Giesen GRIZZLYS verlieren Drama in Bestensee mit 3:2

Am Samstagabend trafen die Giesen GRIZZLYS in Bestensee auf die Netzhoppers SolWo Königspark KW. Bereits am Abend davor wurden die Giesener von der HAZ als bestes Team Hildesheims gekürt. Mit diesem guten Gefühl, aber ohne den verletzten Diagonalen Michal Krisko, ging man in das Spiel gegen den Tabellennachbarn. Für dieses nahm man sich im Lager der GRIZZLYS den ersten Auswärtssieg der Saison vor, auch wenn das Hinspiel mit 1:3 verloren ging.

Bis auf Krisko und den Langzeitverletzten Marius Appel hatte Itamar Stein allerdings alle Spieler zur Verfügung und schickte mit Palgut, Clere, Aguillard, Poikela, Wagner und Toman seine besten verfügbaren Spieler auf das Feld. Auch der wieder genesene Mittelblocker Magloire Mayaula stand wieder zur Verfügung.

Der erste Satz begann ausgeglichen. Beide Teams erlaubten sich wenige Fehler, die Gastgeber konnten ihre Angriffe aber besser zu Ende spielen, sodass es zur ersten technischen Auszeit 8:5 stand.
Nach dieser konnten sich die GRIZZLYS steigern und kamen durch starke Aktionen von Clere und Mayaula zum Ausgleich (9:9). Das Spiel blieb zunächst ausgeglichen, doch kurz vor der nächsten technischen Auszeit nahmen die Netzhoppers das Heft wieder in die Hand und konnten durch drei Schnelle Punkte mit 16:13 in Führung gehen. Nach einem erneut langen Ballwechsel, den die Heimmannschaft in eine Punkt ummünzen konnte, nahm Giesen beim Stand von 18:14 die nächste Auszeit.
Stein fand offenbar die richtigen Worte und die Giesener holten zwei Punkte, sodass auch der gegnerische Trainer eine Auszeit nehmen musste. Der Satz ging nun in seine entscheidende Phase. Beide Teams schenkten sich während der Ballwechsel nichts und es blieb durchweg sehr eng. Beim Stand von 24:23 hatten die Gastgeber ihren ersten Satzball. Doch die Giesener, mit den stark spielenden Mayaula und Clere, wehrten diesen und fünf weitere Satzbälle ab. Erst den sechsten konnten die Netzhoppers zum 30:28 nutzen – 1:0.

Giesen verdaute den Satzverlust gut und kam gut in den zweiten Satz. Stein brachte beim 5:5 Milan Hrinak für Antti Poikela. Danach konnten die GRIZZLYS mehrere einfache Punkte holen und führten mit 8:6. Die Netzhoppers fanden im weiteren Verlauf kein Mittel gegen die stark aufgelegten Giesener, die kaum Fehler machten. So konnte man die Führung bis zur zweiten technischen Auszeit auf vier Punkte ausbauen (12:16). Giesen spielte sich nun in einen regelrechten Rausch. Jerome Clere konnte in den ersten beiden Sätzen bereits 13 direkte Punkte erzielen, direkt hinter ihm Magloire Mayaula mit neun direkten Punkten. Die Netzhoppers fanden vor allem gegen diese beiden kein Mittel. Am ende stand ein deutliches 18:25 auf der Anzeigentafel, sodass Giesen nach Sätzen ausgleichen konnte.

Auch im dritten Satz erlaubten sich die GRIZZLYS so gut wie keine Pause und spielten wie im Satz davor nahezu fehlerfrei. Schnell konnte man sich eine deutliche Führung herausspielen und ging mit 4:8 in die Auszeit. Diese Führung gab man nicht mehr aus der Hand. Auch, wenn die Netzhoppers mal auf zwei Punkte verkürzten, ließ sich das Team um Kapitän Hauke Wagner nicht verunsichern. 12:16 stand es zur nächsten technischen Auszeit. Doch angepeitscht vom lautstarken Publikum stemmten sich die Gastgeber gegen den drohenden Satzverlust und verkürzte auf 19:20. Nach einer Giesener Auszeit glichen diese sogar zum 20:20 aus. Nun entwickelte sich ein ähnlicher Krimi wie im ersten Satz. Dieses Mal hatten immer wieder die GRIZZLYS die Nase vorne. Am Ende waren es aber wieder die Gastgeber, die sich durchsetzen konnten. Nach zwei strittigen Schiedsrichterentscheidungen hieß es 32:30 und somit 2:1.

Die Netzhoppers nahmen das positive Gefühl mit in den vierten Satz und führten von Beginn an. Nun waren es die Giesener, die kaum zu einfach Punkten kamen und schnell mit 8:5 hintenlagen. Beim 9:10 nahm der Trainer der Gastgeber genervt die Auszeit. Giesen lag nun wieder durchweg in Führung und fand zur Form aus den letzten beiden Sätzen zurück. Mit 13:16 ging es in die nächste Auszeit. Diese knappe Führung konnten die Giesener durch den restlichen Satz retten und gewannen diesen mit 25:23.

Nach vier nervenaufreibenden Sätzen gingen die Teams in den entscheidenden fünften Satz. Giesen erwischte dabei den besseren Start und führte schnell mit 0:3 und 2:5. Doch die Netzhoppers ließen sich nicht abschütteln und verkürzten auf 5:6. Beim Stand von 10:10 nahm Itamar Stein die nächste Auszeit, um sein Team auf die entscheidenden Ballwechsel einzustellen. Das Spiel blieb lange so ausgeglichen. Immer wieder stand es Unentschieden zwischen den beiden Teams und keine Mannschaft konnte sich durchsetzen und einen eigenen Aufschlag in einen Punkt umwandeln. So dauerte der Satz und ging weit über die eigentlichen 15 Punkte hinaus, die es für einen Sieg braucht. Schlussendlich waren es zum dritten Mal die Gastgeber, die einen knappen Satz für sich entscheiden. Und das mit einem unglaublichen 30:28.

Ein an Dramatik nicht zu überbietendes Spiel über fast drei Stunden, aus dem die GRIZZLYS einen Punkt mit nach Hause nehmen. Das Team muss sich die Frage gefallen lassen, warum es nur ein Punkt ist, den man mitnimmt. Denn eigentlich waren es die Giesener Volleyballer, die besser spielten. Den dritten Satz nach einer fünf Punkte Führung (13:18) noch aus der Hand zu geben, darf nicht passieren. Außerdem hatte man im fünften Satz viele Möglichkeiten das Spiel für sich zu entscheiden, aber setzte die Angriffe ins Aus oder in den Block. Eine extrem bittere Niederlage für Hauke Wagner und sein Team.

MVP Silber holte der wieder sehr stark spielende Magloire Mayaula. Die Goldmedaille nahm Dirk Westphal in Empfang.