VfV 06 zu Gast beim Spitzenreiter HSC um Niklas Kiene

Nur vier Tage nach dem Aus im NFV-Pokal, geht es für Oberligist VfV Borussia 06 Hildesheim im Liga-Alltag weiter. Nach zuletzt sieben Punkten aus drei Ligaspielen gastiert die Mannschaft von Trainer Thomas Siegel am kommenden Sonntag um 15 Uhr beim aktuellen Spitzenreiter dem Hannoverschen SC.

Die Hildesheimer können am Sonntag wohl wieder auf Benedict Plaschke zurückgreifen, ansonsten dürfte Trainer Siegel nicht viel ändern. Es scheint, als hätte er nun größtenteils eine grobe Stammelf gefunden. Die Innenverteidigung um Steffen Suckel und Niklas Rauch wird immer solider. Auf der rechten Verteidigerposition hat Tristan Heine die besten Karten. Im Pokal spielte hinten links Wlad Masljakow, in der Liga zuletzt Andreas Hinrichsen. Diese Position scheint offen. Das defensive Mittelfeld um Sascha Hingerl und Emir Hadzic scheint sich auch gefunden zu haben. Plaschke könnte wohl für Hady El-Saleh in die Elf rücken, dem die Effektivität noch fehlt.

Durch die sieben Punkte zuletzt hat sich die “Domstadtelf” auf Rang acht vorgekämpft. Ein weiterer Punktgewinn würde aber weiterhin gut tun. Die Aufgabe ist aber definitiv nicht leicht, denn der Gegner, der Hannoverscher SC ist mit vier Punkten Vorsprung aktueller Tabellenführer und sehr gut in Form. Zuletzt gewann der HSC in Delmenhorst mit 3:1. Bei den Hannoveranern spielen mit Deniz Tayar und Niklas Kiene auch zwei ehemalige Hildesheimer.


Mit dem Hildesheimer Eigengewächs Niklas Kiene haben wir im Vorfeld des Spiels ein Interview durchgeführt. Über seine Zeit in Hildesheim, sein aktuelles Team HSC, die gute Form und die weiteren Saisonziele.

Sportnews Hildesheim: Hallo Niklas, vielen Dank für deine Bereitschaft und dass du dir die Zeit für uns nimmst. Als Aufsteiger gleich Tabellenführer sein und nun den ehemaligen Verein im eigenen Stadion empfangen. Beschreib doch mal deine Gefühlswelt vor diesem sicherlich besonderen Spiel?

Niklas Kiene: Hallo SNHi, zunächst einmal vielen Dank für die Einladung zum Gespräch. Die aktuelle Tabellensituation ist sehr zufriedenstellend. Natürlich ist das ein Spiel, wo man sich mehr drauf freut. Aber es bleibt ein Spiel wie jedes andere. Der VfV hat nicht mehr viele altbekannte und meine Zeit liegt auch schon etwas zurück.

Sportnews Hildesheim: Du hast etliche Jahre in der Jugend und dann knapp sechs Jahre im Herrenbereich für VfV gespielt. Man könnte also sagen, der Verein war ein Sprungbrett für alles was danach kam – wie stehst du aktuell zum VfV 06?

Niklas Kiene: Man hat vieles mit dem Verein erlebt. Beginnend mit dem direkten Sprung ins Team als 18 jähriger bis hin zur Regionalliga. Dann sind einige Dinge passiert, die man sich nach so einer langen Zeit nicht wünscht.

Sportnews Hildesheim: Magst du das etwas näher erläutern? Was war positiv, was war negativ aus deiner Sichtweise?

Niklas Kiene: Positiv war natürlich der Sprung direkt ins Team der Oberliga. Das hab ich dem damaligen Trainer Andreas Golombek zu verdankender immer auf mich gebaut hat. Gekrönt mit dem Aufstieg in die Regionalliga und für mich persönlich mit 10 Toren in der Aufstiegssaison.
Zwei drei Dinge sollten hingegen klargestellt werden, ohne hier zu sehr in der Vergangenheit rum zu graben. Die damalige Hinrunde in der Regionalliga lief mit acht Spielen alles andere als erfreulich. So teilte ich dem damaligen sportlichen Leiter bereits Anfang November mit, den Verein im Winter zu verlassen. Das Angebot aus Havelse kam und ich hatte die Chance einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen. Soweit so gut. Kurze Zeit später musste man mehrfach in den Zeitungen lesen Kiene wurde aussortiert, Kiene sorgte für Unruhe und zettelte Revolten gegen den Trainer an. Ich spielte von Beginn an mit offenen Karten und der damalige Trainer versuchte mich auch in einem weiteren Gespräch beim Verein zu halten. Dennoch kamen diese Dinge in Zeitung zum Vorschein und stellten einen selbst natürlich in ein schlechtes Licht. Dies wurde von Vereinsseite nie abgestritten sondern befürwortet. Daher bin ich mit dem aktuellen Verein und dem gegebenem Umfeld sehr zufrieden und fühle mich sehr wohl.

Sportnews Hildesheim: Über den TSV Havelse und SV Arminia Hannover bist du beim HSC gelandet. Wieso hat es in Havelse und bei Arminia nicht so wirklich geklappt?

Niklas Kiene: Ich habe nach kurzer Zeit in Havelse eine Knieverletzung erlitten, die mich ca. acht Monate lahmgelegt hat. Falscher Ehrgeiz und zu früher Start haben mich immer wieder und wieder nach hinten geworfen.
Beim HSC lief wieder alles und ich konnte nach langer Zeit endlich wieder schmerzfrei spielen.

Sportnews Hildesheim: Jetzt bist du fast zwei Jahre beim HSC und hast mit Abstieg aus der Oberliga, direkter Wiederaufstieg und Tabellenführung in der Oberliga einiges miterlebt? Wie erlebt man das als Spieler alles so mit?

Niklas Kiene: Der Verein hat sich in den letzten zwei Jahren super entwickelt und hat durch den Abstieg viel dazugelernt. Wir haben überragende Rasenplätze, hinzu kommt der Kunstrasenplatz im Winter. Von der Struktur hat der HSC, nach Hannover 96 die besten Bedingungen in Hannover.
Zudem haben wir sehr viel Qualität im Team. Die Mischung aus erfahrenen Oberliga-Spielern und jungen sowie talentierten macht es. Die aktuelle Tabellensituation kommt nicht von ungefähr.

Sportnews Hildesheim: Was sind die größten Unterschiede zwischen den Vereinen für die du bereits gespielt hast?

Nikas Kiene: Die großen Unterschiede sind nicht wirklich erwähnenswert. Die allgemeinen Abläufe sind in Havelse und Hildesheim durch langjährige höherklassige Erfahrung natürlich bekannt, aber wir versuchen das mit Mannschaft und Trainerteam weiter nach vorne zu bringen und den gesamten Ablauf etwas professioneller zu gestalten. Was uns bis dato ganz gut gelingt, aber der Weg ist noch nicht fertig.

Sportnews Hildesheim: Was glaubst du ist für den HSC in dieser Saison noch möglich? Ein Drittel ist rum und ihr seid mit vier Punkten Vorsprung Tabellenführer? Wie lautet das Ziel für die restliche Saison?

Niklas Kiene: Dem Team ist einiges zuzutrauen. Um am Ende ganz oben zu stehen brauch es immer „die perfekte Saison“. Dort gehören einige Punkte dazu. Man benötigt immer das gewisse Spielglück, breite im Kader, dazu die Mischung aus Erfahrung und Talent, ein gutes Umfeld und eine gute positive Stimmung im Team und um Team herum. Dies ist alles gegeben.
Wir sind hungrig auf mehr und unser Ziel ist diesen Platz bis Saisonende zu verteidigen. Zudem wollen wir so lange wie möglich ungeschlagen bleiben.

Sportnews Hildesheim: Du und zwei drei andere Spieler im Team kennen die Regionalliga ja bereits. Wie macht ihr euren Kollegen die Liga schmackhaft um sich mit dem Aufstieg zu belohnen?

Niklas Kiene: Wir hoffen im nächsten Jahr gegen Braunschweig I zu spielen (lacht). Ne, Spaß beiseite, da wird nicht drüber gesprochen.
Die Saison ist noch lang. Wir sind gut gestartet und wollen das bis Saisonende konstant auf dem Platz zeigen. Wichtig ist auch das wir unseren Fußball spielen. Attraktiv und erfolgreich.

Sportnews Hildesheim: Am Sonntag kommt es zum Duell Aufsteiger gegen Absteiger – dabei seid ihr aktuell Tabellenführer und VfV steht im Mittelfeld. Was erwartet ihr euch vom Spiel? Was glaubst du, wie wird VfV agieren?

Niklas Kiene: Wir wollen das Spiel am Sonntag gewinnen und zeigen warum wir da oben stehen. Die Punkte bleiben in Hannover!
Vor jedem Gegner in dieser Liga muss man Respekt haben, mit Überheblichkeit geht es immer nach hinten los.

Sportnews Hildesheim: Zu guter letzt, würdest du am Sonntag bei einem Tor jubeln? Und wie lautet dein Tipp für die Partie?

Niklas Kiene: Ich wüsste nichts was dagegen spricht. Mein Tipp lautet 2:0.

Fotos: Beitragsbild (Sportnews Hildesheim), Bild im Text I (Sportnews Hildesheim), Bild im Text II (Maike Lobback)