Beim Bezirkligisten SC Harsum

Der "indirekte" Neuzugang gibt sein Debüt

Maximilian Willke
06. November 2019, 14:45 Uhr

Foto-Montage: Timo Biedermann - Fotos: Maximilian Willke & SC Harsum

Eigentlich ist Batuhan Kavakli schon seit Sommer Bestandteil des Bezirksligisten SC Harsum. Doch so richtig dürfte er sich seit vergangenem Sonntag als Mitglied des Teams fühlen. 

Elf Monate Pause

Warum der 3. November 2019 so ein besonderes Datum für Batuhan Kavakli sein dürfte, beschreiben zwei andere Daten ziemlich gut. Zum einen der 8. Dezember 2018, der Tag seines letzten Pflichtspiels und der 10. Januar 2019, der Tag seiner Verletzung.
Ein Kahnbeinbruch, eine Fraktur der Handwurzel zogen eine Operation und eine lange Ausfallzeit nach sich. Zu allem Überfluss verheilte die Verletzung nicht richtig, sodass eine weitere Operation notwendig wurde. Es wurden Schrauben eingesetzt, die im Januar 2020 wieder entfernt werden, also folgt sogar eine dritte Operation für den jungen Flügelflitzer.
Am besagten 3. November bekam er nun endlich die Freigabe, dass er wieder spielen darf. Als Geschenk für das lange Warten bekam er von seinem Trainer Sven Pohl direkt einen Startelf-Einsatz. „Aufgrund des Wochenspieltags wollten wir ein bisschen rotieren. Batu hat sich im Training aufgedrängt und war heiß auf sein erstes Spiel! Außerdem wollten wir mit Batu einen Überraschungseffekt haben“, nennt der Trainer die Beweggründe für den Einsatz.

Aus der VfV-U19 zum SCH

Foto: Maximilian Willke

Bis zum Sommer spielte der äußerst talentierte 19-jährige in der U19 des Oberligisten VfV Borussia 06 Hildesheim. Die Verletzung verhinderte ein Training im Oberliga-Kader, sodass er sich möglicherweise hätte für höhere Aufgaben empfehlen können. Stattdessen zog es ihn mit drei weiteren Spielern aus A-Jugend-Mannschaft zum Bezirksligisten SC Harsum. Wie Fabian Stuke, Evan Schaer und Luis Baule trägt Kavakli seit Sommer auch Schwarz-Weiß-Grün, wobei das Trikot bis zur Partie in Volkersheim warten musste. „Luis Baule hat mir vorgeschlagen, dass ich nach Harsum kommen soll, da sein Transfer bereits früher feststand. Ich habe mich mit Harsum unterhalten und war schnell überzeugt, da der Verein trotz der Verletzung auf mich zugekommen war, so Kavakli zu seiner Entscheidung für den Wechsel.

Eingewöhnung ohne Fußball

Ein neues Team und neue Trainer – all das warteten im Sommer und dabei konnte er sein fußballerisches Potenzial zunächst gar nicht zeigen. Dennoch wurde er herzlich empfangen, wie er selbst verrät: „Trotz meiner Verletzung haben mich die Mannschaft und auch die Trainer gut aufgenommen und sich sehr herzlich um mich gekümmert.“
Wie man einen Fußballer ohne Fußball zu spielen in ein Team einbringt erklärt Harsums-Trainer Sven Pohl: „Batu war fast bei allen Trainingseinheiten und Spielen dabei, dementsprechend kannte er die Abläufe. Er wurde von den Jungs genauso aufgenommen, wie die anderen Neuzugänge auch!“

Schäfer´s Nachfolger?

Untere Reihe, der 2. von rechts - Batuhan Kavakli

Gegen den FC Ambergau / Volkersheim gab er also nach knapp elf Monaten Verletzungspause sein Comeback. In der Startelf des SCH durfte er mit der Rückennummer 7 etwas mehr als eine Stunde spielen. Die 7 übernahm er im Sommer von Christian Schäfer, den es zum aktuellen Tabellenführer 1. FC Sarstedt zog. Angesprochen auf Schäfer und eine mögliche Nachfolger entgegnet Harsums „indirekter Neuzugang“: „Wir haben sicher einen ähnlichen Spielstil. Er ist auch klein, ziemlich flink, sehr dribbelstark und Linksfuß wie ich.“
Trainer Sven Pohl freut sich über eine weitere Variable im Harsumer Spiel für die Zukunft, lastet dem Neuzugang aber keinen Druck auf: „Batu hat gestern sein erstes Herrenspiel gemacht! Er war eine Belebung in unserem Spiel! Er muss sich jetzt in den Spielen an den Herrenbereich gewöhnen! Er hat sehr gute Anlagen, um uns variabler zu machen! Wie die anderen A-Jugendlichen (Evan, Luis, Connor, Maxi, Fabi) werden wir ihm Spielzeit geben!“

Ehrgeiziger junger Spieler

In erster Linie geht es für Batuhan Kavakli nun aber darum, seine alte Form zurück zu finden. „Ich durfte lange Zeit nur laufen gehen“, gibt er zu, dass die Zeit der Verletzung an ihm genagt hat. „Es war ein absolut schwieriges Jahr für mich. Ich liebe Fußball, es war hart solange nicht spielen zu können.“
Mit dem SC Harsum hat er nun ehrgeizige Ziele: „Die haben immer oben mitgespielt, das will ich nun auch – Harsum war für mich absolut die richtige Entscheidung.“
Nach seiner dritten Operation im Januar 2020 soll er diesmal nur für die Zeit der Narbenverheilung ausfallen, sodass einer erfolgreichen Zeit für den „indirekten November-Neuzugang“ quasi nichts im Wege steht. 

Autor: Maximilian Willke

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