Beim SV Bavenstedt II kehrt weiterhin keine Ruhe auf der Trainerposition ein. Sven Lengwenus, der erst im Sommer das Traineramt bei der zweiten Herren übernommen hatte, ist am Montag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Damit muss sich der Aufsteiger erneut auf Trainersuche begeben.

Lengwenus hatte die Mannschaft im Sommer nach dem Aufstieg in die Kreisliga übernommen. Nach sechs Spieltagen steht der SV Bavenstedt II mit drei Siegen und drei Niederlagen im Tabellenmittelfeld. Auch im Kreispokal läuft es bislang ordentlich: Die Bavenstedter haben die dritte Runde erreicht. Dennoch zog Lengwenus nun die Konsequenzen aus der aus seiner Sicht schwierigen sportlichen Situation.

„Das ist schon eine Sache, die von Beginn an sehr, sehr schwierig war“, erklärt Lengwenus. Bereits nach seiner Zusage habe sich die Situation personell deutlich verändert. Mehrere Leistungsträger standen nicht oder nicht dauerhaft zur Verfügung. So wechselten Ayman Ata’Allah und Hildar Heso kurzfristig zum TSV Giesen, Timon Westendorf, mit seinen Leistungen und Toren aus der vergangenen Saison ein wichtiger Faktor in der Offensive, fällt verletzungsbedingt für die komplette Saison aus. Lauritz Singelmann spielt inzwischen nur noch in der Ü32, zudem fiel Andre Bartel über weite Teile der Vorbereitung und bislang aus.

„Das sind über 60 Scorer, die der Mannschaft natürlich auch leistungstechnisch fehlen“, macht Lengwenus deutlich. Diese Ausfälle habe man nicht kompensieren können. Hinzu sei eine äußerst schwierige Vorbereitung gekommen. Mehrere Trainingseinheiten mussten aufgrund von Verletzungen, Urlauben und der insgesamt geringen Spielerzahl abgesagt werden.

Auch während der Saison blieb die Personalsituation angespannt. Lengwenus berichtet von Spieltagen, an denen lediglich acht, neun oder zehn Spieler aus dem Kader der zweiten Herren zur Verfügung standen. Um überhaupt eine Mannschaft stellen zu können, musste regelmäßig auf Spieler aus der Alten Herren und der ersten Herren zurückgegriffen werden. „Am Ende war es eigentlich immer ein Gewürfel: Was hast du überhaupt am Wochenende zur Verfügung?“, beschreibt der Trainer die Situation.

Insgesamt kamen laut Lengwenus bereits 32 Spieler zum Einsatz, rechnet er die Vorbereitung hinzu, sogar 36 oder 37. Eine kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft sei unter diesen Umständen kaum möglich gewesen. „Wenn man jedes Wochenende die Elf quasi wie gewürfelt auf dem Platz präsentieren muss – neue Viererkette, neue Torhüter, neue Sechser, neue Außenbahnspieler – dann wird es schwierig, da irgendwas auf die Beine zu stellen oder sich irgendwo ein bisschen einspielen zu lassen“, so Lengwenus.

Zwar habe die Unterstützung aus der ersten Herren immer wieder geholfen und auch den einen oder anderen Punkt ermöglicht. Dauerhaft könne man darauf jedoch nicht bauen. Auch die Festspielregelung erschwere es, Spieler der ersten Mannschaft regelmäßig für die zweite Herren einzusetzen.

Besonders deutlich wurde die Problematik für Lengwenus zuletzt im Pokal. Dort musste die Mannschaft teilweise auf Spieler aus der Alten Herren im Alter von 40 oder 42 Jahren zurückgreifen. Lengwenus betont ausdrücklich seinen Respekt und Dank gegenüber den älteren Spielern, die immer wieder ausgeholfen hätten. Für eine dauerhafte Etablierung in der Kreisliga sei diese Lösung aus seiner Sicht jedoch nicht ausreichend. In den vergangenen drei Spielen ohne Unterstützung aus anderen Mannschaften sei die eigene Mannschaft zudem „nahezu chancenlos“ gewesen.

„Ich habe einen sportlichen Reiz und einen sportlichen Ehrgeiz, den ich für mich selber gesetzt habe“, erklärt Lengwenus seine Entscheidung. Er sehe unter den gegebenen Voraussetzungen keine ausreichende Grundlage, um die Mannschaft in den kommenden Wochen und Monaten so zu entwickeln, wie er es sich vorgestellt habe. „Leider habe ich festgestellt, dass wir mit der Mannschaft kein Kreisliganiveau haben. Das ist leider einfach so.“

Sein Rücktritt ist damit bereits der nächste Wechsel auf der Trainerposition beim SV Bavenstedt II. In den vergangenen Jahren standen unter anderem Frank Leitermann, Milano Werner, Peter Weinkauf, Dennis Martin und Christopher Sikora an der Seitenlinie. Nun steht der Verein erneut vor der Aufgabe, einen Nachfolger zu finden.

Persönlich nachtreten möchte Lengwenus trotz seiner Kritik an den Rahmenbedingungen ausdrücklich nicht. „Ich würde am Ende des Tages nie persönlich irgendwen angreifen. Es ist eine sportliche Situation, die ich einfach so bewertet habe, dass ich dafür selber einen anderen Anspruch habe“, betont der scheidende Trainer. Gleichzeitig bedankt er sich bei allen Spielern und Verantwortlichen für die Zusammenarbeit und wünscht dem SV Bavenstedt II für die Zukunft alles Gute.