Das Bezirksliga-Derby zwischen dem TuS Grün-Weiß Himmelsthür und dem SV Türk Gücü Hildesheim endete mit einem verdienten Auswärtssieg. Für Gesprächsstoff sorgte eine Rudelbildung in der Nachspielzeit.

Im Bezirksligaderby zwischen dem TuS Grün-Weiß Himmelsthür und dem SV Türk Gücü Hildesheim gerieten die zuvor gespielten 90 Minuten mit dem Abpfiff in den Hintergrund. Furkan Kital hatte gerade den Treffer zum 1:3-Endstand erzielt, als sich die Emotionen endgültig entluden. Während des Spiels hatte es immer mal wieder kleine Wortgefechte zwischen den Trainerbänken gegeben. Das war eher handelsüblich.

Das hat im Sport nichts zu suchen: TuS-Trainer verliert die Beherrschung

Als einige Türk Gücü-Spieler den Treffer zum 1:3 ausgiebig vor der Himmelsthürer Trainerbank feierten, brannten TuS-Trainer Michael Lang endgültig die Sicherungen durch. Lang, der sonst als sehr besonnen gilt, ließ sich zu einer verbalen Entgleisung hinreißen, die im Sport absolut nichts zu suchen hat (Der Verein SV Türk Gücü Hildesheim hat dazu bereits eine Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht)! Danach kam es endgültig zu einer Rudelbildung und die Gäste verließen, ohne den üblichen Sportgruß, den Platz – eine verständliche Reaktion der Türk-Gücü-Mannschaft. Eine spätere Entschuldigung Langs, der als Trainer seine Vorbildfunktion zuvor für einige Momente vergessen hatte, kam dann auch zu spät und wurde nicht vom Türk Gücü-Team nicht akzeptiert. „Ich wollte wirklich niemanden rassistisch beleidigen“, entschuldigte sich der TuS-Trainer nach dem Spiel.

Damit rückte das sportliche Geschehen zunehmend in den Hintergrund. Dabei war Türk Gücü über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und feierte am Ende einen verdienten 3:1-Auswärtssieg. Hoshyar Taha Bash brachte die Gäste in der 19. Minute per Kopf in Führung, nachdem Mustafa-Berkay Güneri die Ecke hereingebracht hatte. Kurz vor der Pause bot sich Türk Gücü die große Chance auf das 0:2, doch Ahmad Taha Bash setzte den Ball aus fünf Metern freistehend über das Tor. Stattdessen schlug Himmelsthür direkt zurück: Cagri Genc verwertete eine Vorarbeit von Dustin Schnepp mit der Pike zum etwas glücklichen 1:1 (41.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Türk Gücü die aktivere Mannschaft. In der 53. Minute fand Güneri mit einer Flanke den Kopf von Hajrush Halimi, der zum 1:2 traf. Himmelsthür fand offensiv nur selten Lösungen. Ein Freistoß von Liam Delf, der am Außenpfosten landete, war noch die beste Möglichkeit. Auf der anderen Seite scheiterte Halimi in der 70. Minute an TuS-Torwart Finn Dankworth. Zehn Minuten später hätte Furkan Kital für die Vorentscheidung sorgen können, übersah jedoch den besser postierten Altin Nazifi. In der Nachspielzeit machte es Kital dann selbst besser und traf aus 14 Metern zum 1:3. Unmittelbar danach geriet das sportliche Geschehen endgültig zur Nebensache.

Unsportliche Äußerungen bereits im Spiel der Zweitvertretungen

Bereits im Vorspiel (1. Kreisklasse Staffel A) zwischen den Zweitvertretungen des TuS Grün-Weiß Himmelsthür und des SV Türk Gücü Hildesheim (1:1-Unentschieden) war es hitzig geworden. Dabei gerieten auch Zuschauer negativ in den Fokus. Zwei Himmelsthürer Zuschauerinnen kommentierten lautstark, die Türk-Gücü-Spieler sollten auf dem Platz Deutsch sprechen. Der Schiedsrichter sah sich daraufhin veranlasst, das Spiel kurz zu unterbrechen und die Zuschauerinnen zu ermahnen. Auch wenn es sich insgesamt um eine hitzige Partie zweier Mannschaften handelte, sorgten die Äußerungen für Unverständnis. Vor dem Hintergrund der späteren Ereignisse beim Bezirksliga-Derby dürfte beim TuS-Vorstand damit einiges in den nächsten Tagen aufzuarbeiten sein.

Verfasst von Stephan Gaube und Anton Gebhard