Nach 16 Jahren im Trikot des FC Concordia Hildesheim ist Schluss. Max-Carlo Lange, über viele Jahre prägende Figur, Führungsspieler und Kapitän an der Bürgerwiese, hat seine aktive Laufbahn beendet

Ein letztes Mal zu Null – das perfekte Drehbuch

Sein letzter Auftritt hätte dabei kaum passender verlaufen können. Ein letztes Mal führte Lange seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld, ein letztes Mal organisierte er die Defensive und am Ende stand gegen den RSV Achtum hinten die Null.

Für einen Defensivspieler war es der perfekte Abschied.

Als Defensivmann gibt es nichts Schöneres, als mit einer weißen Weste aufzuhören. Die Null steht, das Spiel wurde gewonnen, besser hätte das Drehbuch für mein letztes Spiel nicht geschrieben werden können

sagte Lange nach seinem letzten Spiel im Concordia-Trikot.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass dieser Tag kein gewöhnlicher werden würde. „Mir ging unfassbar viel durch den Kopf. 16 Jahre an einem Ort hinterlassen tiefe Spuren“, blickte Lange auf die Momente vor dem Spiel zurück. Bereits beim Warmmachen kamen die Erinnerungen hoch: an die Anfänge, an große Spiele, an Rückschläge, an Aufstiege und an all die Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. „Es war ein extrem nostalgischer Moment schon beim Warmmachen.“

Besonders emotional wurde es bei seiner Auswechslung. Die Mannschaft stand Spalier, dazu gab es ein Abschiedsgeschenk und sogar ein selbst geschriebenes Lied über seine 16 Jahre bei Concordia. „Es war pure Gänsehaut“, beschrieb Lange diesen Moment.

Als ich vom Platz ging und die gesamte Mannschaft Spalier stand, um mich zu verabschieden, musste ich echt schlucken.

Besonders dankbar zeigte er sich gegenüber seinen Mitspielern und Kapitän Danino: „Danke an alle und ganz besonders an meinem Kapitän Danino für diesen unvergesslichen Abschied!“

Der Entschluss, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, sei über Monate gereift. „Nach 16 Jahren intensiven Amateurfußballs merkt man irgendwann, dass der Körper und auch der Kopf bereit für etwas Neues sind“, erklärte Lange. Dennoch fällt ihm der Abschied schwer. Concordia sei für ihn weit mehr als nur ein Verein. „Concordia ist ein riesiger Teil meines Lebens. Die Routine, dreimal die Woche die Jungs zu sehen, wird mir fehlen.“

Max-Carlo Lange, stets eine Ruhepol und Sicherheitsfaktor im Spiel des FC Concordia Hildesheim.

Familiäres Umfeld und 16 Jahre der selbe Trainer

Was ihn über eine so lange Zeit an der Bürgerwiese gehalten hat, beschreibt Lange als Gesamtpaket. Ein entscheidender Faktor war dabei die außergewöhnliche Konstanz auf der Trainerposition. „In all den 16 Jahren hatte ich mit Tino Laubinger nur einen einzigen Trainer. Das gibt es im Fußball heute kaum noch.“ Laubinger habe ihn und den Verein geprägt, das Vertrauen sei immer da gewesen. „Dazu kam der unschlagbare Zusammenhalt in der Truppe.“

Für Lange steht der FC Concordia Hildesheim deshalb für drei Begriffe: „Heimat, Familie und Leidenschaft.“ Die Bürgerwiese wurde für ihn über die Jahre zu einem besonderen Ort.

Die Bürgerwiese ist mein sportliches Wohnzimmer. Ich kenne dort jeden Grashalm und verbinde mit diesem Platz die schönsten Erinnerungen meiner Fußballerkarriere.

Zu diesen Erinnerungen gehören vor allem die beiden Aufstiege in die Bezirksliga. „Das waren Meilensteine für den gesamten Verein und der Lohn für jahrelange, harte Arbeit mit Tino und der Truppe“, sagte Lange. Auch schwierige Phasen, Abstiege und Verletzungen hätten ihn geprägt. Doch genau diese Rückschläge hätten die Mannschaft immer wieder zusammengeschweißt. „Nach jedem Rückschlag sind wir stärker zurückgekommen.“

Lange feiert mit seinen Concorden in der Saison 23/24 den Aufstieg in die Bezirksliga.

Bei allen sportlichen Themen die Menschlichkeit nicht vergessen!

Als Führungsspieler verstand Lange seine Rolle stets sportlich und menschlich. „Für mich ging es immer darum, voranzugehen, sportlich wie menschlich.“ Auf dem Platz war er eine Mischung aus Antreiber und ruhigem Organisator. „Ich konnte laut werden, wenn die Einstellung nicht gestimmt hat, aber meistens habe ich versucht, das Spiel durch Abgeklärtheit und Organisation von hinten heraus zu beruhigen.“

Besonders wichtig war ihm der Umgang mit jungen Spielern. Diese sollten sich bei Concordia sofort aufgenommen fühlen. Gleichzeitig wollte Lange Werte vorleben, die für ihn den Verein ausmachen: „Loyalität, Einsatzbereitschaft und absolute Identifikation mit dem Verein. Wer das Concordia-Trikot trägt, muss alles auf dem Platz lassen.“

Auch wenn der Fußball in den vergangenen Jahren schnelllebiger geworden ist, ist für Lange eines immer gleich geblieben: „Das Herz des Vereins. Die Leidenschaft auf der Bürgerwiese und der Spirit in der Kabine nach Siegen oder Niederlagen sind über die 16 Jahre exakt gleich geblieben.“ Genau dieses Miteinander mache Concordia aus. „Hier zählt das Miteinander noch richtig.“

Der letzte Tanz in der 1. Herren, doch Lange bleibt dem Verein erhalten!

Nach dem Abpfiff wurde ihm endgültig bewusst, dass seine aktive Zeit vorbei ist. „Als das für mich geschriebene Lied lief und ich in die Gesichter der Mannschaft geblickt habe, da ist die Last des Spiels abgefallen und die Realität hat mich eingeholt: Das war dein letzter Tanz auf der Bürgerwiese.“

Ganz verabschieden wird sich Lange vom FC Concordia Hildesheim aber nicht. „Nach 16 Jahren schüttelt man den Verein nicht einfach so ab“, machte er deutlich. Künftig wird er ein wenig bei den neuen Alten Herren unter Trainer Danino mitwirken, wo bereits viele alte Weggefährten angemeldet sind. Außerdem wird er den Verein weiter als Fan begleiten. „Für Concordia steht meine Tür im Hintergrund immer offen.“

Der Mannschaft, dem Trainerteam und Kapitän Danino wünscht Lange für die kommenden Jahre „maximalen sportlichen Erfolg und verletzungsfreie Spielzeiten“. Und auch wenn er künftig sonntags mehr Freizeit haben wird, bleibt eines sicher: Max-Carlo Lange wird an der Bürgerwiese nicht einfach verschwinden. Nach 16 Jahren, zwei Bezirksliga-Aufstiegen, unzähligen Spielen und vielen besonderen Momenten endet zwar seine aktive Laufbahn, seine Verbindung zum FC Concordia Hildesheim aber bleibt bestehen.