Der Meistertrainer im Interview – Omar Fahmy vom SV Newroz Hildesheim

Gleich in der ersten Saison als Trainer gelingt ihm einiges. Im Winter gewann seine Mannschaft den prestigeträchtigen EVI Cup 2017, jetzt folgte am vergangenen Sonntag die Staffelmeisterschaft in der Bezirksliga Hannover 4. Die Rede ist von Omar Fahmy, Trainer des Bezirksligisten SV Newroz Hildesheim. Wir haben mit dem 29-jährigen über seine erste Saison als Trainer gesprochen, die Erfolge und das Thema “Aufstieg”.

Sportnews Hildesheim: Omar, zunächst natürlich herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. In der ersten Trainersaison gleich den Meistertitel geholt. Wie bewertest du die Saison und welchen Stellenwert hat dass für dich?

Omar Fahmy: Danke für die Glückwünsche – diese leite ich gerne an die Mannschaft weiter.
Differenziert – aus sportlicher Sicht haben wir nahezu alles gewonnen und unser Spiel bis auf ein paar Ausnahmen in positiver Hinsicht weiterentwickelt, gerade in der Rückrunde häufiger zu Null gespielt und damit eine gute Basis geschaffen. Dennoch wäre mehr möglich gewesen, aber die Jungs können stolz auf sich und ihre Leistung sein. Gleichzeitig sind wir auf Platz drei der Fairnesstabelle, ein großartiger Umstand, der mich jedoch nicht mehr sonderlich überrascht. Der Stellenwert der Mannschaft hingegen ist sehr hoch einzuordnen, da die Mannschaft unfairerweise Woche für Woche in jedem Bericht einer regionalen Großzeitung mit dem Nichtaufstieg belastet wurde und dennoch die Spannung aufrecht erhalten hat. Die Jungs haben auf dem Platz Charakter gezeigt, davor ziehe ich meinen Hut.

SNHI: Du sprichst es bereits an – ihr seid Meister, aber dürft nicht aufsteigen. Inwiefern schmälert es den Erfolg oder enttäuscht einen?

Omar Fahmy: Die Enttäuschung ist sicherlich groß, wenn man so eine tolle Saison spielt und sich auf vielen Ebenen weiterentwickelt hat. Für den Verein ist diese Saison sicherlich eine besondere, weil viele erste Titel dabei sind. Ich denke in diesem Jahr hat sich einiges verändert, was von vielen reflektierten Menschen zurückgemeldet wird. Gleichzeitig muss der Verein sich in seinen Strukturen weiterentwickeln, um auch substanziell erfolgreicher zu arbeiten.
Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan, denn nach wie vor hat der Verein keine eigene Platzanlage und Unterstützung in diesem Bereich ist ebenfalls leider nicht vorhanden. Diese Problematik können nur die Wenigsten nachvollziehen, wenn ein Verein mehr oder weniger heimatlos ist, keine eigene Vereinskultur entwickeln kann und die Jugendarbeit in der Nähe der eigenen Gemeinschaft nicht ermöglicht werden kann. Dennoch sind wir dem SC Itzum sehr dankbar für die erste Annäherung bezüglich der Kooperation.
Dieser geschilderte Umstand ist viel deprimierender als eine Saison nicht aufsteigen zu können. Integration bedeutet auch gleiche oder ähnliche Voraussetzungen schaffen und in dieser Angelegenheit bin ich schon sehr enttäuscht…

SNHI: Was waren für dich Highlights im Saisonverlauf?

Omar Fahmy: Da gab es viele tolle Momente, die mir und uns die Mannschaft bereitet hat. Der EVI Cup war sicherlich einer davon, wenngleich ich die Konstanz in der Saison, ohne ein Spiel besonders hervorzuheben, als größtes Highlight neben der positiven Entwicklung in der Fairness-Tabelle sehe. Das sagt unheimlich viel über die Mannschaft aus.

SNHI: Wie geht es weiter für den SV Newroz? Wirst du auch in der kommenden Saison als Trainer an der Seitenlinie stehen? Wird sich das Team verändern?

Omar Fahmy: Ich denke, dass der Verein in naher Zukunft auf viele junge Spieler setzen wird. Was meine Zukunft betrifft, da habe ich im vergangenen Sommer Serhat für eine Saison zugesagt. Er weiß, dass ich sportlich immer gerne gerne das Maximum anstrebe, daher ist ist diese Frage Stand heute in alle Richtungen offen. Beruflich stehen in den nächsten Wochen und Monaten diverse Projekte an, die ich mit in meine Entscheidung einfließen lassen werde. Ich werde mich zeitnah entscheiden. Was die Mannschaft betrifft, da wünsche ich mir dass sie so zusammenbleibt, denn dann werden sie als Team gemeinsam noch viel erreichen.

Auch Manager und Macher Serhat Kaplan äußert sich zur Meisterschaft:

Wir sind sehr froh, dass wir Meister geworden sind. Wir haben uns nach dem Aufstieg in die Bezirksliga eine solche Entwicklung nicht vorgestellt. Es war eine schwierige Saison, wir mussten gerade in der Hinserie enorm viel investieren. Nach dem Wechsel nach Itzum hatten wir weiterhin mit vielen Baustellen zu kämpfen, aber die Mannschaft hat das super gemacht, sie hat sich nicht aufgegeben. Gerade auch im Hinblick darauf, dass überall und ständig erzählt wurde, dass wir am Ende eh nicht aufsteigen dürfen. Wir haben echt was gutes aufgebaut, wir wollen weiter erfolgreich Fußball spielen, mehr Zustimmung erhalten. Wir investieren viel Arbeit, wir bewegen echt viel. Unsere Philosophie ist es immer zu kämpfen und dass wollen wir in der nächsten Saison weiter zeigen. Ein besonderer Dank auch an Omar Fahmy, der sehr viel getan hat. Nicht nur als Trainer, sondern auch im Vorstand.