Interview vor dem DERBY mit Maxi Kolditz, Kenny Blotor und Andre Muscheiko

Anlässlich des Handball-DERBYS am Mittwochabend um 19.15 Uhr in der Hildesheimer Volksbank-Arena in der Oberliga Niedersachsen, zwischen den Sportfreunden Söhre und der SG Börde Handball hatten wir die Möglichkeit mit den Beteiligten ein Interview zu führen. Wir haben mit Maxi Kolditz von den Sportfreunden, sowie Kenny Blotor und Andre Muscheiko von der SG Börde über das DERBY, die Saisons der beiden Teams  und die Faszination Handball in den beiden Orten gesprochen.

Sportnews Hildesheim (folglich SNHI): Maxi, die Spannung steigt, noch wenige Tage bis zum DERBY, merkst du schon das Kribbeln? Und wie groß ist die Vorfreude?

Kolditz: Ja man merkt schon, dass es anders ist, als ein normales Punktspiel … auch im Umfeld. So ein Derby ist natürlich immer was besonderes. Wir freuen uns alle sehr auf das Rückspiel und sind heiß drauf. Besonders, weil man vom Hinspiel weiß, wie viele Fans den Weg in die Arena gesucht haben und die Hoffnung hat, dass auch das Rückspiel wieder so viele Zuschauer steht.

SNHI: Kenny, während die Söhrer befreit aufspielen können, müsst ihr noch mindestens zwei Punkte für den rechnerisch sicheren Klassenerhalt holen – wie groß ist der Druck für euch?

Blotor: Mit dem Sieg am Samstag haben wir einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht und konnten somit diesen Druck etwas lindern. Zudem haben wir im Vergleich zu unseren Verfolgern  nach dem DERBY das leichtere Restprogramm. Somit können wir uns voll und ganz auf das DERBY konzentrierten. Den einzigen Druck den wir uns eventuell selbst machen ist, dass wir das DERBY unbedingt gewinnen wollen.

SNHI: Andre, arbeiten wir die Saison der SG einmal etwas auf. Nach dem späten Klassenerhalt in der letzten Saison, sollte dieses Jahr eigentlich ein Platz im sicheren Mittelfeld herausspringen. Warum ist es wieder so knapp?

Muscheiko: Leider hatten wir nach dem Abgang von Markus von Aspern auch in diesem Jahr wieder einen Trainerwechsel. So was bringt leider auch immer etwas Unruhe. Allerdings hat Jan-Kolja Strube das dann sofort gut aufgefangen. Wir haben leider immer ein paar Spiele dabei, die wir sehr knapp verlieren. Wenn diese Spiele mal anders laufen, dann würden wir in der Tabelle auch weiter oben stehen und müssen nicht so lange zittern.

SNHI: Maxi, du hast schon Erfahrungen in der 2. und 3.Liga gesammelt – bist dann im Sommer nach Söhre gewechselt – warum?

Kolditz: Eigentlich hatte ich in Springe noch einen laufenden Vertrag bis Juni 2019, da ich aber auch im Jahr 2016/17 wieder mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte und mein Beruf es nicht mehr möglich gemacht hat, fünf Mal die Woche zu trainieren, habe ich für mich die Entscheidung getroffen, etwas kürzer zu treten, was den Handball betrifft. Als Laki (Anm. d. Red. Sven Lakenmacher) das mitbekommen hat und mich gefragt hat, ob ich nach Söhre kommen möchte, habe ich nicht wirklich lange überlegt – unter ihm hatte ich in Springe in der zweiten und dritten Liga persönlich meine beiden besten Jahre. Die Söhrer Mannschaft ist jung und motiviert und das familiäre Umfeld hat mir extrem zugesagt. Zudem habe ich gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt und ich habe es nicht bereut.

SNHI: Worin liegen für dich die größten Unterschiede im Vergliech von Eintracht und Springe zu Söhre, mal abgesehen von der Spielklasse?

Kolditz: Also unabhängig von der Spielklasse merkt man natürlich, dass sowohl bei Eintracht, als auch in Springe die finanziellen Möglichkeiten ganz andere sind. Dort bestehen richtige Arbeits- bzw. Angestelltenverträge, was alles natürlich deutlich professioneller macht. Es ist aber auch deutlich mehr “Druck”, weil man merkt, was alles dahinter steckt. Die generelle Betreuung in vielen Bereichen bietet durch das “Finanzielle” natürlich auch viel mehr!
Ein Unterschied, der deutlich für Söhre spricht, sind jedoch die Fans – so eine Stimmung hatten beide Vereine nicht!

SNHI: Andre, die Faszination Handball ist gerade in den Dörfern um Söhre und der Gemeinde Schellerten riesig, fast 1.600 Zuschauer kamen zum Hinspiel – wie erklärst du dir das?

Muscheiko: Ich glaube im Hinspiel waren alle Beteiligten überrascht wie viele Zuschauer in der Volksbank-Arena waren. Wenn diese Zahl nochmal überboten wird, wäre das echt Wahnsinn! Gerade in Schellerten und Söhre hat der Handball natürlich eine große Bedeutung. Da kommen die Leute Samstag mit der ganzen Familie in die Halle und feuern ihr Team an. das ist schon toll zu sehen.

SNHI: Kenny, im Hinspiel habt ihr eine knappe und denkbar bittere 29:28 Niederlage kassiert – Hat das lange an euch genagt und was nehmt ihr euch für das Rückspiel vor?

Blotor: Eine Niederlage im DERBY vergisst man nicht so schnell. Es hat durchaus länger angehalten als eine “normale” Niederlage. Wichtig war jedoch schnell das Spiel abzuhaken und sich auf die weitere Saison zu konzentrieren.
Unser Ziel ist, das DERBY zu gewinnen und die Hinspiel-Niederlage vergessen zu machen. In den letzten Jahren haben wir immer in der Rückrunde unsere stärksten Spiele gemacht. Konzentriert bis zum Schluss und unsere Stärken ausspielen.

SNHI: Maxi, ihr seid Aufsteiger und spielt eine überragende Saison – aktuell steht Platz vier zu Buche, dazu im Hinspiel der Derbysieg – worin siehst du die Gründe für euer gutes Abschneiden?

Kolditz: Ja da hast du Recht! Trotz dessen glaube ich, dass wir auch das Potenzial haben, noch weiter oben zu stehen. Gegner wie Großenheidorn, Schaumburg Nord oder Vorsfelde haben wir geschlagen. In den Spielen die wir verloren haben, mussten wir verletzungsbedingt längere Zeit auf Spieler wie Basti Froböse oder Niklas Ihmann verzichten. Mit Platz vier sind wir aber trotzdem sehr zufrieden und das liegt natürlich einmal an dem “Teamspirit” den wir in der Mannschaft haben. Aber auch die Qualität der einzelnen Spieler und ein Trainer wie Sven Lakenmacher, der die letzten Jahre immer höherklassig trainiert hat, hat da aber auch einen großen Anteil dran. Und natürlich zu Hause die Fans, die uns immer wieder lautstark unterstützen!

SNHI: Kenny, welche Positionen und Duelle können am Mittwochabend am Wichtigsten und entscheidend für den Ausgang werden?

Blotor: Keine einfache Frage. Ich denke, dass das Torhüterduell eine große Rolle spielt, da auf beiden Seiten die Torhüter bereits Spiele entscheiden konnten. Zudem müssen wir auf den spielerisch starken Söhrer Rückraum in den Griff bekommen. Da beide Mannschaften ihre Stärken haben und gut aufgestellt sind denke ich, dass das Team gewinnt, welches am Mittwoch den Sieg einfach mehr will und die geschlossenere Mannschaftsleistung abruft.

SNHI: Andre, wir wissen dass es einige Freundschaften unter den Spielern beider Teams gibt. Hast du etwas mitbekommen, laufen Wetten oder kleine Spielchen für das DERBY?

Muscheiko: Wir haben mit Franz Köhler ja einen ehemaligen Söhrer in der Mannschaft. Ich denke er wird sich im Falle eines Sieges auch was nettes überlegen und der Mannschaft einen ausgeben!

SNHI: Zu guter letzt, wir haben davon gehört, dass es zwischen einigen Handballern aus der Region ab und zu eine Art “Stammtisch” gibt – könnt ihr uns das bestätigen? Und wenn ja, wer ist Teil dieser Runde und was sind Themen während dieser Treffen?

Muscheiko: Wir treffen uns regelmäßig mit Robin John, Maurice Lungela, Fynn Wiebe (alle Eintracht Hildesheim), Sascha Muscheiko (HSV Hannover), Simon Kullig (SF Söhre), sowie Johannes Fiene und ich (SG Börde) zum Mittagessen und Feedback zum Wochenende. Da wird es dann am Mittwoch unter den Beteiligten schon mal um ein Mittagessen gehen!

SNHI: Zum Abschluss – wie lauten eure Tipps für Mittwoch?

Blotor: Söhre 24:26 Börde

Muscheiko: Da kann ich mich Kenny nur anschließen!

Kolditz: Was ist das denn für ein Mist? – 29:24 für Söhre! Um ein Mittagessen?

Blotor: Da schlage ich ein!

 

Vielen Dank euch drein, dass ihr euch die Zeit genommen habt und Rede und Antwort standet. Wir wünschen euch allen viel Erfolg für morgen, vor allem aber ein schönes Spiel. Möge der Bessere gewinnen!