Speedskaten fliegt 2019 aus Programm des Hannover-Marathons

(Foto: Norbert Wilhelmi)

Diese Pressemitteilung der Organisatoren des HAJ Marathons Hannover schlug bei den Speedskatern des MTV 48 Hildesheim ein wie eine Bombe: ab dem Jahr 2019 wird der Hannover-Marathon keinen Wettbewerb für Inlineskater mehr anbieten!

Eine schlechte Nachricht nicht nur für die Speedskater vom MTV 48 Hildesheim, die regelmäßig in den letzten Jahren an dem Rennen über die Halbmarathondistanz durch die hannoversche Innenstadt mit einer Vielzahl von Speed- und Breitensportlern sehr erfolgreich teilgenommen haben und in diesem Jahr wieder hervorragende Erfolge zu verbuchen hatten (Ergebnisbericht 2018).

Auch für den Sport Speedskaten ist so eine weitere Möglichkeit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren, entfallen. Mit regelmäßig über 500 Skatern war der Inlinehalbmarathon in Hannover eine der größeren Veranstaltungen in Deutschland, wodurch auch die Skater die Infrastruktur eines Läufermarathons nutzen konnten.

Allerdings auch mit dem Nachteil, dass u.a. die Streckenauslegung nur auf die Läufer ausgerichtet ist. So befanden sich z.B. im letzten Jahr 2 neue längere Kopfsteinpflasterpassagen auf der Strecke, was zu einigen Stürzen und gefährlichen Situationen für die Skater geführt hat. Somit konnte das Inlinerennen vom niedersächsischen Inlineverband nicht lizensiert werden, und somit auch kein Rennen der Nordliga mehr sein. Dies tat der Nachfrage aber keinen Abbruch und es gingen auch dieses Jahr wieder viele Skater auf die Strecke, und konnten sich davon überzeugen, dass die jetzt erneut geänderte Streckenführung wieder ein vernünftiges Inlinerennen möglich machte.

Das Aus des gesamten Wettbewerbs kommt für mich nach der Streckenänderung ziemlich überraschend, so Dennis Lattacz (Speedskater, Abteilungsleiter MTV 48 Hildesheim, diesjähriger 3. des Inliner-Halbmarathons in Hannover).

Sicherlich sei es nachvollziehbar, wenn der Veranstalter sich voll auf die Laufwettbewerbe konzentriert, welche die meisten Teilnehmerzahlen und Aufmerksamkeit hervorrufen. Wenn die Entscheidung gefallen ist, dass es nicht möglich ist, für die Skater eine entsprechende Streckenführung zu realisieren, die den Ansprüchen gerade für ein Rennen mit Spitzensportlern mit hohen Geschwindigkeiten gerecht wird, ist dies zu akzeptieren. Natürlich möchte der Inlineverband sonst auch mitreden, wenn er seine besten Skater auf die Strecke schickt, und deren Sicherheit gewährleisten will und muss. Aber die Ansprüche der Hobby- und Breitensportler sind andere und hier offensichtlich in den Hintergrund getreten!

“Gerade für die vielen Breiten- und Hobbysportler, für die es hier die einzige Möglichkeit in der Umgebung ist, sich in einem großen Feld in einem Wettkampf auszuprobieren, ist diese Entscheidung bitter. Es wäre mit der jetzigen Strecke aus meiner Sicht ohne weiteres möglich gewesen, zu einem Kompromiss zu kommen”, so Dennis Lattacz.

Auch bei den MTV 48 Speedies haben hier viele Skater zum ersten Mal Wettkampfluft geschnuppert, und sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Speedskaterteams geworden, und haben auch beim Hannoverhalbmarathon schon auf dem Podest gestanden. So bleibt nur zu hoffen, dass es vielleicht doch noch die Möglichkeit gibt, den Veranstalter davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, auch auf die Skater zu setzen. Dieser tolle Sport und seine tollen Sportler hätten es verdient!