GRIZZLYS verkaufen sich teuer gegen Berlin vor über 1.800 Zuschaern

Nach zehn Jahren war es gestern Abend wieder soweit. Die Helios GRIZZLYS Giesen sind zurück in der Volleyball Bundesliga und zum ersten Heimspiel gastierte gleich mal der amtierende deutsche Meister Berlin Recycling Volleys in der Hildesheimer Volksbank-Arena. Über 1.800 Zuschauer kamen zum Saisonauftakt und heizten beiden Mannschaften ordentlich ein.

Der erste Punkt des Spiels ging an die GRIZZLYS. Kapitän Hauke Wagner verwertete, wie man es von ihm kennt, einen Angriff mit einem harten Schmetterball zum 1:0. Danach entwickelte sich ein unkämpftes Spiel, indem der Aufsteiger gegen den Meister gut mithielt. Trainer Itamar Stein schickte zu Beginn Kapitän Wagner als Diagonalen aufs Feld. Außerdem spielten Mayaula Magloire und Robert Schramm im Mittelblock, Jerome Clere und Milan Hrinak in der Annahme und Filip Palgut als Zuspieler. Libero war zunächst Urban Toman.
Die Berliner konnten sich nach kurzer Zeit dann eine Führung erarbeiten, aber Giesen blieb dran und ließ sich nicht abschütteln. Maximal drei oder vier Punkte betrug der Rückstand. Zweimal waren die GRIZZLYS sogar richtig nah dran am Meister. Beim Stand von 17:19 gab es eine Fehlentscheidung, statt 18:19 stand es 17:20. Trainer Stein machte seinem Ärger Luft und sah dafür die gelbe Karte. Aber auch davon ließen sich die Gastgeber nicht beirren, gaben weiter alles und kämpften sich auf 23:24 heran. Doch Berlin war in den entscheidenden Phasen einfach effektiver und abgezockter und entschied den Satz mit 23:25 für sich. Kapitän Hauke Wagner war im Anschluss etwas enttäuscht:

In Relation gegen wen wir gespielt haben, denke ich kann man 0:3 verlieren. Wir haben die Chance, wir können den ersten Satz vielleicht sogar gewinnen. Dann bin ich zufrieden, so bin ich leider ein bisschen enttäuscht.

Das Bild veränderte sich in Satz zwei kaum. Berlin erspielte sich meist die Führungen, aber die Giesener kamen oft zurück. Bei 10:10 konnten sie ausgleichen, bei 13:12 um 19.49 Uhr sogar noch einmal in Führung gehen. Aber es sollte einfach nicht reichen. Besonders im Block gab es selten Punkte. Lediglich Mayaula schaffte vereinzelt mit guten Blocks Punkte zu holen. Schlussendlich stand es nach Satz zwei durch ein 18:25 0:2 für den BRV.

Im dritten Satz blieb es dabei, die GRIZZLYS konnten mithalten, aber die Berliner waren einfach in den entscheidenden Phasen zu stark. Insbesondere Diagonalangreifer Kyle Russell war es immer wieder der für Berlin punktete. Er wurde später auch zum MVP gewählt.
Trainer Stein wechselte dann gegen Ende ein paar Mal durch. Unter anderem kamen noch Marius Appel, Michal Krisko und Antwain Aguillard ins Spiel. Um 20.37 Uhr versenkten die Gäste den letzten Punkt zum 18:25. Die silberne MVP-Medaille erhielt der französische Neuzugang Jerome Clere.
0:3 klingt sehr klar, aber die GRIZZLYS haben es geschafft, lange dem deutschen Meister Paroli zu bieten. Wenn es die Mannen um Kapitän Hauke Wagner schaffen, diese Leistung in allen Spielen abzurufen, dann macht das Lust auf mehr.

Trainer Itamar Stein fand nach dem Spiel folgende Worte:

Es war eigentlich ein gutes Spiel von uns. Der Gegner war noch zu stark, aber wir haben eineinhalb Sätze gut gegengehalten. Wir hatten auch Chancen den ersten Satz zu gewinnen, leider hat das nicht geklappt. Aber gegen ein Team wie Berlin kriegt man nur eine Chance, die haben wir heute leider nicht genutzt. Trotzdem war es ein gutes Spiel von uns. Die Fans haben uns super unterstützt, die Stimmung war enorm.