Meisers-Nachricht trübt die Stimmung

Eintracht schlägt Oranienburg klar

Maximilian Willke
16. September 2019, 23:34 Uhr

Gemischte Gefühle bei den Handballern von Eintracht Hildesheim. Zwar gelang am Sonntag ein ungefährdeter und souveräner Erfolg über den OHC, allerdings beendete Chris Meiser unter der Woche seine Handball-Karriere.

Starker Auftritt bringt souveränen Heimsieg

Das war ein starker Auftritt der Mannschaft von Trainer Jürgen Bätjer. Gegen ein wenig überzeugendes Team vom Oranienburger HC spielte Eintracht zwei starke Halbzeiten und konnte nach einer 17:9-Pausenführung am Ende einen 34:19-Heimsieg feiern. Vor 1.069 Zuschauern in der Volksbank-Arena waren die Hildesheimer die deutlich bessere Mannschaft, die aus einer stabilen Defensive heraus viele Angriffe erfolgreich abschließen konnte. "Wir haben in der ersten Hälfte insgesamt nur drei technische Fehler gemacht" zeigte sich Trainer Jürgen Bätjer erfreut über den Auftritt seines Teams. "Die Jungs haben das sehr stark gemacht und hier einen tollen Auftritt gezeigt." Vor allem die beiden Youngster Matteo Ehlers und der im zweiten Durchgang im Tor stehende Leon Krka verdienten sich Bestnoten an diesem Handballabend. Grund zum Feiern hatte auch der jüngste im Kader: Zwei Wochen nach seinem 17. Geburtstag machte Luc Depping sein erstes Drittligaspiel und erzielte auch gleich sein erstes Tor.

Die Partie selbst war bis zum 4:4 in der 8. Spielminute noch völlig offen. Doch dann zog Eintracht mit einer starken Deckung vor dem gut aufgelegten Jakub Lefan auf 9:4 davon und schaffte damit einen ersten Wirkungstreffer. Wenn man beim 13:7 noch kurz das Gefühl haben konnte, die Gäste könnten heute noch einmal aufkommen, so war spätestens nach den beiden Treffern von René Gruszka zum 16:7 und 17:7 innerhalb von nur elf Sekunden die Partie entschieden. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein einseitiges Spiel, in dem Trainer Jürgen Bätjer seinem kompletten Kader Spielanteile geben konnte. Am Ende trugen sich elf Eintracht-Spieler in die Torschützenliste ein und auch Ole Zakrzewski konnte nach seinem Bänderriss kurz vor dem Ende noch sein Comeback geben. Auch in der wechselnden Besetzung blieb das Eintracht-Team unverändert offensivstark und im Deckungsverbund stabil. Großen Anteil hat hier sicher auch Leon Krka, der diverse freie Einwurfmöglichkeiten vereiteln konnte.

Meiser muss aktive Handballkarriere beenden

Dass trotz des Sieges keine überschwängliche Freude aufkam, lag an einer Nachricht, die die Handballer am vergangenen Donnerstag verkraften mussten.
Chris Meiser hat sich entschieden, seine Handballkarriere zu beenden. Der 27-jährige hatte sich im Frühjahr 2018 während der Zweitligasaison das Kreuzband gerissen und hat in der laufenden Reha alles versucht, um wieder zurück ins Team zu kommen, doch sein Körper machte das letztlich nicht mit. Nach dem Kreuzbandriss, einem zusätzlichen Knorpelschaden und dem langen Aufbautraining musste der Allrounder des Eintracht-Teams feststellen: Es geht nicht mehr.

"Die Entscheidung war für mich sehr schwer" sagt Chris Meiser, der seinen Teamkollegen unter der Woche schon seine Entscheidung mitgeteilt hat. Doch der angehende Sportlehrer hat sicher auch seine beruflichen Perspektiven im Blick behalten müssen. "Ich möchte mich besonders bei unseren Ärzten und Physiotherapeuten für die Unterstützung bedanken" fügt Meiser noch hinzu. Eintracht-Geschäftsführer Gerald Oberbeck bedauert die Entwicklung sehr: "Man wünscht einem Spieler immer, dass er seine Karriere auf dem Feld beenden kann. Chris wird uns als Spieler und emotionaler Typ im Team natürlich sehr fehlen, aber die Entscheidung ist absolut verständlich und wir sind froh, dass wir ihn auch weiterhin als Jugendtrainer im Verein haben."

Autor: Maximilian Willke

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