Des einen Freud ist des anderen Leid – VfV erfolgreich, Ambergau nicht

Wie nah Freude und Leid beieinander liegen können, merken gerade die Fußballer vom VfV Borussia 06 Hildesheim und dem FC Ambergau / Volkersheim.
Regionalligist VfV war bis gestern knapp 19.30 Uhr Tabellenschlusslicht, hat aber nach zwei Siegen gegen Braunschweig II (2:0) und Jeddeloh (3:0) neue Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft. Mitverantwortlich dafür ist der neue Trainer Thomas Siegel, der vergangenen Donnerstag das Amt übernommen hatte, nachdem sich die “Domstadtelf” vom bisherigen Trainer Jörg Goslar getrennt hatte. In seinen ersten beiden Spielen gelangen gleich zwei Siege und dazu wurden insgesamt fünf Tore erzielt. Das ist die freudige Seite.

Die nicht so glücklichen, sind aktuell die Kicker vom FC Ambergau / Volkersheim. Thomas Siegel war dort nämlich bis zum eben besagten Donnerstag Trainer des Bezirksligisten und hatte das Team im gesicherten Mittelfeld positioniert. Nach seinem Abgang setzte es zwei klare Niederlagen gegen Nordstemmen (1:3) und Newroz (1:3). Mit 22 Punkten ist man nicht in großer Gefahr, es sollte allerdings auch kein Negativtrend entstehen.

Aktuell betreut der Bezirksligist sich quasi selbst. Der Mannschaftsrat in Person von Philipp Scholz, Christian Harms, sowie den Brüdern Lennart und Darius Guder ist für Training und Spiel verantwortlich. “Wir spielen auch noch selbst, aber einer aus dem Mannschaftsrat sitzt immer draußen und achtet auf das große Ganze”, so Philipp Scholz im Gespräch mit Sportnews Hildesheim.
Im Verein herrscht große Unruhe, man will einen geeigneten Nachfolger finden, das ist aber gar nicht so leicht, denn Volkersheim liegt nicht unbedingt um die Ecke und nach den Niederlagen kommt noch etwas Sorge hinzu, dass man sich möglicherweise doch wieder mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen muss. Scholz selbst sieht das nicht unbedingt so: “Klar haben wir jetzt zweimal verloren und die Leistung gegen Nordstemmen war nicht gut, aber gegen Newroz haben wir ein super Spiel gemacht und waren dem Ausgleich sogar sehr nah.”

Er kann Siegel verstehen. “Wir sind alles Fußballer und wenn dann plötzlich ein Angebot eines Regionalligisten kommt, da würde sicher jeder ins Grübeln kommen”, fügt er an. Enttäuscht ist er allerdings vom Abgang, denn der A-Lizenz-Inhaber hat sich nicht persönlich, sondern nur per Whats App verabschiedet. Und auch der Vertrag mit dem FC ist noch nicht aufgelöst, da laufen aktuell die Gespräche mit der Borussia. “Die Hildesheimer haben uns ein Freundschaftsspiel angeboten, eine Entschädigung ist das für mich nicht wirklich. Die gesamte Planung liegt auf Eis, Zusagen von vorhandenen Spielern,Gespräche mit potenziellen Neuzugängen kann alles nicht passieren. Das ist ein großes Problem, da brauchen wir definitiv eine Entschädigung”, zeigt sich Scholz auch enttäuscht vom Verhalten des Regionalligisten.
Es bleibt spannend wie es für beide Teams weiter geht, ob die Euphorie- und Erfolgswelle der Hildesheimer anhält und ob sich die Volkersheimer noch Gedanken um den Klassenerhalt machen müssen.