0:4 gegen Lübeck – Ligaverbleib aus eigner Kraft kaum noch möglich

Das war eine schallende Ohrfeige, die der VfV Borussia 06 Hildesheim heute gegen den VfB Lübeck kassierte. Für die gut 50 mitgereisten Fans aus Lübeck hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt.

Von Beginn an waren die Gäste die tonangebende Mannschaft. Der VfB hatte mehr Ballbesitz und mehr Zug zum Tor. Es dauerte aber bis zur 20. Spielminute, bis Nils Zumbeel zum ersten mal retten musste. Die Partie spielte sich in der ersten Halbzeit zum Großteil im Mittelfeld ab, zwingende Torchancen waren Mangelware – auf beiden Seiten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff drängte Lübeck nochmal auf den Sieg, gleich 4 Schüsse wurden aber hintereinander von der Hildesheimer Defensive abgewehrt. Die größte Chance in Front zu gehen hatte aber die Domstatelf in der 45. Minute. Thomas Sonntag setze sich auf der linken Seite stark durch und passte auf den im Strafraum stehenden Luis-Prior Bautista. Dieser nahm den Ball direkt und setzte ihn an den kurzen Innenpfosten – schade! Dann gab es Pausentee.

Die zweite Halbzeit sollte kein gutes Ende für die Domstadtelf haben und es ging denkbar schlecht los. Wir haben die Zeit gestoppt – bereits 40 Sekunden nach Wiederanpfiff zappelte der Ball im Netz von Nils Zumbeel! Eine Flanke von links fand im Zentrum Yannick Deichmann, der aus 11 Metern unhaltbar zur 0:1 Führung traf (46.´). Und ob man es glaubt oder nicht, nur 20 Sekunden nach dem Anstoß der nächste Treffer für die Gäste. Yusuf Kilic hatten den Ball zuvor im Aufbauspiel verloren, blitzschnelles Umschalten des VfB zeigte Wirkung und es war wieder Yannick Deichmann, der von halb rechts das 0:2 erzielte (47.´). Gut möglich, dass dies der schnellste Doppelpack der Regionalliga-Historie war. In der 60. Minute musste Deichmann übrigens verletzungsbedingt ausgewechselt werden, gute Besserung! Aber es sollte noch Dicker für die Domstadtelf kommen. In der 64. Spielminute flog Abdulbaki Hot mit einer glatten roten Karte vom Platz. Diesmal war er es, der einen haarsträubenden Fehlpass im Aufbauspiel auspackte. Im Zurückeilen konnte er nun noch die Notbremse ziehen, um so ein weiteren Tor zu verhindern. Den daraus resultierenden Freistoß von der Strafraumgrenze parierte Zumbeel weltklasse. Lübeck war in allen Belangen überlegen und konnte jetzt ganz locker aufspielen. In der 69. Minute war es eine maßgenaue Flanke, die Gary Noel aus kurzer Distanz zum 0:3 verwertete. Auch dem Schlusspunkt ging eine schlechte Defensivarbeit des VfV06 voraus. Ein hoher, ungefährlicher Ball wurde von Yannick Schulze nur halbherzig angegangen und Marvin Thiel sagte “Danke”. Erst scheiterte Noel noch an Zumbeel, im Nachsetzen traf Thiel dann aber zum 0:4 Endstand. Alle Quoten für Regionalligapartien findet ihr bei fussballwetten.info.

Das war heute die mit Abstand schlechteste Leistung der Domstadtelf unter Thomas Siegel und der Klassenerhalt ist aus eigener Kraft nun kaum noch möglich. Drei Auswärtsspiele stehen noch an (St. Pauli, Jeddeloh, Lüneburg) und somit sind maximal noch 9 Punkte möglich. Gejagt wird nun der BSV Rehden (Platz 15.), der mit 7 Punkten Abstand auf den VfV06 noch ein komfortables Polster zur Verfügung hat. Ein kleiner Lichtblick aus VfV06-Sicht ergibt sich, wenn die Ergebnisse der 2. Liga betrachtet werden. Eintracht Braunschweig verliert nämlich auch gegen Ingolstadt und rutscht dadurch auf den Relegationsplatz ab. Sollte die Mannschaft in die dritte Liga absteigen müsste die Regionalliga-Reserve den Weg in die Oberliga antreten.