Zwei Spiele, zwei Siege. Tadelloser Start für die Damen der SG Börde in die Oberliga-Saison. trotzdem ist man mit dem eigenen Spiel noch nicht ganz zufrieden. Die eigenen Stärke: das Tempospiel läuft noch nicht wie gewünscht. Gerade gegen den kommenden Gegner könnte genau das aber entscheidend werden.

Foto Titelbild von Adrian Spieler

Samstag, 26.09.2026, 17:30 Uhr: SG Börde Handball – HSG Plesse-Hardenberg e.V.

Ergebnistechnisch hätte der Saisonstart für die SG Börde Handball kaum besser laufen können: Nach dem 27:23 gegen die HSG Heidmark und dem deutlichen 35:27-Auswärtserfolg beim MTV Rohrsen steht die Mannschaft von Trainerin Laura Naß mit 4:0 Punkten auf Tabellenplatz zwei. Am Samstag um 17:30 Uhr wartet in der Sporthalle Schellerten mit der HSG Plesse-Hardenberg nun allerdings eine Mannschaft, gegen die Börde in der vergangenen Saison keinen Sieg holen konnte. Entsprechend groß ist der Anreiz, den gelungenen Start nicht nur fortzusetzen, sondern gleichzeitig eine offene Rechnung zu begleichen. „Wir sind auf Revanche aus, da wir in Plesse unentschieden gespielt haben und zu Hause uns geschlagen geben mussten“, sagt SG-Trainerin Laura Naß. Ein 6:0-Start wäre für die Trainerin „ganz hervorragend“.

So zufrieden die SG mit den Ergebnissen sein kann, so deutlich fällt die interne Analyse der spielerischen Leistungen aus. Die Vorbereitung verlief aufgrund immer wieder auftretender personeller Engpässe nicht optimal, mittlerweile füllt sich der Kader zwar wieder, doch gerade im Zusammenspiel fehlt noch die gewünschte Selbstverständlichkeit. Insbesondere im Rückraum müssen sich die unterschiedlichen Spielertypen noch besser aufeinander einstellen. „4:0 Punkte sind erstmal prima, aber spielerisch ist da noch ganz schön viel Luft nach oben“, ordnet Naß ein. Aktuell entstünden noch zu viele Fehler, weil Abläufe und Laufwege untereinander nicht immer zu hundert Prozent abgestimmt seien. Genau daran soll in den kommenden Wochen weiter intensiv gearbeitet werden. Auch Spielerin Lena-Marie Hollstein sieht den Findungsprozess nach den Veränderungen im Kader als wichtigen Faktor: „Spielerisch sind wir noch nicht auf dem Stand, den wir uns vorstellen.“ Vor allem bei einer eigentlichen Stärke der SG sieht sie noch Steigerungspotenzial: dem Tempospiel.

Gerade das könnte gegen Plesse-Hardenberg zum entscheidenden Schlüssel werden. Die Gäste verfügen über einen erfahrenen und eingespielten Kader und verteidigen kompakt in einer robusten 6:0-Deckung. Im Positionsangriff erwartet Börde deshalb viel Widerstand. Umso wichtiger wird es sein, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten, über Tempogegenstöße und die zweite Welle zu einfachen Toren zu kommen und dabei die Zahl der technischen Fehler zu reduzieren. „Aktuell sind wir zu unkonzentriert, leisten uns zu viele Ballverluste, sind hektisch und ungenau. Das wollen und müssen wir gegen Plesse besser machen“, erklärt Hollstein. Aus den Duellen der vergangenen Saison weiß die SG gleichzeitig, wo sie den Gegner treffen kann. Viel Tempo, Bewegung und Breite sollen die kompakte Defensive auseinanderziehen und verhindern, dass sich Plesse in seiner bevorzugten Abwehrformation festsetzen kann.

Die Gäste starteten mit einer Niederlage bei Germania List in die Saison, holten anschließend aber gegen Aufsteiger Barsinghausen die ersten beiden Punkte und reisen damit mit 2:2 Zählern nach Schellerten. Für Naß ist Plesse trotz einiger Schwächen im eigenen Tempospiel aufgrund der Erfahrung und defensiven Stabilität ein anspruchsvoller Gegner. Die SG möchte das Spiel deshalb vor allem über die eigene Dynamik prägen. Zusätzlichen Rückenwind könnte die Kulisse liefern: Im Anschluss tritt die erste Herrenmannschaft an, sodass Hollstein auf eine gut gefüllte Halle hofft. „Wir haben wieder heimische Fans vor uns, nach uns spielt die erste Herren. Die Halle könnte voll werden.“ Mit Unterstützung von den Rängen, mehr Konsequenz im Tempospiel und einer saubereren Abstimmung soll am Samstag der dritte Sieg im dritten Saisonspiel folgen.