Erfolgreiches Wochenende für die GRIZZLYS

Mehr als 3500 Zuschauer strömten am Freitag und Sonntag insgesamt in die Volksbankarena. Der Grund? Die beiden Heimspiele der Helios GRIZZLYS Giesen. Am Freitag traf das Team von Trainer Itamar Stein auf den VCO Berlin. Nur zwei Tage später war dann die SVG Lüneburg zum Niedersachsenderby angereist. Zwei Spiele an einem Wochenende, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Erst gegen das Schlusslicht aus Berlin und dann gegen ein Topteam Deutschlands, das letzte Woche noch den zweiten Platz im Pokal erreichte.
Die GRIZZLYS mussten den Spagat zwischen Pflicht- und Mammutaufgabe leisten und erhofften sich dabei vier Punkte.

Ins erste Spiel des Wochenendes schickte Stein sein Stammpersonal auf die Platte. Palgut, Poikela, Toman, Schramm, Clere, Krisko und Mayaula sollten für die fest eingeplanten drei Punkte sorgen. Antwain Aguillard stand dem Team kurzfristig aufgrund von Krankheit nicht zur Verfügung.
Das Spiel gegen das junge Team aus Berlin startete ausgeglichen. Bis zu ersten technischen Auszeit konnten sich die Giesener leichte Vorteile erarbeiten und führten mit 8:6. Zunächst konnte man die Zwei-Punkte-Führung halten, doch nach und nach schlichen sich viele einfache Fehler ein. Beide Mannschaften leisteten sich einige Fehlaufschläge. Der VCO nutze die vielen Fehler Giesens und lag bereits zur nächsten Unterbrechung mit 15:16 in Führung. Giesens Coach reagierte sowohl beim Stand von 16:19 als auch einen Punktverlust später mit einer Auszeit. Diese zeigte kurz Wirkung: Der eingewechselte Kapitän Hauke Wagner konnte einen Punkt erzielen. Beim Stand von 20:22 keimte noch einmal Hoffnung in der Halle auf, doch die nächsten beiden Ballwechsel gingen verloren. Der Satz schien entschieden. Doch die GRIZZLYS zeigten eine starke Moral und erzielten durch eine Aufschlagserie vom Eingewechselten Maxi Ströbl vier Punkte in Folge. Zudem drehte Jerome Clere in dieser Phase stark auf. Am Ende des ersten Satzes stand dann tatsächlich ein 28:26 auf der Anzeigetafel und die Giesener gingen mit 1:0 in Führung.

Der zweite Satz wurde schnell zu einer deutlichen Angelegenheit. Giesen zeigte nun, warum man zuletzt viele Satzerfolge und Punkte feiern konnte. Die Angriffe wurden konsequent zu Ende gespielt und der Block stand sehr stabil. Mit 8:2 ging es in die erste Auszeit. Daraufhin weiter dasselbe Bild: VCO spielte extrem harmlos und die GRIZZLYS nutzten das eiskalt aus. Beim Spielstand von 18:9 nahm Berlins Trainer genervt die Auszeit. Diese schien seine Spieler noch einmal zu motivieren. Die Gäste konnten einige Punkte gut machen und kamen auf zwei Punkte heran (23:21). Doch es folgte ein Fehlaufschlag und ein schneller Punkt für die Hausherren, welche somit auf 2:0 erhöhten.

Der folgende Satz war keine Werbung für den Volleyball. Viele Fehler auf beiden Seiten prägten nun das Spiel. Berlin konnte sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase absetzen und ging mit 10:13 in Führung. Stein brachte nun erneut seinen Kapitän für den schwächelnden Krisko. Nach einem weiteren schlechten Angriff nahm jener die Auszeit (13:18). Es folgten viele Punkte von Hauke Wagner, der immer wieder gut in Szene gesetzt wurde. Die GRIZZLYS holten Punkt um Punkt auf und konnten zum 22:22 ausgleichen. Doch beide Teams konnten das Geschehen nicht an sich reißen. Erst ein Punkterfolg von Clere nach einer exzellenten Rettungsaktion von Libero Toman gab den Giesenern den entscheidenden Ruck, sodass man auch den letzten Satz für sich entscheiden konnte (27:25). Mit Sicherheit kein schönes Spiel der GRIZZLYS, doch wichtig sind nur die drei gewonnenen Punkte.
MVP Gold holte sich etwas überraschen Hauke Wagner, der die meiste Zeit nicht zum Einsatz kam. Allerdings erzielte er die meisten Punkte in der Schlussphase.

Bereits zwei Tage später folgte dann der Kracher gegen den Dritten der Volleyball-Bundesliga aus Lüneburg. Vor der Saison hätte wohl niemand darauf gewettet, dass die GRIZZLYS in diesem Spiel einen Punkt holen würden. Doch genau das war das ausgegebene Ziel des Vereins. Über mangelnde Unterstützung konnten sich die Spieler zumindest nicht beklagen. Fast 1900 Zuschauer fanden den Weg in die Volksbankarena. Auf den Haupttribünen war fast jede Platz belegt. Unter den Zuschauern waren auch knapp 70 Gästefans.

Vor dieser riesigen Kulisse spielte sich dieselbe Startformation wie noch am Freitag in einen regelrechten Rausch. Man leistete sich so gut wie keinen Fehler und auch die Gäste legten gut los. Es entwickelte sich ein hochklassiges und ausgeglichenes Spiel. Bis zum 15:15 wechselte die Führung immer wieder. Dann folgte das Highlight des Spiels. Ein Ballwechsel, der gefühlt nicht mehr Enden wollte. Währenddessen eine starke Rettungsaktion nach der anderen. Und am Ende waren es die Giesener, die den Punkt bejubeln durften. Spätestens jetzt musste man Angst um das Dach der Halle haben. Mit dem Publikum im Rücken ließen sich die Gastgeber die Führung nicht mehr nehmen und konnten diese sogar noch ausbauen. Das 25:21 war hochverdient und viel umjubelt.

Den zweiten Satz begannen die GRIZZLYS mit viel Selbstvertrauen. Bereits zu ersten technischen Auszeit führte man deutlich mit 8:4. Die Leistung stimmte bei jedem einzelnen Spieler. Jeder Punkt wurde gefeiert und auch die Stimmung in der Halle war weiterhin großartig. Es waren nun nicht nur Clere und Krisko, die groß aufspielten. Auch Mittelblocker Mayaula zeigte eine starke Leistung und steuerte unter anderem zwei Blockpunkte am Stück zur 16:10 Führung hinzu. Lüneburg kämpfte sich allerdings, begünstigt durch mehrere Fehler der Giesener, noch einmal heran (18:17). Stein nahm eine Auszeit, um seine Schützlinge auf die letzten Ballwechsel vorzubereiten. Diese setzten die Vorgaben gut um und gewannen mit 25:22 – 2:0.

Nach der zehnminütigen Pause sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel. Ein 8:8 auf der Anzeigetafel belegte dies. Doch dann brachen die GRIZZLYS zusammen. Robert Schramm sprach nach dem Spiel von “fehlender Energie” ab der Hälfte des dritten Satzes. Das Topteam aus Lüneburg setzte sich in der Folge ab.  Über 12:16 und 16:20 erzielten die Gäste ein deutliches 19:25 und verkürzten nach Sätzen auf 1:2.

Der darauffolgende Satz war eine Demontage für die GRIZZLYS. Zur ersten Unterbrechung hatten diese noch keinen einzigen Punkt erzielt (0:8). Diese deutliche Führung zog sich durch den gesamten Satz. Giesen konnte den Lüneburgen nicht mehr viel entgegensetzen und wirkte müde. Das 15:25 kam für die Zuschauer nach den ersten guten Sätzen sehr überraschend. Dass man den entscheidenden fünften Satz nach diesem deutlichen Ergebnis noch gewinnen könnte, hielt wohl niemand in der Halle für möglich.

Doch die GRIZZLYS konnten noch einmal alle Kräfte mobilisieren und gestalteten das Spielgeschehen wieder ausgeglichen. Die Führung wechselte erneut hin und her. Beim Stand von 9:10 nahm Giesen eine Auszeit. Doch man konnte nicht mehr aufholen und verlor auch den letzten Satz nach einem harten Fight mit 12:15.
Die Giesener verkauften sich in diesem Spiel erneut teuer, müssen sich aber die Frage gefallen lassen, warum man vor heimischen Publikum eine 2:0 Führung nach Sätzen noch aus der Hand gibt. Sicherlich spielt dabei die hohe Belastung und der im Gegensatz schmale Kader eine große Rolle. Aber vier Punkte aus diese Doppelspieltagswochenende waren das Ziel, welches erreicht wurde.

Robert Schramm und Itamar Stein zeigten sich nach dem Spiel trotzdem enttäuscht, auch wenn ein Punkt gegen dieses Team eine gute Leistung ist. Stein äußerte sich wie folgt:

“Ich bin zufrieden mit den ersten beiden Sätzen. Wir haben richtig gut gespielt. Danach hat es halt nicht gereicht und Lüneburg war einfach besser. Sie haben viel Druck in den Aufschlag gesetzt und ihr Side-Out Spiel war viel besser als noch in den ersten beiden Sätzen. Das war für uns ein bisschen zu schwer, wir konnten unsere Leistung ab Mitte des dritten Satzes nicht mehr bringen. Schade, aber wir nehmen den Punkt mit.”

Magloire Mayaula durfte am Ende die silberne MVP-Medaille in Empfang nehmen. Er konnte 15 Punkte zum Spiel beitragen und zeigte eine sehr gute Leistung. Neben ihm wurde Ryan Sclater geehrt, den die GRIZZLYS vor allem am Ende des Spiels nicht in den Griff bekamen.

Nächsten Freitag geht es für die Giesener zum Tabellennachbarn nach Rottenburg. Diese Partie wird richtungsweisend für beide Teams, was den Verbleib in der ersten Liga angeht.