Schwere Zeiten für Hannover 96 und Eintracht Braunschweig

Vor anderthalb Jahren waren Hannover 96 und Eintracht Braunschweig noch direkte Konkurrenten um den Aufstieg in die Bundesliga. 96 stieg damals bekanntlich hinter dem VfB Stuttgart auf – Braunschweig musste in die Relegation und unterlag dem VfL Wolfsburg in zwei Spielen knapp. In der vergangenen Saison stieg man sogar in die dritte Liga ab. Somit wuchs der Abstand zwischen beiden Teams binnen kurzer Zeit von wenigen Punkten auf ganze zwei Spielklassen an. Eines haben jedoch beide Mannschaften auch in dieser Saison gemeinsam: Abstiegskampf.

Vom Fast-Aufsteiger zum Drittligisten

Die Spieler, Verantwortlichen und Fans von Eintracht Braunschweig müssen sich im Mai diesen Jahres wohl wie im falschen Film vorgekommen sein. Ein Jahr zuvor hatte man erst in der Relegation den Aufstieg in die Bundesliga verpasst, nun war man plötzlich nur noch drittklassig. Der Abstieg war auch das Ende der erfolgreichen Ära von Torsten Lieberknecht in Braunschweig. Aber auch in der 3. Liga läuft es bekanntlich bisher ganz und gar nicht für die Löwen. Anfang Oktober entschied man sich nach nur einem Saisonsieg bereits zum Trainerwechsel. Andre Schubert wurde als Nachfolger des glücklosen Henrik Pedersen präsentiert. Doch auch unter dem neuen Trainer gelang die erhoffte Wende nicht. Die Eintracht steckt tief im Abstiegskampf und muss schon bald punkten, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu sollte in der langen Drittligasaison auch noch genügend Zeit sein. Ohne eine Siegesserie könnte die Spielzeit jedoch irgendwann ungewollt lang erscheinen.

 

Bundesliga wieder spannend – 96 im Abstiegskampf

Zwei Klassen höher befindet sich der Rivale aus Hannover in keiner ganz so prekären Lage. Nach einem schwachen Saisonstart wird es jedoch auch für 96 um nichts anderes als den Klassenerhalt gehen. Die Bundesliga an sich verspricht zum ersten Mal seit langem wieder spannend zu werden. Die zwischenzeitliche Krise des FC Bayern und die Formstärke von Borussia Dortmund unter Neu-Trainer Lucien Favre könnten nach jahrelanger Bayern-Dominanz endlich wieder einen echten Kampf um den Titel bescheren. Bei den Anbietern von Wetten gilt der FCB jedoch nach wie vor als Favorit. Doch Dortmund wird auch laut den Quoten von Betfair als ernstzunehmender Konkurrent gehandelt. Hannover 96 hingegen findet sich am anderen Ende der Tabelle wieder. Neben schwachen Leistungen sahen sich die Verantwortlichen um Horst Heldt in dieser Saison zudem bereits mehrmals vom Video-Assistenten ungerecht behandelt. Video-Beweis hin oder her – auch Hannover muss noch vor der Winterpause fleißig punkten, um nicht im Abstiegsstrudel hängen zu bleiben.

 

Starke Hinrunde der Vorsaison schwer zu wiederholen

In der Vorsaison hatte man noch die Euphorie aus dem Aufstiegsjahr mitnehmen können und befand sich zu einem ähnlichen Zeitpunkt in der oberen Tabellenhälfte. In der Hinrunde holte man 23 der insgesamt 39 Punkte und legte schon früh den Grundstein für den Klassenerhalt. Damals lag man nach zehn Spieltagen sogar auf dem vierten Platz. Trainer Andre Breitenreiter und Manager Horst Heldt bekamen verständlicherweise von allen Seiten viel Lob. In dieser Saison hält es sich damit eher in Grenzen. Wer nicht oder kaum punktet, erntet in der Regel nur Kritik – ein Grund mehr, schnell die Wende zu schaffen.