3. Handball-Liga Ost

Eintracht siegt auf dem Zahnfleisch gegen die Füchse Berlin

13. November 2022, 20:16 Uhr

Acht Tore: Kapitän Lothar von Hermanni bejubelt den Heimsieg. Fotos: Jule Gaube

Die Handballer von HC Eintracht Hildesheim haben am Sonntag ihr Heimspiel gegen die II. Mannschaft der Füchse Berlin souverän mit 36:30 gewonnen. Weil Rückraumspieler Philipp Wäger schon früh im Spiel die Nase gebrochen wurde, kämpfte sich Eintracht sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch zum Sieg.

Nasenbeinbruch bei Philipp Wäger

Mannschaftsarzt Jens Becker und Physio Christof Klocke (rechts) kümmern sich um die Nase von Philipp Wäger.

Eintracht-Trainer Daniel Deutsch ist derzeit nicht zu beneiden. Aktuell fehlen dem Coach mit Abwehrchef Moritz Schade (Kreuzbandriss), Linkshänder Jan Winkler (Knieprobleme) und Mykyta Litvenenko drei wichtiger Spieler. Im Spiel gegen die Berliner verletzte sich der zuletzt formstarke Philipp Wäger und musste vom Parkett. Wäger wurde bei einem Zweikampf schon nach elf Minuten die Nase gebrochen. "Unser Arzt hat noch auf der Platte die Nase etwas gerichtet, aber ich konnte nicht weiterspielen. Das ist mein zweiten Nasenbeinbruch, von daher kenne ich das Gefühl", sagte Wäger nach dem Spiel mit einem Schmunzeln im Gesicht. Der Berliner Lucas Mohr sah daraufhin die rote Karte. "Das sah schon übel aus", sagte auch Berlins Trainer Aron Zierke in der Pressekonferenz. Am Montag soll Wäger beim Arzt vorstellig werden und dann hofft Deutsch, dass der Rückraumspieler am kommenden Wochenende wieder einsatzfähig ist. "Wir gehen aktuell auf dem Zahnfleisch", sagt Deutsch, der momentan nur wenig Alternativen im Kader hat. Teilweise saßen nur noch die unerfahrenen Moritz Diener, Tjark Jonas, Florian Rost und Kenneth Stiegen auf der Bank. 

Kreisläufer Butkus trifft neunmal

Benas Butkus bei einem seiner neun Treffer.

Zu diesem Zeitpunkt führte Eintracht mit 5:3. Danach konnten sich die Hausherren weiter absetzen. Über 14:7 führten die Hildesheimer schließlich zur Halbzeitpause mit 20:13. Das war eine starke Leistung der HC-Handballer. Im Tor wuchs Leon Krka über sich hinaus, so dass Eintracht immer wieder zu einfachen Toren kam. Im Angriff war die Rückraumreihe um Jakub Tonar, dem besser werdenden Tobias Myrbakk und Marko Matic sehr torgefährlich. Kapitän Lothar von Hermann zeigte sich gewohnt treffsicher und warf acht Tore. Übertroffen wurde er nur vom überragenden Benas Butkus am Kreis, der neunmal traf und seine gute Form bestätigte. "Die erste Halbzeit war richtig gut. Ein Sonderlob hat sich heute Leon Krka verdient", sagte Deutsch.

In der zweiten Halbzeit machte sich die dünne Personaldecke bemerkbar. Gegen Ende des Spiels schwanden bei den Hildesheimern die Kräfte. Berlin verkürzte zehn Minuten vor dem Ende auf 29:25. Weil die Füchse aber nicht clever genug waren, hatte Eintracht keine Mühe am Ende vor 852 Zuschauern mit 36:30 zu gewinnen. "Wir hatten so viele freie Würfe, aber wir haben wie Kinder geworfen", kritisierte Zierke sein Team. Deutsch war dagegen nicht unzufrieden mit seinem Team. "Die Mannschaft hat das gut gemacht. Die Entwicklung gerade von Butkus und Myrbakk ist richtig gut. Man sieht, dass sie Verstärkungen sind", sagte er. Apropos Verstärkungen. Braucht Eintracht angesichts der dünnen Personaldecke neue Spieler? "Wir beschäftigen uns mit diesem Thema und wir beobachten den Markt. Wir werden aber nur Spieler verpflichten, die uns auch weiterhelfen können", sagte Deutsch. Mit nunmehr 14:6-Punkten sind die Einträchtler Tabellendritter. Der Erfolg gegen die Füchse war der dritte in Folge. Am kommenden Wochenende hat der HC den SV Anhalt Bernburg zu Gast. Platz zwei ist weiterhin in Sichtweite. 

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