Der Vorfall ereignete sich vor etwa zehn Tagen in der 3. Kreisklasse Staffel B. Im Duell zwischen dem SV Hildesia Diekholzen und dem FC Ruthe II kam es bereits in der ersten Halbzeit zu einem Vorfall, der schließlich zum vorzeitigen Ende der Partie führte.

Sportlich begann die Begegnung zunächst ereignisreich: Die Gastgeber aus Diekholzen gingen früh in Führung, als Rolf Knauf bereits in der sechsten Minute das 1:0 erzielte. Der FC Ruthe II ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und kam durch Nils Parchmann in der 22. Minute zum 1:1-Ausgleich.

Nur wenige Minuten später überschatteten dann unschöne Szenen das Spielgeschehen. In der 27. Minute entwickelte sich aus einem Zweikampf um den Ball eine hitzige Situation: Ein Spieler des FC Ruthe II packte seinen Gegenspieler anschließend am Kragen und versuchte, ihn zu Boden zu werfen. Der junge Schiedsrichter Philipp Jansen reagierte konsequent und zeigte die Rote Karte.

Doch damit war die Situation noch nicht beendet. Der des Feldes verwiesene Spieler ging im Anschluss auf den Unparteiischen los und schubste ihn. In der Folge bewegten sich auch weitere Ruthe-Spieler in Richtung des Schiedsrichters. Ordner des SV Hildesia Diekholzen griffen umgehend ein und versuchten, die Lage zu beruhigen.

Für den Schiedsrichter war die Situation nicht mehr tragbar: Er brach die Partie sofort ab und wurde von Ordnern in die Kabine begleitet. „Der junge Schiedsrichter hat am ganzen Körper gezittert“, berichtete Diekholzener Verantwortlicher Friedel Münzberger, der deutliche Worte fand: „Wir können froh sein, dass wir in der 3. Kreisklasse überhaupt Schiedsrichter haben.“

Auch Ruthe-Trainer Veli Maltepe äußerte sich nach dem Spielabbruch selbstkritisch: „Für mich war die Rote Karte zu hart. Aber unabhängig davon war die Reaktion meines Spielers komplett falsch. Ich habe auch lange Fußball gespielt, sowas macht man nicht. Dass der Schiedsrichter dann das Spiel abgebrochen hat, war verständlich.“

Wie das Sportgericht den Vorfall bewertet und welche Konsequenzen folgen, bleibt abzuwarten.