Eintracht will den nächsten Favoriten ärgern

Gegen den souveränen Tabellenzweiten der SG BBM Bietigheim sind die Rollen erneut klar verteilt. Das weiß auch Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck: „Wir sind gegen Bietigheim natürlich der klare Außenseiter, unser nächster Gegner steht völlig zu Recht auf dem zweiten Platz.“ Gegen die starke Bietigheimer Mannschaft müsste schon alles wie am Schnürchen funktionieren, um am Ende das Punktekonto nach oben schrauben zu können. Doch warum soll nach dem Auswärtspunkt in Lübeck in der vergangenen Woche nicht auch jetzt etwas herausspringen? „Der Punkt in Lübeck hat uns schon wieder eine Portion mehr Selbstvertrauen gegeben“ sagt Kapitän Robin John. Auch von seinen Teamkollegen spürt man eine Vorfreude auf das Spiel, in dem der Druck natürlich bei der kleineren Erwartungshaltung geringer ist. Gegen den ersten Verfolger vom Spitzenreiter Bergischer HC soll daher am Sonntag um 17:00 Uhr alles versucht werden, um den nächsten klaren Favoriten ins Stolpern zu bringen.

Schon vor dem Hinspiel wies Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck darauf hin, dass Bietigheim mit dem starken und ausgeglichenen Kader um die Aufstiegsplätze mitspielen werde. Er sollte Recht behalten. Derzeit liegt die SG souverän auf Platz zwei der Tabelle. Zwar ist der Abstand zum enteilten Ligaprimus Bergischer HC wohl nicht mehr aufzuholen, aber das Drei-Punkte-Polster auf den dritten Platz soll Bestand haben. Im letzten Jahr schrammte die SG BBM Bietigheim noch knapp am Aufstieg in die DKB-Handball-Bundesliga vorbei. In diesem Jahr hat man es mit vielen jungen Spielern geschafft, eine starke Truppe aufzubauen, die ihre Schnelligkeit ausspielen kann. „Vor allem im Umschaltspiel ist Bietigheim sehr stark, da dürfen wir uns im Angriff keine Fehler erlauben, um den Gegner nicht ins Konterspiel zu bringen“ sagt Trainer Gerald Oberbeck. Rechtsaußen Christian Schäfer mit 130 und Rückraumspieler Gerdas Babarskas mit 93 Toren sind derzeit die besten Bietigheimer Werfer. Zudem hat das Team mit Domenico Ebner und Jürgen Müller ein starkes Torhütergespann zu bieten.

Auch wenn die Favoritenrolle damit natürlich ganz klar verteilt ist, kann das Eintracht-Team letztlich nur gewinnen. Mit dem kämpferischen Auftritt in Lübeck, der trotz der personellen Engpässe am Ende von Erfolg gekrönt war, konnte man schon die Herzen der mitgereisten Fans beglücken. Solch ein mitreißender Auftritt soll jetzt auch in der Hildesheimer Arena her. Zu dem länger verletzten Adam Papadopoulos hat sich nun aber leider noch Jacob Nelson gesellt. Bislang besteht der Verdacht auf einen Außendbandriss, wahrscheinlich fällt der Schwede, der zuletzt so gut in Form kam, für sechs Wochen aus. Die zuletzt mit Grippe ausgefallenen Radek Doležel und Chris Meiser werden wohl spielen können. Die Rückkehr von Meiser wird dabei vor allem in der Defensive helfen, wo Fynn Wiebe und Andy Simon zuletzt im Alleingang die kräftezehrende Arbeit in der Zentrale leisten mussten.