Präsentiert von:
Autohaus Hermann
Autohaus Hermann in Hildesheim
Am Freitagabend fand in der Alfelder BBS-Sporthalle das Rückspiel des Regionalliga-Derbys im Handball der Herren zwischen der SV Alfeld und dem TuS GW Himmelsthür statt.
Was für ein Derby. Was für ein Abend. In der voll gefüllten BBS-Sporthalle in Alfeld lieferten sich die SV Alfeld undderb TuS GW Himmelsthür am Freitagabend ein intensives und am Ende dramatisches Regionalliga-Duell, das mit einem 31:31-Unentschieden keinen Sieger fand und vielleicht genau deshalb in Erinnerung bleiben wird.
Schon vor dem Anwurf um 20:00 Uhr war klar: Dieses Derby lebt. Die Halle war sehr gut gefüllt, die Atmosphäre von der ersten Minute an derbyreif. Dabei musste die SV Alfeld personell zwei Rückschlage verkraften. Mit Colin Dorka und Leon Dombrowski fehlten gleich zwei wichtige Akteure im Innenblock der Defensive.
Davon ließen sich die Piraten zunächst jedoch nicht beeindrucken. Alfeld kam besser in die Partie, getragen von einem starken Jan Hagedorn im Tor, der früh mehrere freie Würfe entschärfte. Im Angriff setzte Pascal Schuldes früh Akzente und erzielte fünf Treffer in den ersten 15 Minuten. Folgerichtig führten die Hausherren mit 8:5. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem sich jedoch auch bei Alfeld einige Fehlwürfe einschlichen. Himmelsthür nutzte das, blieb dran und glich mehrfach aus, ohne selbst entscheidend vorbeiziehen zu können. Zur Pause behaupteten die Gastgeber eine knappe 15:14-Führung.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Piraten zunächst an ihre starke Phase an. Auch die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten Alfeld. Wie schon im Hinspiel erspielten sich die Hausherren eine Drei-Tore-Führung und lagen bis zur 46. Minute mit 25:22 vorne. Kapitän Malte Hansemann übernahm Verantwortung, Sören Lange zeigte sich nervenstark und kam am Ende auf neun Treffer, darunter fünf von fünf vom Siebenmeterpunkt. Vieles deutete in dieser Phase auf einen Heimsieg hin.
Doch dann kippte die Partie komplett. Technische Fehler, freie Fehlwürfe und ein immer stärker werdender Dimo Möller im Tor der Gäste brachten Himmelsthür zurück. Die Grün-Weißen starteten einen 1:8-Lauf und drehten das Spiel innerhalb weniger Minuten. In der 55. Minute führten die Gäste plötzlich mit 26:30. Auf einmal war Himmelsthür obenauf, pushte sich von der Bank, während Alfeld sichtbar am Boden lag.
Doch das Derby war noch lange nicht entschieden. Die Halle stand auf, trug ihre Mannschaft und erlebte ein Herzschlagfinale. Zwei einfache Ballverluste der Gäste, erneut wichtige Paraden von Jan Hagedorn und plötzlich stand es wieder 30:30. Niemand wusste in dieser Phase so recht, was gerade passierte. Keanu Brandes, mit acht Treffern bester Werfer der Gäste, brachte Himmelsthür noch einmal in Führung, ehe Malte Hansemann postwendend ausglich. Im letzten Angriff verlor Himmelsthür dann den Ball, Alfeld hatte rund 30 Sekunden vor Schluss sogar die Chance auf den Sieg. In der Schlusssekunde tankte sich Knut Stasch noch einmal durch, scheiterte jedoch mit seinem Wurf an der Latte.

So blieb es beim Unentschieden, bitter für beide, aber angesichts des Spielverlaufs vielleicht auch gerecht. Zwei Mannschaften, die immer wieder zurückkamen, kämpften und sich nichts schenkten, hatten am Ende keinen Verlierer verdient.
Für eine kleine Randnotiz sorgte allerdings die Spielleitung. In der ersten Halbzeit wurde sehr viel laufen gelassen, in der zweiten Hälfte kam durch eine Vielzahl an Zwei-Minuten-Strafen bei insgesamt fairem Spiel deutlich Unruhe auf. Eine klare Linie war für viele Beteiligte nicht erkennbar.
Am Ende stand ein Derby, das alles hatte: Emotionen, Wendungen, Drama und eine Halle, die noch lange nach Abpfiff über dieses Spiel sprechen dürfte.

