Der SC Drispenstedt ist Kreispokalsieger. Das Team von Trainer Mo Siala gewann ein hart umkämpftes Endspiel gegen Ligakonkurrent TSV Deinsen mit 7:6 nach Elfmeterschießen. Das Finale war von einigen strittigen Entscheidungen geprägt.

Was war denn das für ein verrücktes Kreispokalfinale? Der SC Drispenstedt ging als Favorit in das Endspiel gegen Kreisliga-Konkurrent TSV Deinsen und hatte in der ersten Halbzeit auch durchaus mehr Spielanteile und hätte durch Mahdy Kawar in der 10. Minute in Führung gehen können. Der Stürmer schoss aber aus aus zwölf Metern freistehend am Tor vorbei. Auf der Gegenseite war es Elbison Ahmetaj, der zwei gute Chancen vergab. Nach einer halben Stunde hatten die gut 100 Deinser Fans den Torjubel auf den Lippen. Ein Freistoß von Agron Luma klatschte an den Pfosten des Drispenstedter Tores. Kurz darauf scheiterte TSV-Stürmer Leandro Fischer an SC-Torwart Mateusz Zöllner und Milan Ander schoss den Nachschuss über das Tor. Die Deinser Führung wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen. In der 37. Minute ging das der Tabellenzweite der Kreisliga in Führung. Der nur 1.67 Meter große Artjom Schepp köpfte eine schöne Außenrissflanke von Faisel Rachidi zum 1:0 für Drispenstedt ins Netz. Dem Treffer könnte in der Entstehung allerdings ein Foulspiel eines Drispenstedters vorausgegangen sein. Bis zum Halbzeitpfiff passierte nicht mehr viel. Den etwas besseren Start in die zweite Hälfte erwischte der SCD. Janik Nowak setzte den ersten ernsthaften Schuss aber über das TSV-Tor. Nach gut einer Stunde hätte Ahmetaj für den TSV ausgleichen müssen, er scheiterte aber völlig freistehend an SC-Torwart Zöllner. In der 79. Minute gelang Deinsen dann der verdiente Ausgleich. Agron Luma zirkelte einen Freistoß auf den Kopf von Ousmane Soumah, der zum 1:1 einköpfen konnte. Der TSV war nun vollends am Drücker und wollte das Spiel in der regulären Spielzeit entscheiden. Fünf Minuten nach dem Ausgleich spielte Drispenstedts Riad Bero den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand. Soumah verwandelte den Elfmeter sicher zur 2:1-Führung, der TSV hatte das Spiel gedreht.

Deinsens Norbert Fengler im Dialog mit Schiri Hans Brozio (rechts)

Schiedsrichter Hans Brozio zeigte vier Minuten Nachspielzeit an und als diese um war entschied der 18-jährige Referee noch einmal auf Ecke für den SC D. Der Ball landete schließlich bei Rachidi, der aus 16 Metern zum viel umjubelten Ausgleich traf. Der Treffer hätte aber nicht zählen dürfen, weil unmittelbar vor Rachidis Schuss der nach vorne geeilte SC-Torwart Zöllner mit einem Fallrückzieher im Deinser Strafraum seinen Gegenspieler gefährdete. Brozio unterband diese Harakiriaktion aber nicht und der Treffer zählte. Während die Drispenstedter den Ausgleich frenetisch bejubelten, stürmte die Deinser Bank auf den jungen Schiri zu. Norbert Fengler, echauffierte sich zu vehement und sah von Brozio die rote Karte. Danach pfiff der Schiri die Partie noch einmal an, um sie danach direkt mit dem Schlusspfiff zu beenden. Im anschließenden Elfmeterschießen behielten alle Drispenstedter die Nerven. Beim TSV schoss Robins Nseto Kotoka, der ein richtig gutes Spiel machte, den letzten Elfmeter für sein Team über das Tor.

Robins Nseto Kotoka hat soeben den fünften Deinser Elfmeter verschossen.

Danach verwandelte Rilind Salihi sicher und der SC feierte mit seinen gut 100 Fans den Kreispokalsieg. Vor der Siegerehrung gab es noch einige verbale Scharmützel.. Schiri Brozio musste von einigen Ordnern und Schiedsrichterkollegen geschützt werden. Die Deinser hatten den Schiri für die Niederlage verantwortlich gemacht. „Vor beiden Drispenstedtern Treffer werden unsere Spieler gefoult, außerdem war die Nachspielzeit schon abgelaufen. Das ist schon eine klare Benachteiligung“, sagte Deinsens Spielertrainer Sercan Zümrüt nach der bitteren Niederlage. Das der Treffer zum 2:2 nicht hätte zählen dürfen ist auch im Video von Sportnews zu sehen. Dem jungen Schiedsrichter die Schuld zu geben, ist aber auch nicht fair. Vielmehr muss sich auch hier der Verband hinterfragen, ob die Ansetzung eines talentierten, aber noch unerfahrenen Schiedsrichters sinnvoll war. Ein gestandener Unparteiischer hätte besser zu dieser hitzigen Partie gepasst. Hier hat der NfV-Kreis Hildesheim/Holzminden kein gutes Händchen bewiesen, ebenso, wie bei der Wahl des Endspielortes. Im schönen Grünenplaner Waldstadion verliefen sich nur um die 300 Zuschauer. Zum Vergleich: Im Vorjahr pilgerten zum Kreispokalendspiel 1000 Fußballfans auf die Anlage des FC Concordia Hildesheim. Viele Hildesheimer Fans scheuten vermutlich die weite Anreise und nutzten stattdessen den Liveticker von Sportnews Hildesheim. Die Verantwortlichen werden sicher die notwendigen Schlüsse aus den vermeintlichen Fehlentscheidungen ziehen.

Nur gut 300 Zuschauer waren beim Kreispokalfinale dabei.