Abstiegskampf in der Bezirksliga – Vier Hildesheimer Teams müssen noch zittern

Noch fünf Spieltage sind in der Bezirksliga Hannover 4 noch zu absolvieren. Rein rechnerisch können von den 16 Teams noch zwölf Teams absteigen, aber so richtig knapp ist es nur noch ab Platz neun.

Dort steht aktuell der SV Einum mit 30 Punkten und einem Torverhältnis von 26:40. Beim genaueren Hinsehen bemerkt man, dass die Einumer weder viele Tore schießen noch viele Gegentore bekommen. Das zeigen auch die letzten Spiele: Gegen Mitkonkurrenten, wie Stadtoldendorf, Ambergau-Volkersheim, Hüddessum-Machtsum und Borsum bekam man genau ein Gegentor – schoss aber auch nur zwei. Doch selbst gegen den Ligaprimus aus Eldagsen verlor man nur mit 1:0. Das Team von Trainer Marcel Hartmann holte aus den letzten fünf Spielen sechs Punkte und hat sich somit ein kleines Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet. In den nächsten Spielen trifft man dann auch noch auf machbare Gegner, wie Hämelerwald und Lenne. Zudem spielt man noch auf gegen die zuletzt schwächelnden Kicker aus Neuhof und Bavenstedt. Am letzten Spieltag empfängt das Team um Knipser Lars Riebesell (11 Treffer) dann noch die TuSpo Schliekum.
Tendenz: Direkter Nichtabstieg

Auf Platz elf der Tabelle rangiert aktuell der FC Ambergau-Volkersheim. Das Team von Jens Schmücking sammelte bisher 28 Punkte und hat ein ordentliches Torverhältnis von 41:47, was vor allem an Torwart Julian Grube und den Goalgettern Köhler (10 Treffer), Harms (6) und Probst (5) liegt. Die letzten Ergebnisse sprachen allesamt für den Nichtabstieg: Jeweils einen Punkt gegen Einum und Harsum, dazu ein Sieg gegen Salzhemmendorf. Doch dann kam das Spiel gegen Stadtoldendorf. Mit einem Sieg hätten sich die Ambergauer ordentlich absetzen können. Doch der Schuss ging ordentlich nach hinten los – am Ende musste man auf dem eigenen Platz eine 1:5 Klatsche hinnehmen. So steckt man auf einmal wieder mittendrin im Kampf um das Überleben in der Bezirksliga. Auch das Restprogramm des Tabellenelften hat es in sich. Nächstes Wochenende kommt der FC Eldagsen nach Volkersheim, welcher in dieser Saison fast nicht zu schlagen ist. Danach trifft man auf drei direkte Konkurrenten aus Borsum, Machtsum und Hämelerwald. Und am 30. Spieltag ist dann noch Neuhof zu Gast.
Tendenz: Mit viel Pech wartet die Relegation, im Normalfall sollte aber der Nichtabstieg erreicht werden.

Direkt hinter Ambergau liegt aktuell der VfL Borsum. Das junge Borsumer Team unter der Leitung von Frank Leitermann hat aktuell 25 Punkte auf dem Konto. Wenn man sich das Torverhältnis der Borsumer genauer ansieht, fällt sofort auf, wo das Problem liegt: im Angriff. Nur 29 geschossene Tore in 25 Spielen ist mager. Alleine 13 Treffer hat Torgarant Maxi Wolfinger erzielt, doch auch er trifft nicht mehr so verlässlich wie gewohnt. Nach Wolfinger kommt in der Torschützenliste der Borsumer lange nichts. Der nächste ist Alex Karthaus mit vier Treffern. 43 Gegentore hingegen sprechen eigentlich nicht für ein Team im Abstiegskampf. Hinzu kommt noch, dass der VfL gegen Sarstedt sechs dieser Gegentore bekommen hat. Die Abwehr und Torwart Jannik Vogel machen dieses Jahr einen guten Job. Die größten Probleme der Mannschaft sind einerseits die vielen Verletzungen und Sperren, die abgesessen werden müssen. Hart getroffen hat das Team auch die Sechs-Spiele-Sperre von Hoffnungsträger Luca Rohrmann getroffen. Zudem fehlt es an Ruhe im Spiel und die Coolness vor dem Tor, Chancen sind eigentlich in keinem Spiel Mangelware. Hinzu gesellen sich individuelle Fehler, die teilweise ganze Spiele entscheiden können, wie zuletzt gegen Einum. Ein Fehler nach drei Minuten führte zum einzigen Treffers des Spiels. Auffällig ist auch, dass die Spieler um Kapitän Johannes Breitkopf gegen stärkere Mannschaften bessere Leistungen bringen, als gegen direkte Konkurrenten. Bei der knappen Niederlage gegen Alfeld zeigte man die beste Saisonleistung und gegen Newroz spielte man zwei Mal unentschieden. In den letzten Spielen trifft man nur noch auf direkte Konkurrenten, wie Ambergau, Stadtoldendorf und Hämelerwald. Hinzu kommt das Gemeindederby gegen Machtsum und das Spiel gegen Eldagsen.
Tendenz: Mit konstanteren Leistungen kann die Klasse gehalten werden, sonst geht es in die Relegation oder sogar auf einen direkten Abstiegsplatz.

Auf die Spvgg. Hüddessum/Machtsum (25 Punkte) trifft vieles zu, was auch der Nachbar aus Borsum zu beklagen hat: Wenig geschossene Tore, allerdings wenig Gegentore (26:43), viele Verletzungen, zu wenig Erfahrung. Zum Stammpersonal der Machtsumer gehören fünf Spieler, die ihr erstes Herrenjahr bestreiten. Hoffnungsträger Robin Grove ist andauernd verletzt, hinzu gesellen sich weitere Verletzungen. Einer der besten im Team von Christopher Köditz ist dieses Jahr Leon Owo, der die Gegner in seinem ersten Herrenjahr vor große Herausforderungen stellt. Dazu kommt mit Moritz Landsberg noch ein sicherer Rückhalt. Was den Kickern aus der Gemeinde Harsum fehlt, ist ein echter Torjäger. Die meisten Tore haben die angesprochenen Grove (8) und Owo (6) erzielt – beide sind im Mittelfeld zu Hause. Einer der besten Torschützen der letzten Jahre, Christian Vollmer, spielt aufgrund von Verletzung in der Rückrunde kaum noch eine Rolle.
Der Trend beim abstiegsbedrohten Verein geht allerdings nach oben: Aus den letzten drei Partien (Schliekum, Lenne, Einum) holte man ordentliche fünf Punkte. Eine weitere Parallele zum Nachbarn aus Borsum ist das restliche Programm in der Saison. Machtsum bekommt es bis mit Ausnahme von Hämelerwald mit denselben Gegnern zu tun. Dazu reist man am kommenden Samstag zum Schlusslicht nach Salzhemmendorf.
Tendenz: Wenn das Team an die letzten Leistungen anschließen kann, ist mehr als der Relegationsplatz drin.

Für alle Teams im Abstiegskampf gilt, ob es nun Hildesheimer Teams sind oder nicht, dass vieles auch von den Ergebnissen der anderen Teams abhängt. Spiele wie das Derby zwischen Machtsum und Borsum werden entscheidende Spiele sein – auch für andere Mannschaften. Fest steht aber auch, dass eigene Erfolge jedem Team den Klassenerhalt sichern würden. Jedes der Hildesheimer Kellerkinder kann den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen und das sollte auch das Ziel sein.
Man kann in den letzten Spielen also mit intensiven und spannenden Begegnungen rechnen. An jedem Spieltag ist mindestens eine Partie dabei, die den Titel “Abstiegskampf pur” verdient hat.