Was für ein letztes Wochenende in Mannheim. Dort stand nämlich nicht nur ein letztes Mal das Zoi DVV-Pokalfinale im Volleyball der Herren und Damen an, sondern waren einige Grizzlys auch noch mittendrin. Sie leisteten einen wichtigen Teil zum einwandfreien Ablauf des tollen Finaltags.

Titelbild: Justus Stegemann

Am vergangenen Samstag, dem 28. Februar, fand das DVV-Pokalfinale der Frauen und Männer ein letztes Mal vor dem Umzug nach Köln in Mannheim statt. In der ausverkauften SAP Arena wurde Volleyballgeschichte geschrieben, sportlich auf dem Feld, organisatorisch im Hintergrund.
Zwar standen unsere Helios Grizzlys aus Giesen nicht selbst im Finale, doch ein Teil der Grizzlys-Familie hatte dennoch einen entscheidenden Anteil am Gelingen dieses Mega-Events. Boden, Bande, Aufbau, Helfermanagement, die Grizzlys waren mittendrin statt nur dabei.

Wie kam es zu der Kooperation?

Dass die Grizzlys in Mannheim eine so tragende Rolle spielten, ist kein Zufall. Geschäftsführer Sascha Kucera blickt auf die Entstehung der Kooperation zurück: „Die ganze Kooperation ist so entstanden, dass wir damals, als wir uns für die Champions League qualifiziert hatten, einen dreifarbigen Boden benötigt hatten“, erklärt Kucera. Die Volleyball-Bundesliga habe damals angeboten, einen vorhandenen Boden zu übernehmen. „Wir haben dann einen Tausch gemacht, dass unser alter Boden von ambitionierten 2.-Liga-Teams verwendet werden kann, wenn sie mit freiem Boden spielen wollen. Wir haben dann den anderen Boden erhalten.“ Doch damit nicht genug. Teil des Deals war auch, dass die Grizzlys den Boden für drei Jahre für das Pokalfinale zur Verfügung stellen. Aus einer pragmatischen Lösung wurde eine gewachsene Partnerschaft. „Wir haben es dann so ausgeweitet, dass wir unser Aufbauteam sogar zur Verfügung stellen. Dabei ist dann auch entstanden, dass wir gesagt haben, wir hätten ja auch eine LED-Bande“, so Kucera weiter. Wenn ohnehin ein Lkw für den Boden unterwegs sei, könne man auch die LED-Bande vermieten. „Das ist dann auch so entstanden, dass wir die LED-Bande das zweite Jahr in Folge vermietet haben.“
Die Bande wird dabei stets inklusive Operator vermietet: „Wir vermieten unsere Bande immer mit Mika als Operator, der dann noch Marco und Nils mit ins Gespräch gebracht hat für die technische Organisation.“ Inzwischen wird das Team sogar für andere Großevents angefragt, etwa für Länderspiele. „Das macht mich natürlich ungemein stolz, dass unser Team bei so einem großen Event wie dem Pokalfinale dabei ist“, betont Kucera.

Elli, Franzi, Julia und Steffi

Logistik auf Bundesliga-Niveau

Hinter den Kulissen bedeutete das Pokalfinale Schwerstarbeit. Neben den technischen Hilfen gab es noch vier weitere Schlüsselfiguren. Parallel dazu kümmerte sich ein Quartett nämlich um das Herzstück der Veranstaltung: den Hallenboden. Elisabeth, Franzi, Julia und Steffi reisten bereits am Donnerstag nach Mannheim.
„Ja, wir sind zu viert für den Boden angereist und am Donnerstag runter gefahren“, berichtet Elisabeth Kloth. „Am Freitag waren wir dann seit 6 Uhr morgens in der SAP Arena, um den Boden zu verlegen, die Linien zu kleben und dafür zu sorgen, dass das Spielfeld für zwei Finalspiele perfekt aussieht.“
Eine Mammutaufgabe, körperlich wie organisatorisch. „Das war super anstrengend, aber es macht auch sehr viel Spaß und man bekommt auch die nötige Anerkennung. Zudem ist es super spannend, an so einem großen Event mitzuwirken und mit so vielen Menschen zusammenzuarbeiten, auch wenn es manchmal ein bisschen chaotisch ist“, erzählt sie mit einem Lächeln.
Nicht zu vergessen sei laut Kucera auch das Team in Hildesheim: „Nicht zu vergessen ist auch das Team, das hier in Hildesheim den Boden in den Lkw verladen hat und am Sonntag dann wieder ausgeladen hat. Das ist eine enorme logistische Meisterleistung und zeigt, wie super unser Team arbeitet.“
Auch Daniel unterstützte erneut das Helfermanagement, wie bereits beim Ligacup. Sascha Kucera selbst war in seiner Funktion im Aufsichtsrat ebenfalls vor Ort. „Ich selber war als Aufsichtsrat auch das erste Mal mit dabei in der Halle. Das Pokalfinale war spielerisch und organisationstechnisch einwandfrei mit den verdienten Siegern am Ende.“

Gespielt wurde dann übrigens auch noch!:

Damen-Finale: Suhl krönt sich nach 18 Jahren

Bie den Damen krönten sich die Volleyballerinnen des VfB Suhl nach 18 Jahren wieder zu den Pokalsiegerinnen. Gegen den MTV Stuttgart entwickelte sich ein episches Finale, das erst im fünften Satz entschieden wurde. Vor 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Mannheim setzte sich Suhl nach über zwei Stunden Spielzeit mit 3:2 (25:17, 25:18, 15:25, 23:25, 15:13) durch. Nach dem Matchball gab es kein Halten mehr bei den Thüringerinnen.

Herren-Finale: Lüneburg bricht den Finalfluch

Auch bei den Herren ging es dramatisch zu. Im vierten Anlauf hat die SVG Lüneburg ihren Finalfluch gebrochen und zum ersten Mal den ZOI DVV-Pokal gewonnen. Vor der Rekordkulisse von 12.508 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena lieferte sich das Team von Stefan Hübner einen packenden Schlagabtausch mit Rekordpokalsieger Friedrichshafen. Am Ende stand ein knapper 3:2-Erfolg (27:25, 21:25, 25:16, 21:25, 15:8), der erste Titel der Vereinsgeschichte.

Blick nach vorn: Köln und vielleicht Hildesheim?

Mit dem Umzug des Pokalfinals nach Köln beginnt ein neues Kapitel. Ob die Helios Grizzlys weiterhin Teil dieses Events sein werden, ist noch offen. „Nächstes Jahr müssen wir mal schauen, da ist ja der Umzug nach Köln, ob wir weiter mit dabei sind. Wir würden es gerne machen und freuen uns auch auf zusätzliche Länderspiele, die anstehen, natürlich hoffentlich auch bald eins in Hildesheim“, sagt Kucera.
Fest steht: Die Helios Grizzlys aus Giesen haben in Mannheim einmal mehr bewiesen, dass sie nicht nur sportlich zur deutschen Volleyball-Spitze gehören, sondern auch organisatorisch auf höchstem Niveau agieren.
Boden und Bande kamen aus der Region und mittendrin war ein Team, das mit Leidenschaft, Professionalität und Stolz ein nationales Top-Event möglich gemacht hat.

Auch wir von Sportnews können hier nur unseren größten Respekt für die geleistete Arbeit aussprechen und würden uns natürlich auch über ein Länderspiel in Hildesheim freuen. Chapeau Grizzlys!