Nach deutlicher Niederlage – Herkules-Aufgabe für Borsum am Samstag

Am gestrigen Abend kam es zu Spieltag zwei der Bezirksliga-Relegation, der VFL Borsum hatte als Bezirksligist den Kreisliga-Vizemeister SV 06 Holzminden zu Gast. Holzminden hatte im ersten Spiel, vor einer Woche vor heimischer Kulisse gegen den HSC Hannover II mit 2:3 verloren. Mit einem Sieg hätte sich der VFL eine gute Ausgangsposition für das “Endspiel” am Samstag in Hannover schaffen können.

Doch nach den etwas mehr als 90 Minuten schlichen die Borsumer bedröppelt vom Feld, zu deutlich war die Niederlage letztlich. Die ersten Minuten wirkten beide Mannschaften recht nervös, man merkte den Teams die Brisanz des Duelles an. Die Gäste aus Holzminden kamen dann über Standardsituationen zu ersten Chancen, die auch gleich gefährlich waren. Ein Kopfball klatschte nach einem Freistoß an die Latte, eine Möglichkeit ging nur knapp neben das Tor. Der SV 06 hatte schon im ersten Duell der Relegation zwei Tore nach ruhendem Ball erzielt.

Nach den Chancen wendete sich aber das Blatt ein wenig, Borsum nahm das Heft das Handelns in die Hand. Die Mannschaft von Trainer Tomas Rey Lamas erspielte sich mehrere kleinere Chancen, wirklich zwingend wurde es nur selten. Doch mit einer der ersten Chancen konnte gleich Zählbares auf dem Konto verbucht werden. Nach einer Ecke köpfte Jonas Heineke zur 1:0 Führung ein. Dabei blieb es auch zur Pause, der VFL verpasste es aber die Führung auszubauen.

Ein ganz anderes Bild sahen die knapp 350 Zuschauer dann nach dem Seitenwechsel. Holzminden nutzte viele einfache Fehler auf Borsumer Seite aus und erzielte nur neun Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich. Nach einer Standardsituation traf Mehmet Alandagi. Nach einer Stunde gab es dann einen höchst zweifelhaften Elfmeter, wegen vermeintlichen Handspiels für Holzminden. Caglar Özan ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte zur 1:2 Führung.
Die Gastgeber gaben sich aber nicht auf, kamen durch Lukas Ache zum Ausgleich. Nach einem Ballgewinn sprang der Ball dem Borsumer Angreifer vor die Füße, der anschließend traf. Doch der VFL machte sich in Durchgang zwei durch viele falsche Entscheidungen das Leben selbst schwer. Wie auch Trainer Tomas Rey Lamas zugab:

Wir haben heute ganz viele falsche Entscheidungen getroffen. Selbst nach der 1:0 Führung hatten wir keine Sicherheit. Insbesondere die 2.Halbzeit ist unerklärlich, wir waren sehr offen und haben viel zu kopflos agiert.

Zehn Minuten vor dem Ende gab es erneut Strafstoß, diesmal nach Foul von Tobias Feldmann, der zusätzlich noch die Gelb-Rote Karte sah. Den Elfmeter verwandelte Noah Buske zum 2:3. Und es kam noch dicker, in der Nachspielzeit erhöhte der SV 06 durch André Bröhland und Suleman Danjuma auf 2:5 jeweils nach Kontersituationen.

Trainer Rey Lamas war sichtlich angeschlagen nach dem Spiel:

Mir fehlen die Worte. Diese 2.Halbzeit war deutlich katastrophal. Wir haben geführt und wussten von Holzminden wird jetzt noch einmal was kommen. Sie haben alles auf eine Karte gesetzt nach der Pause. Eine Elfmeter-Entscheidung ist sehr strittig, der zweite ist ein klarer Fall. Wir haben Harakiri gemacht, Einzelne haben sich nicht an die Taktik gehalten und der Mannschaft damit sehr geschadet. Das war einfach kopflos!

In der Tabelle der Dreiergruppe liegt der SV 06 aufgrund des besseren Torverhältnis nun auf Rang eins. Dem HSC Hannover II reicht am Samstag allerdings bereits ein Punkt zum Aufstieg. Der Hildesheimer Vertreter VFL Borsum brauch ein Wunder. Es müsste schon ein 6:0 Sieg mindestens herausspringen um den SV 06 noch von Rang eins zu verdrängen und den Klassenerhalt zu schaffen. Eine Niederlage oder ein Unentschieden würde den HSC in die Bezirksliga befördern, weshalb die Sympathien der Holzmindener sicher auf Seiten der Borsumer sein werden.

Der Trainer des VFL hat allerdings noch nicht aufgegeben, wie er verriet:

Diese Niederlage tut sehr weh, das war hart. Aber es geht jetzt darum möglichst schnell den Kopf wieder hoch zu bekommen. Ich habe jeden Einzelnen direkt nach dem Spiel aufgemuntert. Es sind noch 90 Minuten zu gehen. Wir wollen Gas geben und uns vernünftig präsentieren, dann wird man am Ende sehen wofür es reicht. Jeder muss alles geben, wer bereits aufgegeben hat, der soll mir das sagen, den kann ich am Samstag nicht gebrauchen.