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Der VfV-Coach Ridha Kitar gab am gestrigen Montag seinen Rücktritt bekannt. Sportnews-Redakteur Stephan Gaube macht deutlich: Kitar geht erhobenen Hauptes.
Das es innerhalb der Mannschaft des VfV 06 seit einige Zeit rumort, ist ein offenes Geheimnis. Es gibt verschiedene Grüppchen, einige waren trainernah, die anderen versuchten sogar den Coach im März zu entmachten. Die Mannschaft stimmte intern über den Trainer ab, scheiterte aber mit dem Putschversuch. Die Bosse stärkten Trainer Ridha Kitar den Rücken und verlängerten sogar seinen Vertrag. Es war der Anfang vom Ende der insgesamt fünfzehnmonatigen Amtszeit Kitars. Hin und wieder rief die Mannschaft ihr Potential ab, aber viel zu selten, um die Aufstiegsambitionen zu untermauern. Die Spieler waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und kamen auch nicht mit der direkten Art des Trainers klar. Ich unterstelle, dass niemand bewusst gegen einen Trainer spielt, gleichwohl machte der eine oder andere sicher einen Schritt weniger und gab auch nicht ganz 100 Prozent. Das Ergebnis waren teils katastrophale Niederlagen in Delmenhorst, Heeslingen oder bei Absteiger Wolfenbüttel. Kitar wollte den Kader in der Sommerpause umstrukturieren und vermeintliche Quertreiber wegschicken. Damit kam er bei den Bossen nicht gänzlich durch. Die Folge war das Ausscheiden im Niedersachsenpokal und eine peinliche 0:5-Klatsche zum Saisonstart in Spelle. Kitar zog noch am Sonntagabend die Reißleine und geht erhobenen Hauptes. Er hat es nicht geschafft, die vielen Egotypen zu einer Mannschaft zusammen zu formen. Dabei hat Kitar sicher nicht alles richtig gemacht, aber er hat keinen Elfmeter verschossen, Topchancen vergeben oder sich rote Karten eingehandelt. Der VfV hat Ambitionen und möchte wieder in die Regionalliga spielen. In dieser Saison scheint der Kader aber nicht die Qualität für den ganz großen Wurf zu haben. Dafür ist Omar Fahmy, der Vorstand Sport verantwortlich. Fahmy ist bei den Fans deswegen in die Kritik geraten und weil er lange an Kitar festgehalten hat. Er wird nun die Chance bekommen, Kitars Nachfolger zu verpflichten. Dieser Schuss muss definitiv sitzen, sonst wird es auch für Fahmy eng. Und noch eins: Natürlich wäre U19-Trainer Benedict Plaschke der ideale Kitar-Nachfolger. Plaschke hat bei der A-Jugend kontinuierlich erfolgreiche Arbeit abgeliefert. Er wird im Verein und von den Fans geschätzt. Aber: Plaschke ist nicht im Besitz der notwendigen Trainerlizenz. Das könnte man sicherlich umgehen, Plaschkes Herz hängt jedoch an der U19 und der Verein wird sich nicht in die Gefahr begeben eine zweite Baustelle aufmachen. Plaschke sollte daher bei der U19 bleiben und für das Oberliga-Team müssen Präsident Michael Salge, Vorsitzender Achim Balkhoff und insbesondere Omar Fahmy zügig einen Nachfolger finden. Einen, der autoritär daher kommt, der es aber auch schafft, die Sprache der Spieler zu sprechen und der aus den Grüppchen wieder eine Einheit formt. Dann könnte das Team alle Kritiker eines besseren belehren.
