball dann etwas, sodass seine Direktabnahme weit über das Tor ging. Es passierte weiterhin nicht viel auf dem Feld. In der 81. Spielminute kam Heesmann dann nach einer Ecke an den Ball, er zog direkt ab und scheiterte letztendlich nur am Aluminium - die größte Chance der zweiten Halbzeit. Zum Spielende machte Hildesheim dann noch einmal Druck und drängte auf den Siegtreffer. Der eingewechselte Stephane Dieupeugbeu kam aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, stand allerdings im Abseits. In der Nachspielzeit die letzte Möglichkeit, nach einem Eckball scheitert Adem Avci mit dem Kopf nur knapp. Dann war Schluss - Northeim erkämpft sich mit Mann und Maus verteidigend einen Punkt im Abstiegskampf, der wohl als wertvoller einzuordnen ist, als der den Hildesheimer im Rennen um die Meisterschaft zugeschriebene Punkt. 

Auch im 10. Heimspiel der Saison bleibt Hildesheim zu Hause ungeschlagen und trotzdem ist man wohl nicht ganz zufrieden. Northeim war heute ein mehr als unangenehmer Gegner, der vom Neu-Trainer Reutter sehr gut eingestellt wurde. Die Gäste ließen nicht all zu viele Chancen zu und brachten das Remis auch durch ein cleveres Zeitspiel über die Bühe - alleine vier gelbe Karten sah Northeim aufgrund von Zeitverzögerungen. 

Hildesheim "verliert" zwei Punkte im Rennen um die Meisterschaft, hat allerdings immer noch zwei Punkte Vorsprung auf Atlas Delmenhorst und zudem noch zwei Spiele weniger auf dem Konto. 
Bereits nächsten Samstag tritt die Domstadtelf beim Heeslinger SC an. 

Autor: Florian Zerrath

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