Arnd Zeigler mit Bühnenprogramm in Hildesheim – Wir haben vorab mit Ihm gesprochen!

Arnd Zeigler, der als Stadionsprecher beim SV Werder Bremen, Buchautor und Kolumnist, Moderator der Sendung ”Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs” beim WDR, im Sportschau Club der ARD zusehen und mit der Band “Die Original Deutschmacher” im Radio, aktiv ist, kommt mit seinem Bühnenprogramm ”Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs”, am kommenden Mittwoch um 20:00 Uhr im Audimax der Uni Hildesheim, in die Domstadt. 

Wir haben mit ihm vorab über die aktuelle Situation im Profifußball, seine vielfältigen Tätigkeitsbereiche und die Entwicklung im regionalem Sportbereich gesprochen.

Sportnews: Hallo lieber Arnd. Wir möchten uns zunächst einmal ganz herzlich dafür bedanken, dass du dir die Zeit nimmst, um mit uns über dich selber sowie den regionalen- und überregionalen Fußball in Deutschland zu sprechen. Wir schauen seit Jahren ZWWDF und haben uns sehr gefreut, dass du im Rahmen deiner Tour auch Halt in Hildesheim machen wirst.

Zunächst würden wir gerne wissen, wie es dazu gekommen ist, dass du mit einem eigenen Bühnenprogramm in ganz Deutschland unterwegs bist.

Im Laufe der  letzten Jahre hat es sich ergeben, dass ich immer mal eingeladen wurde, am Rande irgendwelcher Veranstaltungen, Diskussionen oder Messen ein bisschen was über Fußball zu erzählen und zu zeigen. Hier mal eine Viertelstunde, dort mal eine halbe Stunde, irgendwann auch mal 45 Minuten. Meine Agentur hat mich jahrelang getreten und mir nahegelegt: “Los, mach’ doch mal ein richtiges Bühnenprogramm!” Und ich habe mich ebenso lange geziert, weil ich nie die klassische Rampensau war, die unbedingt auf eine Bühne musste. Ich hatte immer großen Respekt davor, einen ganzen Abend alleine zu gestalten. Und auch davor, dass die Leute dann für mich Eintritt bezahlen sollen. Ich habe gedacht: “Das will doch keiner! Und ein abendfüllendes Programm kriege ich auch nicht hin!”. Meine Agentur hat mich dann zu meinem Glück gezwungen, indem sie im Oktober 2017 ohne mein Wissen die gar nicht mal so kleine Markthalle in Hamburg gebucht haben. Und dann haben sie mir gesagt: “So, jetzt musst Du ran!” Das war anfangs ein sehr beängstigender Gedanke und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem wirklich großen Geschenk. Die besagte Markthalle in Hamburg war an jenem Abend pickepackevoll, die Leute im Publikum waren euphorisch und furchtbar lieb zu mir, ich hatte nach wenigen Minuten auf der Bühne einen Heidenspaß und es war klar, dass ich das fortan öfter machen wollte. Es folgte eine weitgehend ausverkaufte Tour durch den Norden und den Westen und im Herbst noch eine in den Südwesten und Süden, und es war nicht ein Auftritt dabei, der mir nicht wahnsinnig viel Freude bereitet hätte. Ich lerne viele Menschen kennen, ich bekomme ein direktes Feedback auf meine Arbeit – anders als bei meiner Fernsehsendung, die ich ja relativ einsam aus meiner eigenen Wohnung ausstrahle. Es sind unzählige tolle Begegnungen zustande gekommen, die mein Leben sehr bereichern. Und am Ende jedes Abends gehen die Leute raus, mit manchen trinke ich noch ein Bier zum Abschied, und jeder hat eine Ahnung davon, weshalb Fußball so schön ist.

Sportnews: Du bist sehr umtriebig, arbeitest als Stadionsprecher beim SV Werder Bremen, Buchautor und Kolumnist, Moderator deiner Sendung ZWWDF beim WDR und im Sportschau Club der ARD, zudem bist du mit der Band “Die Original Deutschmacher” im Radio zu hören. Die sind alles überaus erfolgreiche Projekte – gibt es für dich persönlich ein Projekt, das dir besonders wichtig ist und über allem steht?

Eigentlich ist das Tolle an diesen vielen verschiedenen Jobs, dass alle aufeinander aufbauen. Anders als klassische Sportjournalisten darf ich Fan bleiben. In meiner Fernsehsendung habe ich Narrenfreiheit, durch meinen Stadionsprecherjob bin ich ein kleiner Teil meines lebenslangen Lieblingsvereines und wenn ich zwischendurch mal möchte, kann ich auch ganz seriös Bücher oder Kolumnen schreiben. Es ist alles ein ganz großer Glücksfall für mich. Mehr als ich kann man sein Hobby nicht zum Beruf machen.

Sportnews: Dich und deine Sendung verbindet man automatisch mit dem Begriff Fußballkultur. Was sagst du zu der aktuellen Entwicklung im Profifußball – gerade hinsichtlich der 50+1-Regel, steigender Ablösesummen und Spielergehälter und allgemein der voranschreitenden Kommerzialisierung?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Zum einen liegt mir sehr viel daran, die genannten Phänomene kritisch zu beobachten und da wo es geht auch ein Bewusstsein dafür zu erzeugen, dass Fußball viel zu toll ist, um ihn für immer mehr Geld schleichend in Grund und Boden zu vermarkten. Auf der anderen Seite hat Fußball so eine Strahlkraft und für uns Fans so einen unschätzbaren Wert, dass er nicht so einfach kaputtzukriegen ist. Und so unschön viele Entwicklungen auch sind: Über steigende Gehälter und zuviel Kommerz haben wir auch in den 1980er Jahren schon geklagt, ohne dass das alles dafür gesorgt hätte, dass wir den Spaß am Fußball verlieren.

Sportnews: Das Team von Sportnews Hildesheim beschäftigt sich nun seit 3 1/2 Jahren mit dem Sport in der Region Hildesheim – zwar steht Fußball im Mittelpunkt, jedoch werden auch die andere Sportarten ausführlich beleuchtet. In dieser Zeit sind uns positive, wie auch negative Entwicklungen aufgefallen.

Gerade im Amateurfußball ist uns zum Beispiel negativ aufgefallen, dass sich immer mehr Fußballvereine zu Spielgemeinschaften zusammenlegen müssen, um überhaupt noch am Spielbetrieb teilnehmen zu können, da die Spieler ausbleiben. Zusätzlich zieht es Sonntagmittag immer weniger Zuschauer auf die Sportplätze. Wie schätzt du diese Entwicklung ein und wie könnte man diesen Schwund aufhalten?

Dazu kann ich ganz wenig sagen. Ich gehe gerne auf Fußballplätze und schaue sehr gerne auch unterklassigen Fußball, egal ob Regional- oder Kreisliga. Da, wo ich gerne zuschaue, waren noch nie mehr Zuschauer als heute. Da kann ich also eure Beobachtungen nicht bestätigen. Die Sache mit den Spielgemeinschaften ist auffällig. Ich finde es auch sehr schade, dass mittlerweile in der Regionalliga schon reihenweise Traditionsvereine in die Knie gehen, weil sie den Spagat zwischen dem Streben nach Höherem und dem Zwang, dafür sehr viel Geld zu benötigen nicht mehr hinbekommen. Ich beobachte wirklich betrübt, wie schwer es Klubs wie RW Oberhausen, Essen, Aachen oder Wattenscheid heute haben.

Sportnews: Abschließend wünschen wir dir für die Tour und all die anderen Projekte viel Erfolg und bedanken uns noch einmal die Beantwortung der Interviewfragen! Man sieht sich am 20.02 in Hildesheim!

Tausend Dank! Ich werde mir Mühe geben!

Wir freuen uns schon riesig auf den kommenden Mittwochabend – ein Muss für alle Fußballfreaks. Wer noch Karten haben möchte, kann diese im HAZ Ticketshop, oder an der Abendkasse erwerben.