Was passiert eigentlich vor einem Volleyball-Spiel in der Volksbank-Arena?

Wenn heute um 17.30 Uhr die Türen der Volksbank-Arena für die Zuschauer öffnen, dann ist alles vorbereitet. So soll es ja auch sein – allerdings gehört dazu ein großer logistischer Aufwand. Wir waren dabei und durften miterleben, was es alles benötigt, damit die Helios GRIZZLYS Giesen in der Volleyball-Bundesliga spielen können.

Am gestrigen Freitag ist Abschlusstraining für die Giesener. Wer sonst nur zu den Spielen in die Volksbank-Arena kommt, dürfte verwundert auf den Fußboden schauen, denn der ist nicht gewohnt zweifarbig, sondern einfarbig. Für die Spiele der GRIZZLYS wird immer ein extra “Volleyball-Boden” verlegt. Während Trainer Itamar Stein und Co-Trainer Martin Richter gerade zwölf Spieler zum Abschlusstraining um sich versammelt haben, fängt ein kleines Helferteam bereits mit den ersten Vorbereitungen an. Die Spieler schwitzten bei einigen Spielformen, sowie Aufschlags- und Angriffsübungen. Bis auf die beiden Verletzten Marius Appel und Henrik Behmenburg sind alle Mann an Bord für das Pokalspiel.

Der Vorsitzende des TSV Giesen, Konrad Nave, hat das Kommando über den Aufbau. Heute stehen ihm zu Beginn fünf freiwillige Helfer zur Verfügung. Weil die GRIZZLY-Verantwortlichen nicht unbedingt mit einem Heimspiel im Pokal gerechnet haben, fehlt unter anderem die gute Seele José Ferrero, der sonst meist den Aufbau koordiniert. Zunächst werden aus einem Container hinter der Arena die Rollen in die Halle gebracht. Normalerweise wird dies oftmals erst am Spieltag selbst vormittags erledigt. Aufgrund der kalten Temperaturen soll sich der Boden aber über Nacht bereits in der Halle aufwärmen. Beim Anfassen der Rollen merkt man, es wird Winter.

Gegen 21.15 Uhr ist dann das Training beendet und endlich geht es so richtig los. Die Rollen werden auf das Spielfeld gefahren, hingelegt und ausgerollt. Zunächst müssen nur die groben Positionen stimmen, alle Rollen sind nummeriert, damit es einfacher ist, sie an der richtigen Position auszurollen. Nun packen auch Trainer Stein und die Spieler selbst mit an. Gegen kurz nach 22 Uhr sind alle Rollen ausgerollt in der Halle. Damit ist der Teil für Freitag beendet.


Am Samstag geht dann die Zentimeter-Arbeit weiter, denn es gibt genaue Vorschriften wie der Boden zu liegen hat. Durch die von Sporttotal.tv installierte Kamera, die nach genauen Maßen die Halle filmt, hat der Boden immer gleich zu liegen, nämlich nach den Einstellungen der Kamera. Ist er richtig positioniert, wird er anschließend verklebt, sodass er auch nicht wegrutschen kann. Danach werden noch die Aufkleber der Sponsoren auf dem Spielfeld angebracht, auch hier gibt es genaue Vorschriften vom Verband. Am Samstag kommen zu den fünf Helfern von Freitag noch insgesamt acht Schüler dazu. Vier vom Bischöflichen Gymnasium Josephinum, sowie vier vom Gymnasium Himmelsthür, die damit ihre Klassenkasse aufbessern.

Wenn man bedenkt, was einige wenige Personen dafür leisten, dass am Abend ab 19 Uhr DVV-Pokal gespielt werden kann, das lässt sich kaum in Worte fassen.
Vielleicht haben es genau diese Pesonen verdient, dass ihnen die GRIZZLYS morgen einen Heimsieg widmen. Im DVV-Pokal-Viertelfinale sind um 19 Uhr die SWD Powervolleys Düren zu Gast. Die haben einen alten Bekannten im Gepäck. Michael Andrei spielte selbst zwei Jahre lang für die Giesener und schaffte damals sogar die Meisterschaft in der 2.Bundesliga. Allerdings verzichtete man damals noch auf den Aufstieg.