Eine Halbzeit lang Paroli, dann wird es doch deutlich – Börde verliert

30 Minuten sah es nach einer dicken Überraschung in der Schellerter Sporthalle aus, doch dann hatte die SG Börde Handball sechs ganz schwache Minuten, die dem Spitzenreiter TuS Vinnhorst reichten die Partie zu drehen und die die richtige Bahn zu lenken.

Knapp 300 Zuschauer in der prall gefüllten Heimstätte der Börde-Adler trauten zunächst ihren Augen nicht, denn in Durchgang eins waren die Gastgeber deutlich tonangebend gegenüber den Vinnhorstern. Zwar blieb es bis zum 4:4 durch Nils Eichenberger (10.Min) eng, aber dann setzten sich die Hausherren ab.
Durch Tore von Kapitän Jirka Strube und Kenny Blotor, sowie Henrik Froböse warf man eine 7:4 und 8:5 Führung heraus. Der eingewechselte 18-jährige Youngster Lucas Meurer sorgte sogar noch für das 10:6. Einen erheblichen Anteil an der Führung hatte auch Torwart Janis Nowitzki, mit einigen Paraden. Er parierte einen Siebenmeter und einige freie Würfe.
Nach Zwei-Minuten-Strafen gegen Jens Keuntje und Henrik Froböse konnten die Gäste durch Tim Otto zum 10:10 ausgleichen, aber mit schnellen Toren stand es wieder 13:10. Moritz Büchner, Strube und Froböse zeichneten sich verantwortlich. 35 Sekunden vor der Halbzeitpause nahm Börde-Trainer Michael Nechanitzky eine Auszeit beim Stand von 13:11. Doch statt sich mit Zeit einen Drei-Tore-Vorsprung für die Pause zu sichern, warfen die Adler den Ball schnell weg und Nils Eichenberger konnte auf 13:12 verkürzen zum Seitenwechsel.

Der Knackpunkt des Spiels ereignete sich dann zwei Minuten nach der Pause. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Simon Ratzke konnte Gäste-Akteur Bastian Harendt per Siebenmeter zum 14:14 ausgleichen. Auf der anderen Seite scheiterte Kenny Blotor vom Siebenmeterpunkt am eingewechselten Colin Räbiger, der auch den Abpraller parierte. In den folgenden vier Minuten zogen die Gäste durch fünf Tore mit 14:19 davon. Gleich dreimal traf Jakob Bormann, zusätzlich noch der starke Tim Otto und Jonas Borgmann. Die knapp acht torlosen Minuten beendete Kenny Blotor, doch der Wille der SG Börde war gebrochen. Trainer Michael Nechanitzky fand nach Abpfiff dafür folgende Worte:

Wir haben zehn Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht konzentriert genug gespielt. Wir haben zu viele Bälle weg geschmissen und Vinnhorst zu Kontern eingeladen, die sie mit Tim Otto und Konsorten gut augespielt haben. Das Spiel hätte durchaus enger enden können. Uns war bewusst, dass es schwer wird zu gewinnen, aber ich hätte gerne weniger Rückstand gehabt.

Der Spitzenreiter spielte nun sehr gefälligen Handball. Mit vielen schnellen Kreuzungen in der Offensive wurden die Tore sauber herausgespielt und in der Defensive stand man deutlich besser. Heim-Trainer Nechanitzky versuchte mit einigen Wechseln oder Manndeckungen noch einmal das Ruder herum zu reißen, doch die Vinnhorster agierten nun im Stile einer echten Spitzenmannschaft.
Der ehemalige Eintracht-Hildesheim-Akteur Nils Eichenberger erkannte eine deutliche Leistungssteigerung in Hälfte zwei bei seiner Mannschaft.

Die erste Halbzeit war relativ schlecht, da hatten wir fünf sechs Ballverluste, einfach den Ball weg geschmissen. Sind trotzdem nur ein Tor zurück zur Pause. Zweite Halbzeit hatten wir viel weniger davon, die Abwehr stand besser und dadurch konnten wir Gegenstöße laufen. Auch nach der Manndeckung gegen Tim Otto auch gut über den Kreis gespielt.

Trotz etlicher Paraden von Janis Nowitzki stand am Ende eine 23:31 Niederlage zu Buche. Auf Seiten der Gastgeber war einmal mehr Kenny Blotor mit zehn Treffern bester Schütze. Bei den Gästen waren Tim Otto und der ehemalige Hildesheimer Nils Eichenberger mit je sieben Treffern die erfolgreichsten.
Kenny Blotor empfand die Niederlage als zu deutlich:

Wir waren in Unterzahl, machen einfache Fehler und Vinnhorst kontert uns dann eiskalt mit zwei drei Toren aus. Am Ende mit acht Toren ist es einfach zu hoch.